Lennep

Tuchmacherstadt: Schilder haben neues Gewand

Alle strahlen: BGV-Vorsitzender Jörg Holtschneider mit den neuen Tafeln an einem Wohnhaus am Gänsemarkt.
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Alle strahlen: BGV-Vorsitzender Jörg Holtschneider mit den neuen Tafeln an einem Wohnhaus am Gänsemarkt.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Vorstand des Bergischen Geschichtsvereins bringt die Tafeln zurzeit an – Für das Projekt in Lennep gab es Fördermittel.

Remscheid. Nach drei Jahren erhält der Tuchmacherweg in Lennep ein frisches Gewand: Die neuen Tafeln des Erlebnisweges sind da. Der Vorstand des Bergischen Geschichtsvereins (BGV) bringt sie gerade sukzessive an 50 geschichtsträchtigen Orten und Häusern in der Röntgenstadt an. „Das dauert länger, als gedacht. Denn der Aufwand ist relativ hoch“, erklärt der BGV-Vorsitzende Jörg Holtschneider. Denn die alten Spezialsicherheitsschrauben mussten teils mit der Flex geöffnet werden. Außerdem trifft der BGV-Vorstand derzeit bei der Montage auf viele Gesprächspartner. „In der alten Lateinschule lebt zum Beispiel ein Holländer“, erzählt Jörg Holtschneider lachend. Da gab es natürlich viel zu erzählen. Wir geben einen Überblick über die „Spurensuche Tuchmacherstadt“.

Der Erlebnisweg: Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens hat der Verein 30 neue Info-Tafeln in der Röntgenstadt anfertigen lassen – und ließ die bestehenden 21 gleich mitaufarbeiten. „Es ist ein Geschenk für die Bürger unserer Heimat“, hatte der damalige BGV-Vorsitzende Alfons Ackermann gesagt. Schließlich kam die Idee dazu bereits 2019 auf.

Im Herbst 2021 feierte der BGV 100-Jähriges. Der bereits bestehende Tuchmacherweg, der im Zuge der Regionale 2006 entstand, wird somit erweitert – und das Bewusstsein für die regionale Geschichte gefördert. Die Tafeln mit Bildern, Texten und Karten zu historisch bedeutenden Orten und Ereignissen der Textilindustrie zieren bereits einige Häuser und Orte in Lennep. Zum Beispiel gibt es eine Stele vor dem Deutschen Röntgen-Museum, an der Klosterkirche oder am Bahnhof Lennep. Sie sind beliebte Fixpunkte bei Stadtführungen und geben kompakte Einblicke in die regionale Industriegeschichte der alten Hansestadt Lennep. Denn zur Zeit der Industrialisierung errichteten die Lenneper Unternehmer große Tuchfabriken an der Wupper, wo sie die Wasserkraft als Antriebsenergie nutzten, ihre Kontoren, Wohn- und Handelshäuser blieben jedoch in Lennep. Viele sind bis heute erhalten. Das zeigt der Erlebnisweg. „Es geht aber auch darum, zu zeigen: Wie war das Leben in Lennep damals in Verbindung zur Industrie?“, erklärt Historiker Jörg Holtschneider.

Die neuen Schilder: Weil die ersten Schilder aus Aluminium durch das bergische Wetter ausgeblichen waren, stieß der BGV das Erneuerungsprojekt an, für das es sogar Fördermittel gab. Problem: Für die Montage musste der Verein die Einverständnisse der Lenneper Hausbesitzer einholen. Hierzu holte man sich auch Lennep offensiv ins Boot. Der Verein, der die Lenneper Bürger gut kennt, vermittelte hier und da. „Bis auf zwei oder drei haben wir alle Zusagen erhalten“, freut sich Holtschneider. 315 x 315 mm groß sind die neuen Schilder, die nun aus Emaille sind - und damit länger haltbar.

Der Hersteller: Laut Jörg Holtschneider gibt es nur noch zwei Firmen in ganz Deutschland, die die alte Emailletechnik verwenden. Beim Muldenthaler Emaillierwerk in Penig in Ostdeutschland wurde man fündig. Es handelt sich um Einzelstücke, die aufwendig produziert werden. Jedes Schild wird zweimal bearbeitet und später versiegelt, so dass es noch lange hält.

Die Fördergeber: Der NRW-Heimatfonds fördert das 30 940 Euro starke Projekt mit über 13 000 Euro. Die Stiftung der Stadtsparkasse Remscheid gibt 10 000 Euro dazu, die Stadt knapp 3000 Euro, den Rest der BGV. Das Projekt lief in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde der Stadt. Der BGV hatte Glück: Trotz der allgemeinen Preissteigerungen erhielt er noch die alten Preise. Mittlerweile müsste man für die Einzelstücke deutlich mehr bezahlen, sagt Holtschneider.

Eröffnung: Geplant war der Eröffnungsspaziergang bereits im Frühjahr. Es kam zu leichten Verzögerungen bei der Produktion. Nun soll aber gemeinsam spaziert werden: Infos im Kasten.

Führungen

Der Remscheider Abteilung des Bergischen Geschichtsvereins möchte die Eröffnung der neuen „Spurensuche Tuchmacherstadt“ mit zwei Führungen feiern: am Samstag, 30. Juli, und am Samstag, 6. August, jeweils um 11 Uhr. Einfach vorbeikommen und mitgehen auf Spurensuche durch die Tuchmacherstadt Lennep.

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