Renaturierung

Umbau des Schwanenteichs wird früher fertig als geplant

So läuft die Renaturierung des Teiches ab: Dagmar Jaspers vom Fachdienst Natur zeigt die neue Hinweistafel. Sie befindet sich in direkter Nähe zur Mebusmühle. Foto: Doro Siewert
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So läuft die Renaturierung des Teiches ab: Dagmar Jaspers vom Fachdienst Natur zeigt die neue Hinweistafel. Sie befindet sich in direkter Nähe zur Mebusmühle.
  • Melissa Wienzek
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Das Großprojekt im Südbezirk, der Umbau des Schwanenteichs, wird sehr wahrscheinlich früher beendet als geplant.

Remscheid. Die ausführende Firma Vornholt aus Borken plant, Ende Januar, spätestens Anfang Februar mit der Baustelle in der Mebusmühle im Eschbachtal fertig zu sein. Das teilt Dagmar Jaspers von Fachdienst Umwelt der Stadtverwaltung mit. 

Derzeit wird der durch Regenwassereinleitung der A 1 belastete Schlamm im Teich abgetragen und entsorgt. Danach wird für eine Durchlässigkeit für Fische gesorgt: Die Mündung des Tenter Bachs wird dabei verlegt. Tenter Bach und Eschbach werden sich künftig nicht mehr am Schwanenteich treffen. -mw-

Artikel vom 22. Juli 2020

Der Umbau des Schwanenteichs startet im August

Belasteter Schlamm wird entsorgt – Fische sollen sich wohlfühlen – Wasser kommt künftig aus der Talsperre.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Politiker und Bürger hatten zuletzt wiederholt danach gefragt – nun liefert der RGA die Antwort: Der Schwanenteich wird ab August umgebaut. Die ausführende Firma Vornholt aus Borken hat den Zuschlag der öffentlichen, deutschlandweiten Ausschreibung erhalten – und beginnt in Kalenderwoche 33, also ab dem 10. August, mit den ersten Arbeiten im Eschbachtal.

Eigentlich hätten bereits im Dezember 2019 die Bagger anrollen sollen. „Die Mauer der Eschbachtalsperre musste jedoch erst noch saniert werden“, erklärt Dagmar Jaspers vom Fachdienst Umwelt der Stadtverwaltung. Weiteres Problem: Die Baubranche boomt. Was bedeutet: Planungsbüros und Baufirmen sind ausgelastet. Vier Angebote hat die Stadt für den Umbau des Schwanenteichs erhalten. Nun ist alles festgezurrt. Es handelt sich hierbei um eins der Großprojekte im Süden Remscheids. Dabei wird der durch Regenwassereinleitung der A 1 belastete Schlamm im Teich fachmännisch abgetragen und entsorgt. Zum letzten Mal ist in den 80ern entschlammt worden.

Zudem setzt die Stadt die Europäische Wasserrahmenrichtlinie um – und sorgt für eine Durchlässigkeit für Fische. Die Mündung des Tenter Bachs wird verlegt, damit Bachforellen, Bachneunaugen und Groppen künftig ihren Weg bis in den Oberlauf finden.

Das Baugebiet von oben: Der Schwanenteich befindet sich in direkter Nachbarschaft zur A 1 und zum Restaurant Romanowski.

Denn den jetzigen rechten Winkel zum Abbiegen vom Eschbach in den Tenter Bach erkennen die Fische nicht. Dafür wird auch ein altes Bauwerk entfernt. Der „neue Schwanenteich“ wird zudem 1,80 Meter tief – damit wird er für die heimischen Fische frostsicher. Ein Hindernis wird jedoch bewusst eingebaut: Ein sogenannter Solsprung, eine kleine Stufe, verhindert künftig, dass die Tiere in die Sackgasse vor die Talsperre schwimmen.

Tenter Bach und Eschbach werden sich künftig also nicht mehr am Schwanenteich, der nach dem Umbau 3600 m² groß sein wird, treffen. Der „neue Schwanenteich“ wird dann nur noch mit Talsperrenwasser befüllt – die Wasserqualität steigt. „Das Ziel ist ein schöner Naherholungsraum für die Bürger und gleichzeitig eine ökologische Aufwertung“, erklärt Dagmar Jaspers. So würden auch Laichhabitate für Molche und Kröten geschaffen.

Remscheid: Die Kosten von 1,3 Millionen Euro stemmen mehrere Schultern

Damit die Belange der Umwelt bei diesem Eingriff in die Natur auch eingehalten werden, schaut Oliver Hofmann genau hin. Der Naturschutz- und Landschaftsplaner der Unteren Naturschutzbehörde hat die ökologische Baubegleitung inne. „Ich schaue zum Beispiel, dass der Baumschutz und der Artenschutz eingehalten werden und die Natur nicht übermäßig beschädigt wird.“

Bei einem Rundgang um den Schwanenteich nimmt der Experte schon einmal die Pflanzen im bereits verlandeten Teich unter die Lupe: Neophyten wie der Japanische Staudenknöterich und das Indische Springkraut haben sich breitgemacht. Hofmann zupft einige davon aus. „Die wollen wir hier nicht“, erklärt Dagmar Jaspers. Künftig sollen nur noch heimische Gräser, Stauden und Gehölze am Schwanenteich wachsen. Vorher müssen die Eindringlinge aber ausgerissen und danach alles ordentlich gemäht werden. Dann erst kann der Schlamm abtransportiert werden.

Wenn die Firma Vornholt im August im Eschbachtal loslegt, wird aber noch nicht direkt gebaggert. Erst einmal wird die Baustelle eingerichtet. Dafür muss allerdings auch der Wanderweg gesperrt werden. Der Forst will die Wege bereits ab der Talsperre absperren, sagt Jaspers. Die Parkplätze vor dem Eingang des Restaurants Romanowski entfallen – allerdings verfügt das Lokal über Stellflächen rechts neben dem Gebäude. Dafür erhält der Gastronom aber einen Sicht- und Schmutzschutz vor seiner Außenterrasse. Auch die EWR sind involviert: Sie verlegen Versorgungsleitungen. Spätestens im April 2021 soll der Schwanenteich-Umbau abgeschlossen sein.

Die Kosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro teilen sich wie folgt auf: 90 Prozent stellt das Landesprogramm „Lebendige Gewässer in NRW“ für die Renaturierung zur Verfügung, die übrigen 10 Prozent sowie die Kosten der Entschlammung trägt der Landesbetrieb Straßen NRW als Ausgleich für den Ausbau der A 1 und jahrelange Regenwassereinleitung in den Teich. Die Technischen Betriebe Remscheid beteiligen sich ebenfalls an den Kosten für die Entschlammung.

Die Gewässer

Eschbach: Von der Quelle bis zur Mündung ist er 12 Kilometer lang. Er hat 36 Nebenarme, und ist ein Lachs-Laichgewässer. Die Quelle befindet sich nahe Jägerhaus bei Bergisch Born, er mündet in Unterburg in die Wupper. Sein Einzugsgebiet ist größer als 10 km² – und unterliegt so der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

Tenter Bach: Von der Quelle bis zur Mündung ist er 2,3 Kilometer lang. Er hat 6 Nebengewässer.

Den Stadtteil Süd erlebt man am besten zu Fuß – Ein Spaziergang von der Grünanlage Kuckuck bis zum Freibad und zurück.

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