Helft uns helfen

Tafel und Frauenhaus: Der RGA hilft in der Not

Der Tafel-Vorsitzende Frank vom Scheidt zählt immer mehr Kunden bei den Ausgaben wie hier an der Wülfingstraße. Bald könnte es eng werden. Nur mit einer größeren Spende kann auch nächstes Jahr noch Obst und Gemüse zugekauft werden.
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Der Tafel-Vorsitzende Frank vom Scheidt zählt immer mehr Kunden bei den Ausgaben wie hier an der Wülfingstraße. Bald könnte es eng werden. Nur mit einer größeren Spende kann auch nächstes Jahr noch Obst und Gemüse zugekauft werden.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Die Wohltätigkeitsaktion feiert 40-jähriges Bestehen. Leserinnen und Leser spenden wieder.

Die SkF-Geschäftsführerin Magdalena Weber (l.) und Frauenhaus-Leiterin Karin Heier im Gespräch mit einer Bewohnerin.

Remscheid. Corona, Ukraine-Krieg, Energiekrise, Inflation und gestiegene Lebenshaltungskosten: Eine Notlage jagt die nächste. Und gerade diejenigen, die ohnehin schon nicht viel haben, treibt all das direkt in die Armut. Viele Familien, Alleinerziehende und Senioren mit kleiner Rente wissen nicht mehr weiter. Diesen Remscheiderinnen und Remscheidern will der RGA erneut helfen: mit seiner Wohltätigkeitsaktion Helft uns helfen.

Dieses Jahr feiert die RGA-Hilfsaktion 40-jähriges Bestehen. Seit vier Jahrzehnten lindert der Tüpitter bereits die Not der Menschen in seiner eigenen Stadt. So sind bereits etwa 1,6 Millionen Euro für Hilfebedürftige zusammengekommen – und das alles nur dank der großzügigen Unterstützung unserer Leserinnen und Leser, denen ihre eigene Stadt genauso am Herzen liegt wie uns. Und heute startet Helft uns helfen wieder.

„Helft uns helfen“ Remscheid

Dieses Jahr unterstützen wir die Remscheider Tafel und das Frauenhaus. Übrigens war das Frauenhaus auch das erste Projekt, das Helft uns helfen vor 40 Jahren unterstützt hat. Mittlerweile hat sich die Einrichtung in Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Remscheid e. V. natürlich weiterentwickelt. Das moderne Frauenhaus mit schlüssigem Sicherheitskonzept bietet Platz für acht bis neun Frauen und bis zu 13 Kinder. Sie haben Gewalt erlebt, prügelnde Männer, waren ihren Peinigern gänzlich ausgeliefert – und erhalten nun im Frauenhaus Schutz und Fürsorge. Die Kinder sind oft genauso belastet wie ihre Mütter. Manche zeigen es, manche nicht, manche versuchen, eine Rolle zu spielen und ihre Mama zu schützen. Sie benötigen besonders viel Liebe und Verständnis. „Die Frauen kommen mit einem Paket an Problemen zu uns und brauchen viel Unterstützung“, erklärt Frauenhaus-Leiterin Karin Heier.

Das Problem: Die vier Vollzeitkräfte werden nur anteilsmäßig vom Land finanziert, eine Regelfinanzierung gibt es nicht. Den Rest muss der Verein SkF erbringen. Und das Team kommt in seiner täglichen Arbeit an seine Grenzen. Karin Heier und ihre Kolleginnen kommen kaum noch nach, die Plätze sind immer voll, der Bedarf ist groß. Oberste Priorität hat dabei aber immer eines: „Wir müssen die Kinder aus der Gewalt kriegen“, sagt Heier.

Bereits 1050 Euro sind auf dem Spendenkonto

Auch die Remscheider Tafel e. V. kommt an ihre Grenzen. Im April/Mai, als die Ukraine-Flüchtlinge ankamen, gab es einen großen Schub: Seitdem hat sie 30 Prozent mehr Kunden. „Parallel dazu merken wir, dass Lebensmittelgeschäfte besser kalkulieren und weniger für uns übrig bleibt“, sagt der Vorsitzende Frank vom Scheidt. „Wenn im nächsten Jahr die Zahlen wegen der Inflation und der Energiekosten weiter steigen, dann wären wir am Limit“, sagt er ganz klar. Denn Obst und Gemüse muss die Tafel mittlerweile auf dem Großmarkt dazukaufen, weil viel weniger bei ihnen ankommt und es mehr Kunden gibt. Das mache allein 3000 Euro im Monat aus – hochgerechnet aufs Jahr also 36 000 Euro. „Das werden wir ohne weitere deutliche Spenden nicht aufrechterhalten können.“ Bis Januar, Februar sei es noch gesichert. Aber was danach ist, steht in den Sternen.

Etwa 750 Köpfe zählt die Tafel zurzeit, vor dem Krieg waren es 550. Darunter sind auch viele Familien, Alleinerziehende, Senioren mit kleiner Rente, Niedriglöhner. „Es ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, betont Ullrich Dettmar vom Vorstand. Sie alle erhalten an acht Ausgabestellen an fünf Tagen die Woche das Wichtigste zum Leben, viele Ehrenamtler packen hier mit an – und zwar das ganze Jahr.

Beide Projekte findet der Tüpitter lobenswert. Daher unterstützt er diese wichtige Arbeit mit seiner Wohltätigkeitsaktion. Bereits 1050 Euro sind auf dem Spendenkonto. Nicht nur RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg hat bei seiner Lesung Geld für Helft uns helfen eingenommen, sondern auch Denise Wendland in ihrem Familiencafé (siehe unten). Zudem haben einige Remscheiderinnen und Remscheider auch über das Jahr hinweg gespendet. Für Ihre Spenden, liebe RGA-Leserinnen und Leser, bedanken wir uns jetzt schon ganz herzlich! Das Geld kommt ohne Abzüge, direkt und unbürokratisch der Tafel und dem Frauenhaus zugute. In den nächsten Wochen werden wir die beiden Einrichtungen und ihre Arbeit genauer vorstellen.

Vergangenes Jahr kamen stolze 48 576 Euro für die Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land und die Selbsthilfegruppe „Hör mir zu!“ für pflegende Angehörige von Demenzkranken zusammen. Für dieses Jahr hofft der Tüpitter erneut auf viele Spenden, mögen sie noch so klein sein – jeder Cent zählt.    

Spenden

Die Kontodaten finden Sie stets im Logo. Ab einem Betrag von 200 Euro gibt es automatisch eine Spendenquittung. Wer nicht als Spender mit seinem Namen in der Zeitung abgedruckt werden möchte, sollte bei der Überweisung im Verwendungszweck „keine Veröffentlichung“ angeben.

Standpunkt von Melissa Wienzek: Eine lobenswerte Arbeit

melissa.wienzek@rga.de

Sie setzen sich für andere Menschen in ihrer eigenen Stadt ein, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen – und das über das Maß hinaus: das Team des Remscheider Frauenhauses und das Team der Tafel. Auch viele Ehrenamtler sind hier im Boot. Sie alle versuchen, in der Not zu helfen. Seien es die Frauen und Kinder, die Gewalt erfahren haben oder die Kunden der Tafel, die nicht genügend Geld für Lebensmittel besitzen. Und auch darunter sind viele Familien.

Wir finden: Beides ist unbedingt unterstützungswürdig. Und verdient Respekt und Anerkennung. Damit diese wichtige Arbeit bei uns vor Ort fortgeführt werden kann, sind beide Projekte auf Spenden angewiesen. Wir hoffen, mit Helft uns helfen einen Teil dazu beitragen zu können. Für Ihre Spenden, liebe Leserinnen und Leser, sagen wir jetzt schon ganz herzlich danke! Seien Sie sicher: Jeder Cent geht nicht nur direkt an die beiden Einrichtungen, sondern ist auch noch gut angelegt.

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