Prozess

Trio überfällt 58-jährigen Remscheider wegen Nacktvideos

Das Amtsgericht Wuppertal ist im Landgericht untergebracht.
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Das Amtsgericht Wuppertal ist im Landgericht untergebracht.

Amtsgericht Wuppertal verurteilt die Angeklagten zu Bewährungsstrafen – Opfer erwartet ebenfalls ein Verfahren

Von Dirk Lotze

Remscheid. Nach einem Überfall auf einen 58 Jahre alten Remscheider 2019 in dessen Wohnung hat das Amtsgericht Wuppertal eine Frau (25) und zwei Männer (23 und 26 Jahre alt) zu Bewährungsstrafen verurteilt. Die Angeklagten hatten gestanden, ihr Opfer beraubt zu haben. Der Auslöser: Der 58-Jährige hatte in seiner Wohnung heimlich Nacktvideos von der angeklagten Frau aufgenommen, die dort duschen durfte. Der Freund der Frau, der 26 Jahre alte Mittäter des Überfalls, hatte den Mann geschlagen. Der Geschädigte erlitt Gesichtsverletzungen und hat noch eine weitere Operation vor sich.

Aussagen zufolge hatten die Frau und der 58-Jährige sich in der Trinkerszene am Rathausvorplatz kennengelernt. Die Frau habe keine Bleibe gehabt. Als sie Bewerbungen auf seinem Laptop schreiben durfte, habe sie die Videos vom Duschen von sich gefunden.

Laut Urteil entschlossen sich anschließend die Frau und ihr Freund, den älteren Mann zu berauben. Mitmachen sollten der jüngere Mitangeklagte und ein weiterer, unbekannter Mann. Der 26-Jährige klingelte an der Wohnung des Geschädigten, während seine Freundin dort war. Gemeinsam drängten die Angreifer den 58-Jährigen ins Wohnzimmer.

Die drei Angeklagten sind vorbestraft

Der Überfallene habe das Video vergeblich bestritten. Schließlich kam es zu den Schlägen. Die Gruppe durchsuchte die Wohnung und packte ein, was nützlich erschien: Eine Bohrmaschine und Uhren, eine Schreckschusspistole, Computer, EC-Karte, Markenfeuerzeuge und Messer. Sogar Cola und Kaugummi sollen dabei gewesen sein. Das Bus-Sozialticket des Mannes hätten sie nur mitgenommen, damit er Last hatte und sich Ersatz kaufen musste.

Die drei Angeklagten sind vorbestraft. Ein Anwalt erklärte für die 25-Jährige, sie habe gefürchtet, mit den Videos auf Porno-Seiten im Internet zu landen. Der 23-jährige Angeklagte sagte, Schläge und Raub seien nicht abgesprochen gewesen. Darauf stellte der vorsitzende Richter klar: „Wenn das nicht geplant war, hätte man niemanden mitnehmen müssen.“ Die Frau und der 26-Jährige sind ein Paar und haben ein Kind. Dem 58-Jährigen übergaben sie 320 Euro als Schmerzensgeld; der nahm es bereitwillig an, ebenso wie Entschuldigung und Händedruck vom 26-Jährigen. Ihre übereinstimmende Wertung: „Ist dumm gelaufen.“

Die Strafen betragen ein Jahr und elf Monate für den 26-Jährigen, sieben Monate für die Frau und zehn Monate für den jüngeren Mann. Wegen des Videos musste sich der 58-Jährige in einem eigenen Strafverfahren verantworten.

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