Abschied

Tierarzt übergibt Praxis nach 37 Jahren

Dr. Horst Sieg (links) mit seinem Nachfolger Dr. Christoph Capellmann. Die Praxis in der Blumenstraße 46 wird sich in Zukunft etwas verändern und sich spezialisieren und mehr Personal einstellen. Eine Praxis mit Liebe und Herz wird sie aber bleiben, versprechen die Tierärzte. Foto: Michael Schütz
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Dr. Horst Sieg (links) mit seinem Nachfolger Dr. Christoph Capellmann. Die Praxis in der Blumenstraße 46 wird sich in Zukunft etwas verändern und sich spezialisieren und mehr Personal einstellen. Eine Praxis mit Liebe und Herz wird sie aber bleiben, versprechen die Tierärzte.

Dr. Christoph Capellmann folgt in der Blumenstraße auf Dr. Horst Sieg.

Von Peter Klohs

Remscheid. Für den Tierarzt Dr. Horst Sieg waren die letzten Tage in seiner Praxis in der Blumenstraße 46 hektisch. Die meisten seiner Kollegen hatten zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen. Und so war das Patientenaufkommen bei Dr. Sieg deutlich erhöht und der Tierarzt flitzte – wie sein Kollege Dr. Christoph Capellmann (37) – von einem Behandlungszimmer ins nächste.

„Aber auch in Stresszeiten gilt: Dies ist eine Tierarztpraxis mit Liebe und Herz, und sie wird es bleiben.“ Denn nach 37 Jahren ging Horst Sieg am 31. Dezember in den Ruhestand. Christoph Capellmann hat die Praxis übernommen. Im Oktober 2017 war er als Mitarbeiter in der Praxis dazugestoßen.

„Dies ist eine Tierarztpraxis mit Liebe und Herz, und sie wird es bleiben.“
Dr. Horst Sieg

Siegs Weg in die Tiermedizin war mit einigen Umwegen versehen. Zuerst studierte er Physik und Biologie, machte danach eine Ausbildung zum Medizinisch-Technischen Assistenten (MTA). Bei seiner Arbeit am Forschungszentrum Borstel lernte er einen Tierarzt kennen. „Eigentlich wollte ich in der Forschung bleiben“, berichtet Dr. Sieg, „aber es kam anders.“ Er arbeite in der Tiermedizin in Berlin, an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover, dann führte ihn sein Weg nach Zürich. „Ja, und dann bin ich halt Tierarzt geworden. Und das hat sich als Glücksgriff herausgestellt, denn ich habe beruflich und privat mein großes Glück gefunden.“ So kam er nach Remscheid. „Ich stamme aus dem Sauerland“, sagt er, „bin wie die Bergischen mit dem Regenschirm in der Hand geboren worden. Ich habe in Remscheid sozusagen eingeheiratet.“

Seine Tierarztpraxis in der Blumenstraße wurde durch das Engagement seiner Mitarbeiter sowie der Familie aufgebaut. „Die Familie muss natürlich mitspielen“, weiß der Remscheider Tierarzt. „Sieben Tage die Woche mit zwölf oder mehr Stunden Arbeit – das machen auch nicht alle mit. Meine Frau hat genau so viel Geduld wie Vertrauen“, betont er.

Seinen Nachfolger, den Rheinländer Christoph Capellmann, lernte Sieg durch einen Makler kennen. „Es gibt in den einschlägigen Medien Rubriken wie ‚Tierarztpraxis abzugeben‘ oder ‚Tierarztpraxis gesucht‘. Einen Interessenten zu finden, ist nicht einfach, denn normalerweise kommt auf drei Praxen ein Interessent. Dr. Capellmann meldete sich auf mein Ersuchen, wir haben es probiert und es passte von Anfang an. Auch die Patientenbesitzer haben Dr. Capellmann vom ersten Tag an akzeptiert und wertgeschätzt.“

Sieg sagt von sich selbst, dass er sich nun „im Abkühlbecken“ befinde. „Eigentlich habe ich hier noch einen Halbtagsjob“, gibt er bekannt. „Zumindest, wenn es nicht so hektisch ist wie heute.“ Nach seiner Tätigkeit als Tierarzt will Horst Sieg gerne im Wuppertaler Zoo tätig sein, auch an der Junior-Uni ebenda könnte er sich gewinnbringend einbringen. Und er hat sich bei der Stadt Remscheid freiwillig als Arzt zum Impfen eines Corona-Wirkstoffs gemeldet. „Ich habe so viele Tiere geimpft“, sagt er, „da sollte mir das bei Menschen auch gelingen.“

Die anstehenden Veränderungen in der Praxis in der Blumenstraße werden ohne Sieg angegangen. „Der Trend geht zur Spezialisierung“, weiß der Tierarzt. „Wir werden unsere Personaldecke aufstocken.“ Er sagt noch immer „wir“. Ganz loslassen kann er nicht.

Remscheid: Sein schönstes Erlebnis als Tierarzt

Als sein schönstes Erlebnis als Tierarzt bezeichnet Dr. Horst Sieg das Zustandekommen einer Ehe. „Auf unserem Kundenparkplatz ging eine Katze verloren. Eine unserer Mitarbeiterinnen stellte ihren Facebook-Account zur Findung der Katze zur Verfügung. Ein Mann meldete sich – den unsere Mitarbeiterin dann später geheiratet hat“, berichtet der Remscheider. Und die Katze wurde auch wieder gefunden.

Die Stadt Remscheid bereitet sich weiterhin darauf vor, die beiden Kinderarzt-Praxen, die zum Jahresende geschlossen werden sollen, zu übernehmen. Entsprechende Beschlüsse fasste der Stadtrat einstimmig.

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