Remscheid tolerant: Mahnwache gegen rechte Hetze
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Die Mahnwache, zu der das Bündnis "Remscheid tolerant" aufgerufen hatte, stand schon gut eine Stunde, bevor das Objekt des Mahnens sich zeigte: Die rechtspopulistische Kleinpartei Pro NRW kam am Freitag mit gehöriger Verspätung und einer Handvoll Anhängern auf ihrer Tour von Wuppertal an den Alleebrunnen.
Dort hatte bereits "Remscheid tolerant" mit zwei überdimensionalen Fahnen klar gemacht, was die Stadt ausmacht: Toleranz und 120 Nationen, die hier friedlich zusammenleben.
Position zeigen gegen einrassistisches Weltbild
Martin Sternkopf, in der Stadtverwaltung Leiter des Zentraldienstes Integration und Migration, ist Vorsitzender des Bündnisses. Er spricht von einer "Hetzkampagnentournee", die Gruppierung transportiere ihr "menschenverachtendes und rassistisches Weltbild" nicht zuletzt mit bereits hängenden Wahlplakaten. Auf der Alleestraße wolle man ihnen friedlich entgegentreten, um die Ablehnung dieser Parolen klar zu machen.
Immerhin 1700 Stimmen haben diese Rechten bei der letzten Landtagswahl in Remscheid bekommen. Grünen-Politikerin Beatrice Schlieper, gestern mittendrin, hält es daher für geboten, sich damit auseinanderzusetzen. Burkhard Mast-Weisz (SPD) spricht von politischer Brunnenvergiftung. Da die Fünf-Prozent-Hürde für die Kommunalwahl nicht gilt, könnten die Rechtspopulisten, je nach Wahlbeteiligung, Kandidaten durchbringen.
Polizei und Bereitschaftspolizei hatten gestern ein Auge auf das Geschehen, mussten aber nicht ernsthaft eingreifen. Polizei-Inspektionschef Robert Hall war selbst vor Ort., betonte, dass es in Remscheid traditionell friedlicher zugehe als etwa in Wuppertal.
Die provokanten Parolen der Rechtspopulisten quittierten Sprechchöre der Gegenseite mit "Nazis raus, Nazis raus!" Eine alte Dame, die an dem Stand der Rechtspopulisten vorbei ging, kommentierte das Treiben so: "Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens." Gegen 19.30 Uhr machten sich die Kontrahenten davon.
REMSCHEID TOLERANT
WARUMZiel des Aktionsbündnisses ist es, in Remscheid für Toleranz ebenso einzutreten wie für den uneingeschränkten Schutz der Demokratie, der Religionsfreiheit und der Menschenwürde.
UNTERSTÜTZERDas Bündnis "Remscheid tolerant" hat rund 350 Einzelpersonen, die die Ziele unterzeichnet haben; hinzu kommen 188 Unternehmen und Institutionen.




