Keine Sonderrechte

Umstrittene Radstraße im Feldbachtal kommt nicht

Es scheiden sich die Geister, ob im Feldbachtal eine Fahrradstraße entstehen soll. Zumindest in der Bezirksvertretung Lennep fand die Idee keine Mehrheit. Foto: Doro Siewert
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Im Feldbachtal bekommen Radfahrer keine Sonderrechte.

Die von der Rathaus-Ampel geforderte Fahrradstraße durch das Feldbachtal wird es nicht geben.

Remscheid. Zu diesem Ergebnis kommt Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke (CDU) vor der Sitzung der Bezirksvertretung Lennep am Mittwoch. Allein die Bezirksvertreter seien dafür zuständig, sagt die Juristin. Sie hatten die umstrittene Radstraße bereits abgelehnt. -ric-

Artikel vom 31.3.2022

Bezirksvertretung: Mehrheit lehnt Fahrradstraße ab

Politiker diskutierten kontrovers, ob die Maßnahme im Feldbachtal sinnvoll ist.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Eine Fahrradstraße von Engelsburg durchs Feldbachtal in Richtung Kräwinklerbrücke soll es nach Auffassung der Lenneper Bezirksvertretung nicht geben. Eine Mehrheit lehnte am Mittwochabend den Antrag von SPD, Grünen und FDP ab. Sechs Nein-Stimmen von CDU, Linkspartei und AfD standen fünf Ja-Stimmen gegenüber.

Vorausgegangen war eine Kontroverse, ob eine Fahrradstraße an dieser Stelle überhaupt Sinn macht. Roland Kirchner (WiR) machte deutlich, dass dies aus seiner Sicht nicht der Fall ist. „Bei einer Radtour ist mir niemand begegnet, kein Landwirt, kein Fahrradfahrer. Also – größte Not herrscht dort nicht“, erklärte er mit Blick auf die weitreichende Verkehrsberuhigung, die unter anderem von Anliegern kritisiert wurde.

Die Ortsbauernschaft hatte sich zu Wort gemeldet, die „geringere Rücksichtnahme“ der Radler befürchtet, denen durch die Maßnahme Vorrang gewährt würde. „Wenn zunehmend mehr Radfahrer unsere Traktoren nicht mehr passieren und überholen lassen, weil sie auf ein Recht auf einer Fahrradstraße pochen, drohen vor allem in der zeitlich begrenzten Erntezeit Zeitverlust und eine Verhinderung der Arbeiten.“ CDU-Sprecher Markus Kötter hob hervor: „Wir stehen an der Seite der Landwirte. Wer will, kann dort schon jetzt unbeschwert mit dem Rad fahren.“ Es gebe sinnvollere Projekte, um den Radverkehr zu stärken. „Zum Beispiel eine sichere Verbindung zwischen Lennep und Remscheid.“

Ein neues Knotenpunktsystem soll Fahrradfahrern die Orientierung im bergischen Städtedreieck erleichtern.

Petra Kuhlendahl (Bündnis 90/Die Grünen) argumentierte mit stetig steigenden Zahlen von Menschen, die sich mit dem Rad fortbewegen. „Es ist sinnvoll, ihnen auf der Straße Rechte einzuräumen.“ Zudem erinnerte sie an den Ergänzungsantrag der Ampel-Koalition, dass nach zwölf Monaten Bilanz gezogen werden sollte. Jürgen Kucharczyk (SPD) stimmte zu. „Wir sollten hier einmal neue Wege beschreiten. Nach einem Jahr haben wir Klarheit.“ Colin Cyrus (Linkspartei) erklärte, dass er grundsätzlich Fahrradstraßen befürworte. „Aber an Stellen, wo dies sinnvoll ist. Hier sehe ich nicht die Notwendigkeit. Es herrscht nicht viel Verkehr.“

Das sah Torben Clever (FDP) in einem anderen Licht. Bei einem Ortstermin mit dem Vorstand der Remscheider Ortsbauernschaft habe er auf dem Schleichweg „acht, neun Fahrzeuge“ beobachtet, die teilweise mit extrem überhöhter Geschwindigkeit unterwegs waren. „Wir haben die Probleme der Landwirte in unseren Ergänzungsantrag aufgenommen,“ führte er aus. Dazu zählen eine generelle Tempo-Begrenzung auf 10 Stundenkilometer in S-Kurven und Klappschilder, die auf Erntearbeiten hinweisen. Eine Fortsetzung der Debatte dürfte in weiteren Fachausschüssen folgen.

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