Weltklassik am Klavier

Tonqualität wird tollem Spiel nicht gerecht

Der in der Ukraine geborene Artem Yasynskyy erwies sich als sympathisch, humorvoll – und als toller Pianist. Foto: Jeffrey Holmes
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Der in der Ukraine geborene Artem Yasynskyy erwies sich als sympathisch, humorvoll – und als toller Pianist.

Pianist Artem Yasynskyy spielte bei der Reihe „Weltklassik am Klavier“.

Von Peter Klohs

Remscheid. In normalen Zeiten geben die Pianistinnen und Pianisten, die mit der Reihe „Weltklassik am Klavier“ unterwegs sind, regelmäßig vor vollem Haus in der Lenneper Klosterkirche Konzerte. Aber die Zeiten sind nicht normal – und die Musiker reisen nicht. Um auch dem Remscheider Publikum einen Hauch von Ersatz anzubieten, hatten sich die Organisatorinnen, Kathrin Haarstick und Andrea Lugg, eine Zoom-Konferenz ausgedacht, in der live Klaviermusik erklingen sollte.

Am Samstagnachmittag spielte Artem Yasynskyy den zweiten Satz aus Beethovens Klaviersonate Nr. 32, op. 111. Im Vorfeld erzählte der 1988 in der Ukraine geborene Yasynskyy sehr sympathisch und in vorzüglichem Deutsch über seinen Werdegang, seinen jazzspielenden Vater sowie die der Klassik fest verbundenen Mutter und plauderte mit viel Humor über seine Erfahrungen im Musikbetrieb.

Der in Bremen lebende Pianist spielte zum Warmwerden etwas Busoni und Bach. Knapp 100 Online-Besucher hörten dann Yasynskyys Interpretation des zweiten Satzes von Beethovens letzter Pianosonate, die ausschließlich aus zwei Sätzen besteht. Der mehr als 20-minütige Variationensatz beginnt zögerlich, die Musik entwickelt sich nur langsam und entscheidet sich nicht zwischen lyrischem Schweben und zupackender Attacca. Es ist und bleibt Musik für Hirn und Gefühl.

Erst in der Mitte des Satzes, zwischen der achten und elften Minute, leben die Töne auf und es entsteht eine feine Dynamik, die niemals laut oder voluminös wird. Langsam ebbt das etwas temperamentvolle Leben wieder ab, und der Sonatensatz endet, wie er begann: nebulös und mystisch. Große Musik, gespielt von einem sensiblen und verständnisvollen Pianisten.

Leider wurde die Tonqualität der Zoom-Konferenz der feinen Musik und dem erstklassigen Spiel Yasynskyys nicht gerecht. Bei den leisen Stellen verschwanden ganze Töne, hin und wieder klang das Piano blechern und im ganzen Vortrag zu weit entfernt von den zahlreichen Zuhörern.

Natürlich war dies keine Aufnahme unter Studio-Bedingungen und man erwartete keine klanglichen Wunderdinge. Aber der vollständige Genuss an Beethovens Musik wollte sich so nicht einstellen. Interessierte Zuhörer können eine Mail an die Organisatoren senden. Sie bekommen dann eine klangtechnisch bessere Aufnahme der gehörten Musik zugesandt.

info@weltklassik.de

Via Zoom hat „Weltklassik am Klavier“ auch eine CD für Kinder vorgestellt. Mit der klassischen Musik sollen Kinder besser einschlafen.

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