Wirtschaft Richard Becker

Traditionsgaststätte verkauft ihr Inventar

Das Ehepaar Paffrath verkauft das Inventar der Traditionsgaststätte Wirtschaft Richard Becker. Fotos: Doro Siewert
+
Das Ehepaar Paffrath verkauft das Inventar der Traditionsgaststätte Wirtschaft Richard Becker. Fotos: Doro Siewert

Großes Interesse gab es für Schränke, Bilder und Vorhänge der Wirtschaft Richard Becker. Das Ehepaar denkt nun über ein weiteres Verkaufswochenende nach.

Von Peter Klohs

Remscheid. So ein Inventarverkauf bringt schon eine Menge Trubel mit sich. Zumal dann, wenn es sich um die Traditionsgaststätte Wirtschaft Richard Becker handelt. Am Wochenende trennte sich das Ehepaar Wolfgang „Bü“ Paffrath und Sylvia Dönneweg-Paffrath von einem Teil des Inventars der Gaststätte. „Ausgerechnet heute ist ein Herbstbilderbuchwetter“, sagt die Hausherrin am Samstag, dem ersten von zwei Verkaufstagen. „Da unternehmen die Menschen lieber etwas in der Natur, als in einer alten Gaststätte nach Brauchbarem zu suchen.“

„Das ging schon vor der offiziellen Eröffnung um 10 Uhr los.“ 

Wolfgang „Bü“ Paffrath über die zahlreichen Kaufinteressenten

Sie hat nicht mit Massen an Interessenten gerechnet und ist mit dem Besuch zufrieden. „Das ging schon vor der offiziellen Eröffnung um 10 Uhr los“, berichtet Bü Paffrath. „Ein Interessent hatte im RGA das Foto eines Schrankes gesehen und uns völlig begeistert angerufen. Da sind wir das erste Möbelstück zusammen mit ein paar Hasenclever-Bildern direkt losgeworden.“

Gemälde von Hasenclever sind bereits verkauft

In der Gaststätte hingen einige Exponate von Erich Wilhelm Hasenclever, einem Landschaftsmaler, der 1866 in Ehringhausen geboren wurde. Alle Bilder des Künstlers sind bereits verkauft. „Nach dem ersten Interessenten kam ein Besucher auf uns zu“, berichtet Wolfgang Paffrath weiter, „und outete sich als Enkel des Malers. Er war sehr am Erwerb einiger Bilder seines Großvaters interessiert. Aber leider hatte ich schon anderen Interessenten diese Bilder versprochen. Schade.“

Beispielsweise dieser Sessel mit Tisch standen zum Verkauf zur Verfügung.

Viele Besucher haben diverse Gegenstände ausgemessen. „Die messen jetzt noch einmal aus, nämlich in ihren Wohnungen. Die Sachen müssen ja schließlich passen“, weiß Sylvia Paffrath. Sie deutet auf den großen Spiegel, der zum Ausmessen mitten in der alten Gaststube steht. Ein anderer Interessent, der sich ein Pokerzimmer einrichten möchte, hat sehr viele Fotografien gemacht und sie direkt online an seine Freunde gesendet. „Der sinniert jetzt zu Hause“, mutmaßt das Ehepaar, „und kommt morgen vielleicht wieder.“

Auch Dröppelminnas gibt es zu erwerben

Ein anspruchsvoll hergestelltes Schachspiel interessierte viele Besucher, steht aber noch unverkauft auf einem Tisch. Genau wie diverse Dröppelminnas aus unterschiedlichen Epochen, ein Bild des von Christo verhüllten Reichstages mit Signum des Künstlers und zahlreiche kleinere Exponate. „Wegen des Christo-Bildes habe ich mit einem Interessenten zwei Stunden intensiv verhandelt“, berichtet Bü Paffrath. „Leider ohne Ergebnis.“

Eine Sammlung Dröppelminnas konnte erworben werden.

„Eine Dame kam heute Vormittag“, sagt das Paar, „und hatte Interesse an den Vorhängen in der Gaststätte. Da haben wir im Vorfeld gar nicht mit gerechnet. Aber verkauft haben wir sie natürlich.“ Wolfgang Paffrath gesteht, dass ihm der Verkauf mancher Stücke aus der Gastwirtschaft schon schmerzt. „Das eine oder andere Objekt ist natürlich schon mit vielen Emotionen belegt“, gesteht er. „Das habe ich jetzt beim Verkauf erst festgestellt. Und wenn dann der Preis nicht stimmt . . . Nun, ich muss ja nicht verkaufen.“

Was ist mit dem Verzeichnis der Remscheider Trunkenbolde? „Das war eine interessante Geschichte“, berichtet das Paar, „das Stadtarchiv Remscheid ist an uns herangetreten und hat die Liste als historisches Sammlerstück erworben. Wir bekommen ein Faksimile der Trunkenboldliste auf der ‚Für die älteste Gaststätte in Remscheid‘ steht.“ Und die Brauanlage? „Ja, jemand hat sich danach erkundigt. Aber das war nicht konkret. Das merkt man sofort.“

Das Ehepaar war bei der Zusammenstellung der zum Verkauf gedachten Stücke überrascht, was sich so alles findet, wenn man „mit offenen Augen durch das Haus geht. Alleine auf dem Speicher befänden sich noch viele zum Verkauf geeignete Gegenstände. „Wir könnten noch drei solcher Verkaufsveranstaltungen durchführen.“ Deshalb denke das Ehepaar Paffrath über ein weiteres Verkaufswochenende im Dezember nach.

Seit dem Spätsommer des vergangenen Jahres möchte Wolfgang Paffrath, Eigentümer der traditionsreichen Wirtschaft Richard Becker, dieselbe veräußern. 39 Jahre führte er die Ehringhauser Gaststätte, die auf halben Weg zwischen Schloss Burg in Solingen und der Remscheider Alleestraße liegt

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Mann beschädigt 16 Autos im Remscheider Süden
Mann beschädigt 16 Autos im Remscheider Süden
Mann beschädigt 16 Autos im Remscheider Süden
Corona: Es gelten neue Corona-Regeln - Über 5000 Erst-Impfungen in einer Woche
Corona: Es gelten neue Corona-Regeln - Über 5000 Erst-Impfungen in einer Woche
Corona: Es gelten neue Corona-Regeln - Über 5000 Erst-Impfungen in einer Woche
Handwerker in Remscheid sind jetzt schon am Anschlag
Handwerker in Remscheid sind jetzt schon am Anschlag
Handwerker in Remscheid sind jetzt schon am Anschlag
Berufskolleg: Das Richtfest steht bevor
Berufskolleg: Das Richtfest steht bevor
Berufskolleg: Das Richtfest steht bevor

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare