Halbe Million Euro Kosten

Tony-Cragg-Kunst kommt nach Lennep

So soll der Munsterplatz aussehen, wenn er fertig ist. Die Bäume umranden die Skulptur Tony Craggs (rechts). Skizze: TBR
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So soll der Munsterplatz aussehen, wenn er fertig ist. Die Bäume umranden die Skulptur Tony Craggs (rechts).

Mit Errichtung der Skulptur soll der Munsterplatz umgestaltet werden. Eine halbe Millionen Euro soll der Umbau kosten. Platz und Skulptur sollen zeitgleich eingeweiht werden.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Die Champions League der Kunst kommt nach Lennep. Oder vielmehr eine Skulptur des bekannten Bildhauers Tony Cragg. Denn anlässlich des Heiligen Jakobusjahres 2021 will der Verein der Lenneper Pilgerfreunde – nach der Einweihung des Jakobusplatzes im Juli – „noch einen draufsetzen“, wie Dr. Gerhard Wollnitz, zweiter Vorsitzender des Vereins, sagt: Eine Skulptur von Tony Cragg in der Pilgerstadt Lennep – auf dem Munsterplatz.

Nicht nur ist der Verein Stempelstelle für alle Pilger, auch bietet er ihnen eine kostenlose Unterkunft auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela. Bereits im vergangenen Dezember fand eine erste Ortsbegehung mit Tony Cragg statt. Mehr als drei Meter hoch und 600 Kilogramm schwer soll die aus Edelstahl bestehende, polierte Skulptur werden. Sie ist bereits kurz vor der Vollendung. Die Schwingungen der Statue stellen symbolisch den Pilgerweg dar, der sich in dem Edelstahl matt abhebt.

Cragg ist ein Künstler von so hohem Rang, dass er Weltbedeutung hat.

Mäzen Gerd-Hermann Lullic
Gerd-Hermann Lullic und seine Frau finanzieren die Skulptur.

Finanziert wird das Bauwerk von Gerd-Hermann und Dr. Ingrid Lullic. „Meine Frau und ich reisen viel und kommen dabei in viele Städte. Wir haben den Charme dieser Orte gesehen. Er entsteht durch besondere Architektur oder besondere Kunst“, sagt Gerd-Hermann Lullic. Dadurch entstehe eine Atmosphäre, die Touristen glücklich macht.

„Wir haben festgestellt, wie arm Remscheid an räumlicher Kunst ist“, erklärt er. Das Vorhaben, eine Skulptur von Tony Cragg bauen zu lassen, habe ihn elektrisiert. „Wir waren sofort Feuer und Flamme“, sagt Lullic. „Cragg ist ein Künstler von so hohem Rang, dass er Weltbedeutung hat.“
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Wie teuer die Skulptur wird, dazu wollen Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Lullic keine Angaben machen. „Auf jeden Fall ist der Preis Lichtjahre vom Marktwert entfernt“, sagt Mast-Weisz.

Karl Heinz Humpert, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Weiterbildung, hofft, dass Craggs Skulptur die Initialzündung für weitere Kunstwerke darstellt. Die Skulptur wird nicht nur ein Symbol für den Pilgerweg sein. Auch die Städtepartnerschaft mit Pirna in Sachsen spielt eine Rolle: Denn dort wird das Kunstwerk gefertigt, berichtet TBR-Betriebsleiter Michael Zirngiebl. Faszinierend findet er den Dialog zwischen Kunst und Natur, den Tony Cragg mit seinen Skulpturen schafft.

Noch sieht der Munsterplatz in Lennep trist aus. Das soll sich schon im kommenden Jahr ändern.

Mit der Übergabe der Skulptur, die für Mitte des kommenden Jahres geplant ist, soll auch der Munsterplatz ein neues Gesicht erhalten. „Der jetzige Munsterplatz ist in die Jahre gekommen“, erklärt Zirngiebl. Eine Sichtachse zwischen dem Alten Markt und dem Munsterplatz soll entstehen.

Der Platz soll komplett neu begrünt werden. Neben Pflanzbeeten werden neue Bäume gepflanzt, die die Skulptur umgeben. Bislang im Bild störend ist die Trafostation. „Sie wollen wir mit Stauden und Hecken verdecken“, erklärt Zirngiebl. Rund um die Skulptur sind Sitzmöglichkeiten geplant sowie zusätzliche Leuchten, um die Aufenthaltsqualität auf dem Platz zu steigern. Natursteinmauern fassen den Platz ein, der über einen Treppenzugang erreicht werden kann. Auch das Pflaster des Munsterplatzes soll neu gelegt werden.

Eine halbe Millionen Euro soll der Umbau des Munsterplatzes kosten. 25.000 Euro übernimmt die EWR GmbH, 31.000 Euro kommen von den Technischen Betrieben. Der Rest wird durch Gelder aus dem Haushaltsplan gedeckt, die 2022 nicht benötigt werden.

Die Pläne werden der Bezirksvertretung und dem Rat vorgelegt. Ziel ist eine zeitgleiche Einweihung des Platzes mit der Einweihung der Skulptur.

Hintergrund

Finanzierung: Die Gelder aus dem Haushalt für den Munsterplatz stammen zum Teil aus der Investition für den Kreisverkehr Lockfinker-/Schulstraße/Am Schützenplatz, die 2022 nicht in voller Höhe benötigt werden. Der andere Teil kommt aus der Investition David-Domenicus-Straße.

Jakobusjahr: 2021 ist ein Heiliges Jakobusjahr, weil der Jakobstag (25. Juli) auf einen Sonntag fiel. Viele Veranstaltungen finden dazu statt.

Standpunkt: Es tut sich was

Ein Kommentar von Alexandra Dulinski

alexandra.dulinski@rga.de

Tony Cragg ist eine Hausnummer, und zwar eine sehr hohe. Dass Lennep eine Skulptur eines so bedeutenden Künstlers erhält, ist klasse. Endlich ist es so weit. Die Remscheider müssen bald nicht mehr in den Skulpturenpark Waldfrieden nach Wuppertal fahren, um Cragg-Kunst zu bestaunen. Das können sie demnächst hier, bei einem Bummel durch die Lenneper Innenstadt. Den Weg dort hin werden nicht nur die zahlreichen Pilger finden, sondern auch Touristen. Das kurbelt unsere Wirtschaft an. Dass zeitgleich der Munsterplatz umgestaltet werden, soll um der Skulptur einen angemessenen Rahmen zu geben, ist ein positives Zeichen: Es tut sich etwas in Remscheid. Ein neues Erscheinungsbild, mehr Grün und mehr Licht tun dem Platz gut. Wir brauchen mehr solcher aufgewerteten Räume in Remscheid. Eine Skulptur von Tony Cragg ist dafür ein toller Anlass – der nicht möglich gewesen wäre ohne das bemerkenswerte Engagement des Ehepaars Lullic.

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