Verantwortung

Tiertrainerin: Bitte jetzt nicht unüberlegt einen Hund zulegen

Katja Meis-Leven leitet am Blaffertsberg in Lüttringhausen eine Hundeschule und eine Hundetagesstätte. Foto: Oliver Leven
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Katja Meis-Leven leitet am Blaffertsberg in Lüttringhausen eine Hundeschule und eine Hundetagesstätte.

Katja Meis-Leven (30) von „Tippe Tappe Pfötchen“ berät Remscheider gern vorab.

Von Melissa Wienzek

Katja Meis-Leven (30) sorgt sich in der Corona-Krise um den besten Freund des Menschen: den Hund. Aktuell hat sie in ihrer Hundetagesstätte „Tippe Tappe Pfötchen“ eine bislang niedagewesene Situation: 80 Prozent der Tagesgäste sind Welpen und junge Hunde. „Das ist eine extreme Steigerung“, sagt die Tiertrainerin und Hundepsychologin, die am Blaffertsberg neben der Tagesbetreuung für vier Pfötchen auch eine Hundeschule leitet.

Der Knackpunkt: Viele Familien hätten sich im ersten Lockdown einen Vierbeiner angeschafft. Und nun sorgt sich die Remscheiderin darum, dass dieser Trend auch im Lockdown Nr. 2 anhält. „Ich kann es ja grundsätzlich verstehen. Die Situation ist anders als sonst.“ Mehr Freizeit, Kurzarbeit, Home Office – viele sagten sich: jetzt oder nie. „Viele schaffen sich jetzt aber unüberlegt einen Hund an. Jetzt passt es vielleicht noch, aber was ist nach dem Lockdown? Kann ich dem Hund noch in 10 bis 15 Jahren gerecht werden? Sich einen Hund anzuschaffen, ist eine längerfristige Entscheidung, die man nicht übers Knie brechen sollte.“

„Wir haben eine Verantwortung unserer Umwelt und unserem Hund gegenüber.“
Katja Meis-Leven

Die Hunde aus dem Lockdown-Frühling seien jetzt bei ihr im Training – Probleme seien schon sichtbar. Vor allem die Prägephase sei wichtig für einen jungen Hund und entscheidend für sein Leben. „In den ersten Wochen und Monaten machen Hunde sensible Erfahrungen. Die Sozialisierung muss ordentlich geschehen.“

Mit ins Büro nehmen, mit ins Restaurant nehmen – diese alltäglichen Dinge könnten derzeit wegen des Lockdowns gar nicht geübt werden. Zudem ist Gruppentraining in den Hundeschulen derzeit verboten. „Wir haben aber einen Antrag beim Ordnungsamt gestellt“, erklärt Meis-Leven. Einzeltraining sei in Remscheid nach wie vor möglich, teils aber ausgebucht. Ihre Angst: „In einem Jahr haben wir nicht optimal sozialisierte Hunde, die im schlimmsten Fall abgegeben werden.“

Die Hundepsychologin appelliert daher an all diejenigen, die derzeit überlegen, sich einen Hund anzuschaffen, das Vorhaben genauestens abzuwägen. „Man sollte sich Zeit nehmen und einen Züchter suchen, bei dem man auch mal warten muss. Oder sich im Tierheim beraten lassen.“ Keinesfalls sollten potenzielle Herrchen und Frauchen in Internet-Kleinanzeigen den Familienzuwachs auswählen – oftmals handele es sich hierbei um unseriöse Verkäufer. Gerade Welpen seien derzeit extrem gefragt.

Katja Meis-Leven bietet an, Interessierte vor dem Hunde-Kauf zu beraten. „Denn wir haben eine Verantwortung unserer Umwelt und unserem Hund gegenüber“, sagt sie.

Hier gibt es Rat und Informationen

Tippe Tappe Pfötchen: Hundeschule, Hundetagesstätte, Hundephysiotherapie, Hundetraining Katja Meis-Leven, (01 52) 25 67 43 38; E-Mail: info@ttp-hundebetreuung.de

www.ttp-hundebetreuung.de

Tierheim Remscheid: Auch hier gibt es Rat: Tel. (0 21 91) 6 42 52;

www.tierheim-remscheid.de

Verband für das Deutsche Hundewesen: Hier gibt es Infos zu Rassen, Welpen und einen Ratgeberbereich.

www.vdh.de/home/

Das Aufkommen aus der Hundesteuer liegt 54.000 Euro über der Planung.

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