Trotz Corona

Umbau im Freibad: Im April legen die Planer los

Ruhe vor dem Sturm: Das Freibad, hier im gestrigen Sonnenlicht, wird umgebaut. Die Planer gehen im April an den Start. Foto: Roland Keusch
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Ruhe vor dem Sturm: Das Freibad, hier im gestrigen Sonnenlicht, wird umgebaut. Die Planer gehen im April an den Start.

Die Stadt Remscheid bereitet die Anlage im Eschbachtal für die Saison im Sommer vor.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Ab April soll sich ein Planungsbüro damit beschäftigen, wie das Freibad Eschbachtal umgestaltet und von Grund auf modernisiert wird. Dann endet die Ausschreibung, an der sich interessierte Unternehmen mit ihren Angeboten beteiligen können. Der Auftrag wird vergeben.

500.000 Euro habe der Stadtrat für die vielfältigen Planungen von der Wassertechnik bis zur Freiraumplanung zur Verfügung gestellt, erklärt Sportamtsleiter Martin Sternkopf. Er hofft darauf, dass Entwürfe, Skizzen und Konzepte möglichst schnell zu einem Umbau führe. „Mir wäre es am liebsten, wenn wir die Sanierung 2022 bis Ende 2023 durchziehen würden. Dann verlören wir nur zwei Badesaisons.“

Fest steht, dass sich die Besucher 2021 noch mit der uralten Technik und dem nicht mehr zeitgemäßen Ambiente begnügen müssen. Voraussetzung ist, dass die Corona-Pandemie überhaupt eine Öffnung im Frühjahr oder Sommer zulässt. „Aber wir wollen diese Perspektive erhalten, auch wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht wissen, wie sich die Lage darstellt“, erklärt Sportdezernent Thomas Neuhaus (Bündnis 90/Die Grünen). Dem Freibad komme jedenfalls eine noch größere Bedeutung in einer Zeit zu, in der Urlaubsreisen weiter ausgeschlossen sein könnten.

„Es stehen jetzt die Arbeiten im Freibad an, die in dieser Jahreszeit üblich sind.“
Sportamtsleiter Bernd Sternkopf

Und so krempeln Mitarbeiter der Stadt in diesen Wochen die Ärmel hoch: „Es stehen jetzt die Arbeiten im Freibad an, die in dieser Jahreszeit üblich sind“, berichtet Martin Sternkopf. Dazu zählt die Rasenpflege ebenso wie der Austausch maroder Fliesen. Er hofft, dass der Betrieb so wie im Corona-Sommer 2020 wenigstens auf Sparflamme laufen werde – unter Beachtung strenger Hygieneauflagen und Einlassbestimmungen. Maximal durften sich 750 Gäste pro Tag in der Anlage aufhalten. Der Ticketverkauf erfolgte ausschließlich über das Internet. Bereits 2019 hatte es eine Reduzierung der Besucherzahl gegeben – von 3000 auf 1500 Menschen. Ursache waren damals Defekte in der betagten Pumpenanlage.

Nicht zuletzt die Technik zwingt zu hohen Investitionen in die Freizeitanlage. 14,4 Millionen Euro stehen dazu im Entwurf des Doppelhaushalts 2021/2022 und in der mittelfristigen Finanzplanung bereit. Thomas Neuhaus hofft aber nach wie vor, dass dieser Betrag, den die Stadt Remscheid aufbringen muss, kleiner wird. „Wir haben dazu erneut einen Antrag bei einem Förderprogramm des Bundes gestellt.“ Er baue dabei weiterhin auf die zugesagte Unterstützung vom Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt (CDU).

Neuhaus hebt den Mehrwert der Anlage hervor

Ob mit oder ohne Fördermittel gelte es, die „unglaubliche Chance“ zu nutzen, das Freibad in die Zukunft zu führen, betont der Sportdezernent. Für das Millionenprojekt hatte die Düsseldorfer Bezirksregierung Remscheid 2020 grünes Licht gegeben. Es soll zum Publikumsmagneten werden – auch für Besucher aus der Umgebung. „Sie sollen bei ihrem Besuch die Gelegenheit nutzen, in Remscheid einzukaufen und die Gaststätten zu besuchen“, führt Neuhaus den Mehrwert der Anlage an, die unter anderem moderne Becken, neue Dusch- und Umkleidebereiche sowie einen Sandstrand erhalten soll. Auch eine bessere Zuwegung und Barrierefreiheit für Menschen mit Handicaps werde gewährleistet, hebt Martin Sternkopf hervor. 

Hintergrund

Die Anlage im Eschbachtal, die 1912 eröffnet wurde, gilt als älteste Binnenfreibad Deutschlands. Als besonderer Problemfall stellt sich die Technik zur Wasseraufbereitung aus dem Jahr 1966 dar. Immer wieder brachen Rohre, Pumpen fielen aus. Er ziehe den Hut vor den Mitarbeiter, dass sie überhaupt den Betrieb in dem „Oldtimer“ immer wieder aufrecht erhalten können, bekundet Dezernent Thomas Neuhaus.

Standpunkt: Hoffnung in trüben Tagen

Von Frank Michalczak

Es gibt in diesen trüben Tagen wenigstens ein paar Hoffnungsschimmer. Die Corona-Fallzahlen in Remscheid sinken und nähern sich dem Inzidenzwert von 50 an.

frank.michalczak@rga-online.de

Zudem stehen die Impfungen für Über-80-Jährige nach der holprigen Terminvergabe vor dem Startschuss. Dennoch kann angesichts der unberechenbaren Pandemie niemand sicher sein, ob das Freibad im Eschbachtal tatsächlich im Sommer öffnen kann. Es ist aber sinnvoll, dafür die Vorbereitungen zu treffen. Selbst wenn der Betrieb so wie im letzten Jahr nur auf Sparflamme laufen könnte, wäre dies doch ein Lichtblick nach einer Zeit der Entbehrungen und Kontaktbeschränkungen. 

Sollte der Schwimmspaß möglich sein, würde damit die vorerst letzte Badesaison für Sonnenanbeter im Eschbachtal starten. 2022 sollen die Bagger anrücken. Der betagten Freizeitanlage wird eine Frischzellenkur verordnet –und kann somit zu etwas werden, was sie einmal war: ein attraktives Aushängeschild der Stadt Remscheid in idyllischer Lage. Auch dies ist ganz sicher ein Hoffnungsschimmer in dieser harten Zeit.

9600 Besucher zählte das Freibad Eschbachtal im Jahr 2020. „Das war ein Drittel von dem, was wir sonst hätten erreichen können“, bilanzierte Sportamtsleiter Martin Sternkopf im Sportausschuss.

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