Antik & Trödel

Trauer in der Hindenburgstraße: Beliebtes Lädchen schließt

Ursula Schneider muss ihr Geschäft aufgeben.
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Ursula Schneider muss ihr Geschäft aufgeben.
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Erst Corona, dann Krieg: Die Menschen halten ihr Geld zusammen. Das merken auch Tuffi und Hondo. Die beiden Ur-Remscheider mussten eine harte Entscheidung fällen.

Von Axel Richter

Remscheid. Die Nachbarn sind traurig. Nach 13 Jahren in der Hindenburgstraße sind „Tuffi und Hondo“ mit ihrem Geschäft für Antik und Trödel längst zu echten Freunden geworden. Das wollen sie bleiben, doch ihr Geschäft werden sie zum Jahreswechsel schließen. Ursula Schneider, wie Inhaberin „Tuffi“ eigentlich heißt, und „Hondo“ van de Wiel, der eigentlich Dirk heißt, müssen aufgeben.

„Es tut uns in der Seele weh“, sagt Ursula Schneider. „Wir haben unser kleines Geschäft mit sehr viel Herzblut geführt.“ Wer der Remscheiderin zuhört, nimmt ihr das augenblicklich ab. Vor beinahe 80 Jahren in Remscheid geboren, ist sie nie „von hier weggekommen“, wie sie sagt. Das wollte sie auch gar nicht: „Ich hänge an meinem Remscheid, ich kann auch noch Remscheider Platt sprechen.“

Auch der Remscheider Unverpackt-Laden in der Hindenburgstaße schloss dieses Jahr

Bei AEG Elotherm arbeitete die Remscheiderin als Exportmanagerin, am 1. Januar 2010 eröffnete sie dann ihr Geschäft für alte schöne Sachen, wie sie sagt. Alte Nussknacker sind darin zu haben, Briefwagen, Wärmflaschen, Gardinen, Tischdecken, Bilder, Remscheid-Bücher und vieles mehr gibt es in der Hindenburgstraße 51 zu entdecken.

Das aber nur noch bis zum 31. Dezember. „Die letzten drei Jahre haben uns geschafft“, sagt Ursula Schneider. Erst sorgte die Pandemie für schlechte Geschäfte, dann kam der Krieg gegen die Ukraine. „Die Menschen halten ihr Geld zusammen“, sagt die Remscheiderin. „Und wir, das klingt jetzt vielleicht blöd, aber wir verkaufen ja nun einmal Sachen, die keiner wirklich braucht.“

Es sind eben „nur“ schöne Dinge für die Seele, die das Ehepaar unter die Menschen bringt. Am Ende aber müssen sich die Dinge verkaufen, damit unter anderem die Miete für den kleinen Laden bezahlt werden kann.

Der soll nun nicht lange leer stehen. Ein Nachfolger ist gefunden. Das immerhin ist für die Interessengemeinschaft (IG) Hindenburgstraße eine gute Nachricht. „Dennoch ist die Schließung für uns natürlich ein herber Verlust“, sagt Melanie Clemens, stellvertretende Vorsitzende der IG. Beim Lichterfest, zu dem die IG für den 22. November einlädt, sind „Tuffi und Hondo“ noch einmal mit von der Partie. Der Abschied wird danach allen schwerfallen.

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