Aktion

Tatort Toilette: Kampagne gegen Abfall im Klo

Andreas Küthe, Renate Over, Michael Zirngiebl (jeweils TBR), Lydia Schwertner (Verbraucherzentrale) und Rolf Keifenheim (TBR, v. l). weisen mit Slogans auf Kanaldeckeln auf die Kampagne hin. Foto: Roland Keusch
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Andreas Küthe, Renate Over, Michael Zirngiebl (jeweils TBR), Lydia Schwertner (Verbraucherzentrale) und Rolf Keifenheim (TBR, v. l). weisen mit Slogans auf Kanaldeckeln auf die Kampagne hin.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
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Technische Betriebe und Verbraucherzentrale Remscheid informieren gemeinsam über die Folgen

Remscheid. Die Zahlen sprechen für sich: Laut Statistik der Technischen Betriebe (TBR) entsorgte der durchschnittliche Remscheider im vergangenen Jahr 5,8 Kilogramm Abfall in der Toilette. Dadurch seien Mehrkosten in Höhe von 150 000 Euro entstanden – unter anderem, um Schäden in der Kanalisation zu beheben und den zusätzlichen Aufwand in der Kläranlage zu finanzieren, erklärt Geschäftsführer Michael Zirngiebl. Im Schulterschluss starten TBR und Verbraucherzentrale nun eine Aufklärungskampagne. Ziel ist es, die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen des Fehlverhaltens aufzuzeigen.

Wie soll die Kampagne funktionieren?

TBR und Verbraucherberatung setzen auf gezielte Ansprache und nutzen die neuen Medien. „Wir wollen das Thema aus der Schmuddelecke holen“, erklärt Renate Over, die bei den Technischen Betrieben mit dem Gewässerschutz betraut ist. „Und wir wollen sensibilisieren, was mit einem einzigen Handgriff angerichtet wird“, ergänzt die Leiterin der Verbraucherzentrale Lydia Schwertner. Dazu wurden auf der Alleestraße Kanaldeckel mit Graffiti besprüht. Diese weisen unter anderem auf die Internetadresse hin, unter der es weitere Infos gibt – www.kmia.de. Wer den Kanaldeckeln folgt, landet an der oberen Allee, wo Donnerstag, 7. Oktober, von 11 bis 18 Uhr Mitarbeiter an einem Stand Fragen beantworten. Einen Film gibt es hier:

www.tatort-toilette.de

Was gehört denn überhaupt in die Toilettenspülung?

Ausschließlich „das kleine und große Geschäft und Toilettenpapier“, heißt es. Schäden richten selbst Haarbüschel an. „Gerade in Kombination mit Feuchttüchern bilden sie einen Zopf an den Pumpen in der Kanalisation. Das zu beseitigen, ist eine üble Aufgabe“, erklärt TBR-Geschäftsführer Michael Zirngiebl.

Wohin denn mit Medikamenten, die ihre Ablaufzeit überschritten haben?

Keinesfalls ins Abwasser. Die Präparate sorgen für erheblichen Mehraufwand in den Klärwerken und sind dort eine Umweltsünde. „Sie gehören in den Restmüll“, erläutert der TBR-Geschäftsführer. „Am besten gut verpackt in einer Papiertüte.“ In der Müllverbrennung bei Temperaturen von 1000 Grad bleibe von ihnen „nichts mehr übrig“. Und: Flüssige Medikamente mitsamt Flasche entsorgen. Auch diese gehört in den Restmüll.

Welche Folgen haben Mieter oder Hausbesitzer zu erwarten, die sich nicht an die Spielregeln halten und Lebensmittel oder Fette in der Toilette entsorgen?

Das wird schnell unangenehm. Fette können zu Verstopfungen in den Hausleitungen führen. Speisereste sind nicht nur Gift für die Kanalisation, sondern ziehen auch Ratten an. Deren Bekämpfung sei kompliziert. Zirngiebl: „Das sind schlaue Tiere, die sich auf neue Strategien sehr schnell einstellen können.“

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