Ausbau Schwarzer Weg

TBR lassen Blumenbeete in Born versiegeln

Vor ihrer Haustür im Schwarzen Weg 7 a sollen die Blumenbeete (Hortensien) neben der Garage weg. Foto: Roland Keusch
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Vor ihrer Haustür im Schwarzen Weg 7 a sollen die Blumenbeete (Hortensien) neben der Garage weg.
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Nach 28 Jahren Pflanzenbewuchs entstehen im Schwarzen Weg Kantensteine – Anwohner zweifeln den Sinn an.

Remscheid. Die morgendliche Tageszeitungslektüre ließ bei Leserin Beate Mundorf in Bergisch Born den Blutdruck steigen. Im Montags-Interview des RGA hatte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz erklärt, eine dringende Aufgabe der Zukunft sei es angesichts des Klimawandels und der damit verbundenen Gefahren, das Pflichtenheft in Remscheid mit Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen zu füllen.

Mast-Weisz nannte exemplarisch Pflaster, das wasserdurchlässig ist, begrünte Dächer und Photovoltaikanlagen. „Zudem müssen wir dafür sorgen, dass wir andere Stellen im Stadtgebiet renaturieren, also Flächen entsiegeln.“ Mit Blick auf den Straßenbau vor ihrer Haustür im Schwarzen Weg 7a erlebt die Bergisch Bornerin gerade Gegenteiliges. Blumenbeete vor ihrer Garage und einer Gartenumzäunung müssen rasch entfernt werden.

Schrammbords (Kantensteine) werden Wildblumen, Tulpen und Hortensien ersetzen. Letztere blühen gerade üppig vor dem Eigentum von Beate Mundorf (67) und ihrem Ehemann Peter Duwe (73). Die Pflanzen sind ein Hingucker. Seit sie vor 28 Jahren neben der Rudolf-Steiner-Schule bauten, wurde der schmale Randstreifen von Beate Mundorf gepflegt. Er gehört der Stadt, die Anwohnerin gärtnert darauf freiwillig. Jetzt soll diese Oase weichen. Nach der Errichtung der Bonava-Doppelhaushälften auf der einstigen Wiese, die gerade nach und nach bezogen werden, steht der finale Ausbau der Anwohnerstraße bevor mit der Erweiterung des Kreisverkehrs am Ende und einer Abschlussdecke.

TBR-Chef Michael Zirngiebl verteidigt die Maßnahme der Stadt

Dass die Grünstreifen geopfert werden, verstehen Beate Mundorf und ihr Ehemann nicht. Die Pensionäre erinnern daran, dass sie einst beim Bezug ihres Hauses verpflichtet wurden, das Dach ihrer Garage zu begrünen. Das Paar denkt nun an einen Schildbürgerstreich. „Das ist schizophren. Das Stadtoberhaupt spricht von Renaturierung und hier müssen ohne Not Blumenbeete weichen.“ Die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) hatten die Anwohner aufgefordert, Bepflanzung und Beeteinfassung bis 4. Juli zu entfernen. Einige folgten dem Aufruf, Mundorf wehrt sich: „Ich werde bis zuletzt kämpfen, dass die Blumen bleiben.“

TBR-Chef Michael Zirngiebl verteidigt die Maßnahme. Er räumte zwar in einem erklärenden Schreiben an die Betroffenen ein, dass „ ein ökologischer Verlust“ vorliege, der Ausbau des Schwarzen Weges jedoch nach den im Bebauungsplan 495 vorgegebenen Ausbaugrenzen erfolge. Und diese würden die von den Eigentümern der Häuser 1 a und 7 a als Grünstreifen genutzten Bereiche umfassen. Umständlich formuliert heißt es in dem TBR-Brief weiter: „Der Straßenausbauplan sieht hier ein sogenanntes Schrammbord vor, das zur klaren Abgrenzung der Erschließungsanlage bei Straßen im Trennprinzip bei Anwendung der Planungsrichtlinien erforderlich ist.“

Anwohner der Schwarzen Weges fürchten Straßenausbaukosten

Der Sinn erschließt sich den Anwohnern nicht. Mundorf und Duwe haben ein aktuelles, warnendes Beispiel. Bei dem Starkregen war die Waldorfschule betroffen. Mit einem C-Rohr wurde Wasser rausgepumpt auf die Straße. Weil dieses nicht mehr abfloss, staute sich die Brühe vor ihrem Haus. Burkhard Fey (Planungsamt) soll ihnen, so berichten die Betroffenen, erklärt haben, dass es sich „dabei um ein einmaliges Ereignis gehandelt habe“.

Nicht nur die Blumen müssen weg, die Anwohner wissen, dass ihnen die „Rechnung“ nach vollendetem Straßenausbau präsentiert wird. „Was finanziell auf uns bei der Beteiligung der Straßenausbaukosten zukommt, dazu hat sich die Verwaltung bisher nicht geäußert“, stellt Peter Duwe fest.

Breite einhalten

Gunter Breidbach, zuständiger TBR-Abteilungsleiter, erläutert, dass den TBR die Hände gebunden sind. Es handele sich um einen von der Politik beschlossenen Ausbauplan, der umzusetzen sei. Er verweist aber auch angesichts des kleinen Neubaugebiets am Schwarzen Weg darauf, dass, wenn die Grünstreifen blieben, auf der anderen Seite Stellplätze wegfallen würden, außerdem die erforderliche Straßenbreite einzuhalten sei.

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