Bezirksvertretung

Trinkgelage: CDU sieht im Bökerspark einen Brennpunkt

Immer wieder landen leere Flaschen an der benachbarten Bökervilla, die am Park liegt. Archivfoto: Roland Keusch
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Immer wieder landen leere Flaschen an der benachbarten Bökervilla, die am Park liegt. Archivfoto: Roland Keusch
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    VonFrank Michalczak
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In der Grünanlage neben der Villa wird viel Alkohol konsumiert - Bezirksvertretung beschäftigt sich mit dem Thema.

Remscheid. Nach dem Spielplatz an der Marienstraße nimmt die CDU einen weiteren „Brennpunkt“ der Innenstadt in den Fokus: den Bökerspark. In einer Anfrage an die Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid will der Fraktionsvorsitzende Markus Kötter unter anderem wissen, ob es der Stadtverwaltung bekannt sei, dass hier Alkohol konsumiert werde – „unabhängig von der Tageszeit“.

Kötter sieht angesichts der Zustände Handlungsbedarf und fordert einen Ortstermin der BV: „Wer seine Stadt liebt und ihren Bürgerinnen und Bürgern das Leben so schön wie möglich machen möchte, der verschließt auch nicht den Blick vor den dunklen Seiten“, erklärt er in seiner Begründung.

Mit Problemen im Bökers-park beschäftige sich die Polizei immer wieder, erklärt deren Sprecher Stefan Weitkämper auf RGA-Anfrage. „Dort gibt es einen Treffpunkt, an dem Alkohol getrunken wird.“ Seine Remscheider Kollegen steuerten die Grünanlage im Rahmen ihres Streifendienstes regelmäßig an, um nach dem Rechten zu schauen. „Aber es gibt unabhängig davon auch immer wieder Bürger, die uns über Vorfälle informieren.“ Zumeist hätten sie in der Grünanlage Streitigkeiten festgestellt, die es für die Beamten zu schlichten galt.

Von einer Zuspitzung der Situation will Weitkämper nach Rücksprache mit seinen Remscheider Kollegen nicht sprechen. Allgemein habe sich das Einsatzaufkommen zwischenzeitlich sogar beruhigt – wegen der Pandemie-Kontaktbeschränkungen. „Die Leute durften sich ja nicht treffen.“

Losgelöst davon rückt der Bökerspark immer wieder in den Blickpunkt politischer Debatte. CDU-Fraktionschef Kötter verweist in diesem Zusammenhang auf das Jahr 2014, als der RGA über Anwohnerbeschwerden nach Trinkgelagen berichtete.

Remscheid: Markus Kötter spricht von „aufgeheizter Stimmung“

Dies scheint sich nun nach Auffassung der CDU zu wiederholen: Nach Informationen durch Zeugen und auch durch eigene Beobachtungen träten Gruppen dort „teilweise aggressiv“ auf, berichtet Kötter. Es herrsche oft eine „aufgeheizte Stimmung“. Er verweist auch in diesem Zusammenhang auf Forderungen nach einem Alkoholverbot im Park, die bereits vor sieben Jahren von den Anwohnern in den Raum gestellt wurden. Kötter möchte wissen, „was die Stadtverwaltung von solchen Maßnahmen hält“.

Die Bezirksvertretung Alt-Remscheid tagt das nächste Mal am Dienstag, 9. November, um 17 Uhr im Rathaus, großer Sitzungssaal.

Standpunkt: Das alte Lied

andreas.weber@rga.de

Kommentar von Andreas Weber

Der Bökerspark könnte eine Oase in der Remscheider Innenstadt sein. Dass er dies nur bedingt ist, hat mit zwei unangenehmen Begleiterscheinungen zu tun: Zum einen mit dem Abfall, der dort im Schatten eines Blickfangs, der Böker-Villa abgeladen wird. Viele leere Flaschen sind ein Zeugnis für das, was vielen Anwohnern unangenehm aufstößt. Zum anderen treffen sich im Park Trinker. Ob es Arbeitslose sind, die dort tagsüber zusammenhocken, oder Jugendliche, die nächtens auf dem Heimweg aus der Gastro Station machen, sei dahingestellt. Nicht immer geht es still und friedlich zu. Und so mancher Bürger scheut sich abends durchzulaufen. Die Polizei sieht dort keinen Brennpunkt, gleichwohl weiß sie um die Problematik. Diese existiert seit vielen Jahren. Die Schlagzeilen, die der Bökerspark schrieb, hatten auch das Stichwort Drogenkonsum zum Inhalt. Natürlich kann es nicht verkehrt sein, wie politisch wieder gefordert wird, die Verweilzone durch Ordnungskräfte stärker in den Fokus zu rücken. Am Ende bleibt es gleichwohl das alte Lied: Wer die Versammlung an einer Stelle auflöst, verlagert sie an einen anderen Ort.

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