Beschwerden häufen sich

Tauben hinterlassen Kot: Stadt will häufiger reinigen

Das grüne Licht stört sie nicht. Zahlreiche Tauben leben in der Eisenbahnbrücke der Bismarckstraße.Foto: Roland Keusch
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Das grüne Licht stört sie nicht. Zahlreiche Tauben leben in der Eisenbahnbrücke der Bismarckstraße.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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Tiere nisten in der Eisenbahnbrücke der Bismarckstraße. Die Bahn AG betont: Netze dürfen nur mit ihrem Einverständnis installiert werden.

Remscheid. Im Sommer fährt Stefan Grote gern mit offenem Verdeck. Nur nicht mehr unter der Eisenbahnbrücke der Bismarckstraße. Da nämlich traf eine Taube den Bezirksbürgermeister des Südbezirks mit ihren Hinterlassenschaften zielgenau aufs Haupt. „Danach habe ich Lotto gespielt“, erzählt der SPD-Mann und Unternehmer. „Hat aber nichts genutzt.“

Anderen ist das Schmunzeln längst vergangen. Denn, der RGA berichtete mehrfach: Die Tauben, die in der Bahnunterführung nisten, hinterlassen auf Bürgersteig und Fahrbahn eine fingerdicke glitschige Masse.

Klaus Walder, der als Ehrenamtler den Bürgerbus durch Remscheid steuert, findet das nicht nur eklig, sondern auch gefährlich. „Müssen durch Taubendreck im Gesicht erst Menschen ernsthaft krank werden?“, fragt er in einem Schreiben, das er an die Deutsche Bahn AG sandte: „Muss sich Oma Weppler auf dem glitschigen Taubendreck erst den Oberschenkelhals brechen?“

Die DB Netz AG, die für Gleise und Brücken zuständig ist, antwortete und nahm Bezug auf die Verwaltungsgerichte, wonach „die DB Netz AG für Verschmutzungen durch Taubenkot als Zustandsstörer nicht in Anspruch genommen werden“ kann. „Daraus folgt, dass Taubenvergrämungsmaßnahmen durch die jeweilige Stadt zu veranlassen sind“, erklärt das Unternehmen und stellt anschließend klar: „Falls Netze oder dergleichen an unseren Bauwerken befestigt werden sollen, sind derartige Maßnahmen mit uns abzustimmen.“

In Remscheid wurde bislang nichts Derartiges abgestimmt. So richtet sich zum Beispiel das grüne Licht, das die Stahlträger der Brücke im Dunkeln erhellt, keineswegs gegen nistenden Stadttauben. Tatsächlich sollen die Stahlträger bei Nacht einfach schöner aussehen. 2017 hatten die Verkehrstechniker der Stadt dazu ein Unternehmen als Sponsor gewonnen. Seither erstrahlen auf beiden Seiten der Brücke jeweils die ersten drei Stahlbögen in Grün. Etwas Ähnliches gibt es am Kölner Hauptbahnhof.

Die Tauben beziehungsweise das, was sie hinterlassen, wurde unterdessen Thema in der Bezirksvertretung Süd. Nicht, weil deren Vorsitzender Stefan Grote in seinem Auto selbst zum Ziel der Tiere geworden war, sondern weil sich die Beschwerden in den Wintermonaten einmal mehr häuften. Ergebnis: „Die Verwaltung hat uns versprochen, dass die Technischen Betriebe den Bürgersteig und die Fahrbahn häufiger reinigen“, berichtet Stefan Grote. Mehr sei nicht zu machen.

Das Füttern von Tauben ist in Remscheid verboten

Übrigens: Wer Tauben füttert, begeht in Remscheid eine Ordnungswidrigkeit. Das hält Menschen, die sich selbst Tierfreunde nennen, nicht davon ab, den Vögeln Brotreste oder Körner zuzuwerfen. „Unter der Neuenkamper Brücke liegen oft Tüten voller Mais“, sagt Stefan Grote und weiß mithin genau, wem er den Klecks auf seinem Kopf eigentlich zu verdanken hatte.

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