Engagement

Remscheider Tafel: Mehr Kunden, weniger Spenden

Seit beinahe 25 Jahren rettet der Verein Remscheider Tafel Lebensmittel.
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Seit beinahe 25 Jahren rettet der Verein Remscheider Tafel Lebensmittel.

Der neue Vorstand ist der alte. Die finanzielle Lage ist stabil.

Von Peter Klohs

Remscheid. Seit beinahe 25 Jahren ist es dem Verein Remscheider Tafel ein Anliegen, qualitativ gute Lebensmittel, die entsorgt werden sollen, zu retten und der Allgemeinheit wieder zur Verfügung zu stellen. Der Grundansatz des Vereins ist es, der Lebensmittelverschwendung und –vernichtung entgegenzuwirken. Die Lebensmittel werden an Bedürftige ausgegeben. Seit Jahren verfolgen stabil rund 100 Mitglieder diese Aufgabe.

Jährlich findet die Mitgliederversammlung statt, der Vorstand wird alle zwei Jahre gewählt. Beides kam am Mittwochabend zusammen. Mehr als 20 Mitglieder und Interessierte hatten sich im kleinen Sitzungssaal des Rathauses zusammengefunden.

Kassierer Karl Strock (v. l.), Ehrenamtsbeauftragte Angela Pistorius, Vorsitzender Frank vom Scheidt, Schriftführerin Bettina Stamm sowie der 2. Vorsitzende Ulrich Dettmar.

Nachdem die bei Mitgliederversammlungen üblichen Formalitäten erledigt waren, berichtete der 1. Vorsitzende, Frank vom Scheidt, über das vergangene Geschäftsjahr. „Corona hat unsere Arbeit nicht behindert“, sagte vom Scheidt, „aber der Ukraine-Krieg wirkt sich aus.“ Seit April habe sich die Kundenzahl der Tafel erheblich erhöht, was zum großen Teil an ukrainischen Geflüchteten liege. Die Spenden aber ließen nach, so dass man sich an die Stadtspitze wandte. Gemeinsam habe man Abhilfe schaffen können.

Aufgrund einiger Großspenden gelang es der Tafel, Lebensmittel zuzukaufen. Abschließend stellte der Vorsitzende fest, dass die Arbeit der Tafel mittelfristig nicht gefährdet sei. „Wir planen keinen Aufnahmestopp der Kunden.“ Vom Scheidt bezog sich damit auf die Tafel in Wuppertal – die nimmt keine neuen Kunden mehr auf.

„Wir planen keinen Aufnahmestopp der Kunden.“

Frank vom Scheidt, Vorsitzender

Kassierer Karl Strock berichtete über die finanzielle Lage des Vereins, die sich positiv darstellt. Das Vermögen beziffert sich auf über 200 000 Euro. „Und damit können wir ohne weitere Spenden zwei Jahre arbeiten“, sagte Strock. Allerdings plane die Tafel für das Jahr 2023 mit einem Minus von rund 30 000  Euro. „Was der Verein aber verkraften kann“, fügte der Kassierer hinzu.

Preissteigerung: Die Tafel kann hohe Kosten bislang abfedern

Wenig Überraschungen ergaben die Neuwahlen des Vorstandes, der komplett wieder kandidierte: Ohne Gegenkandidaten sieht der neue Vorstand exakt wie der alte aus. Jeweils bei eigener Enthaltung wurden in ihren Ämtern bestätigt: Frank vom Scheidt als 1. Vorsitzender, Ulrich Dettmar als 2. Vorsitzender, als Ehrenamtsbeauftragte fungiert nach wie vor Angela Pistorius, als Kassierer Karl Strock und als Schriftführerin Bettina Stamm.

In der die Veranstaltung abschließenden Diskussion wurde über die „Konkurrenz“ Food Sharing gesprochen und festgestellt, dass die Lebensmittelretter einen anderen Ansatz verfolgen. Eine echte Konkurrenz sei das also nicht.

Vom 22. Dezember 2022 bis zum 6. Januar 2023 bleibt die Remscheider Tafel geschlossen.

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