Mobilität

Taxipreise könnten im Herbst steigen

Armin Schötz ist Geschäftsführer der Funk-Taxi-Vereinigung und hat selbst zwei Fahrzeuge auf den Straßen.
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Armin Schötz ist Geschäftsführer der Funk-Taxi-Vereinigung und hat selbst zwei Fahrzeuge auf den Straßen.
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Die Funk-Taxi-Vereinigung Remscheid möchte den Taxitarif um 25 Prozent steigern. Das sind die Gründe.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Nach Wuppertal zieht nun auch Remscheid nach: Die Taxipreise werden sehr wahrscheinlich auch in der Seestadt auf dem Berge ab dem Herbst steigen - vermutlich um rund 25 Prozent. Das Verfahren, um eine Preisanpassung vorzunehmen, ist angelaufen. So auch in der Nachbarstadt Solingen. In Wuppertal ist man bereits einen Schritt weiter: Dort steigt der Tarif bereits ab August um rund 25 Prozent.

Die Funk-Taxi-Vereinigung Remscheid, ein Zusammenschluss von rund 150 Fahrern mit 36 Fahrzeugen, hat laut Geschäftsführer Armin Schötz vor allem aufgrund gestiegener Personalkosten einen entsprechen Antrag bei der Stadtverwaltung eingereicht, der ab dem 1. Oktober greifen soll. Da der in Remscheid gültige Taxentarif aber in einer Rechtsverordnung festgelegt ist, braucht es einen Beschluss der Politik, um die Preise zu ändern.

„Ob unser Antrag plausibel ist, wird auch von der IHK und dem Taxiverband geprüft“, erklärt Schötz das Prozedere. „Ich denke, wir haben es gut begründet.“ Auch wenn man bereits seit vergangenem Jahr mit gestiegenen Kosten kämpfe, forciere man den erhöhten Preis nun erst für den 1. Oktober. Letzten Endes muss der Rat entscheiden.

Das sind die Gründe für steigende Taxipreise

Es sind vor allem die Lohn- und Personalkosten, die eine Erhöhung nötig machen, erklärt Schötz, der selbst zwei Fahrzeuge auf den Straßen hat. Diese machten bei ihm rund 60 Prozent der Gesamtkosten aus, der Diesel etwa 10 Prozent. Der Mindestlohn, der im Januar noch bei 9,82 Euro lag und aktuell 10,45 Euro beträgt, steigt ab Oktober auf 12 Euro brutto. Armin Schötz betont: „Es ist richtig, dass der Mindestlohn angehoben wird.“

Die Taxi-Unternehmer seien daher aber gezwungen, mehr Geld zu verlangen. Die Grundgebühr, also die Anfahrtspauschale, soll laut dem Antrag von 3,50 Euro aktuell auf 4,20 Euro steigen. Der erste Kilometer kostet zurzeit tagsüber 2,60, jeder weitere 2,30 Euro, nachts ist es jeweils 10 Cent mehr. Hier würden ab Oktober rund 25 Prozent mehr anfallen, wenn der Antrag durchgeht.

Das sagen Taxifahrer zu den hohen Spritpreisen

Taxifahrer sorgen für die Mobilität der Bürger

Armin Schötz hofft auf Verständnis. Schließlich seien die Fahrer an 365 Tagen im Jahr für die Remscheiderinnen und Remscheider da - tags, nachts, in der Not. Selbst im Lockdown. „Auch wenn es leider nicht immer so wahrgenommen wird: Wir sorgen für die Mobilität der Menschen.“

Die Oma, die ins Krankenhaus müsse, die Katze, die schnell zum Tierarzt müsse, Erkrankte, die zur Dialyse müssten, Partygäste, die Tante aus dem abgelegenen Umland - für alle sei man rund um die Uhr da. „Von daher ist das Taxi als Mobilitätsfaktor nicht wegzudenken.“ Während die Solinger und Wuppertaler Taxi-Unternehmer verstärkt auch durch den ICE-Anschluss Touristen von A nach B brächten, seien es in Remscheid eher die Krankentransportfahrten.

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Armin Schötz bringt aufgrund der gestiegenen Preise eine Idee ins Spiel: „Für einen Rentner oder einen Alleinstehenden ist das natürlich viel Geld. Hier könnte die Stadt Konzepte überlegen, um Zuschüsse zu zahlen.“ Zum Beispiel mit einem Notfall-Taxi-Ticket. Dies sei gerechtfertigt, damit alle mobil bleiben.

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