Versorgung

Die Tafel hofft auf weitere Spenden

Die Tafelkunden können in acht Remscheider Ausgabestellen Lebensmittel kaufen. Sie müssen zuvor aber ihre Bedürftigkeit nachweisen und erhalten dann vom Team einen Berechtigungsnachweis. 650 Menschen nutzen dieses Angebot regelmäßig. Foto: Michael Schütz
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Die Tafelkunden können in acht Remscheider Ausgabestellen Lebensmittel kaufen. Sie müssen zuvor aber ihre Bedürftigkeit nachweisen und erhalten dann vom Team einen Berechtigungsnachweis. 650 Menschen nutzen dieses Angebot regelmäßig.
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Kurz vor Weihnachten gab es einen Versorgungsengpass an Ausgabestellen.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Es war kurz vor Weihnachten, als die Tafel kurzfristig einen Versorgungsengpass verzeichnete: Die Nachfrage bedürftiger Menschen nach Lebensmitteln war größer als das Angebot, blickt der Vorsitzende der Initiative Frank vom Scheidt zurück. In den vergangenen Wochen habe sich die Lage zwar entspannt. „Aber dennoch würden wir uns freuen, wenn uns weitere Händler Waren zur Verfügung stellen. Insbesondere Obst und Gemüse werden dringend benötigt,“ appelliert er an die Hilfsbereitschaft.

30 Supermärkte in Remscheid und Umgebung gehen mit gutem Beispiel voran und spenden dem Verein vieles, was nicht mehr als verkäuflich gilt – von Nudeln oder Konserven, die ihr Mindesthaltbarkeitsdatum fast erreicht haben, bis zu Bananen oder Orangen, die als B-Ware aussortiert wurden.

Von all dem profitieren bis zu 650 Menschen, die laut aktueller Statistik an den acht Ausgabestellen in Remscheid regelmäßig einkaufen. Drei Euro kostet das Lebensmittelpaket. Dieses stellen die ehrenamtlichen Helfer nach den individuellen Wünschen der Kunden aus dem vorhandenen Sortiment zusammen.

Remscheid: Zehn Monate verzichtete die Tafel auf Einnahmen

2020 sei die Zahl der Nutzer stetig gestiegen. „Möglicherweise hat dazu beigetragen, dass wir zehn Monate auf den Abgabepreis verzichten konnten“, erläutert Frank vom Scheidt.

Dies machten Spenden möglich – vor allem eine finanzielle Zuwendung der Bethel-Stiftung in Höhe von 60 000 Euro. Nun aber ist die Tafel wieder zur Drei-Euro-Regel zurückgekehrt. „Denn die Einnahmen sind für uns ein wesentlicher Faktor, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können“, begründet der Vorsitzende.

Dahinter steckt eine ausgeklügelte Logistik. Vier Fahrzeuge stehen dem Verein zur Verfügung, um die Waren aus den Supermärkten zur Tafel-Zentrale an der Wülfingstraße in Lennep zu transportieren. Dort werden sie gelagert und anschließend auf die Reise zu den acht Abgabestellen geschickt, die ein- bis zweimal in der Woche geöffnet sind – auch in Corona-Zeiten. „Wir sind systemrelevant, wie uns von der Stadtverwaltung bescheinigt wurde“, erklärt Frank vom Scheidt, der Wert darauf legt, die Helfer vor Gesundheitsgefahren zu schützen.

„Gerade im letzten Jahr haben wir große Solidarität erlebt.“
Frank vom Scheidt, Vorsitzender der Remscheider Tafel

Dazu zählt unter anderem, dass strikte Abstandsregeln beachtet werden. Beim Einlass müssen sich die Kunden in Geduld üben. Sie dürfen nur einzeln die Ausgabestellen betreten. „Das führt dazu, dass sie vor den Gebäuden warten müssen, was gerade im Winter ungemütlich sein kann“, berichtet der Vorsitzende, der seit 2018 die Initiative im Ehrenamt leitet.

Dies sei eine Aufgabe, die ihm nach wie vor Spaß mache. „Gerade im letzten Jahr haben wir große Solidarität erlebt“, führt vom Scheidt zahlreiche Spenden an, auf die der Verein angewiesen sei. Auch der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung zollt er Lob. So sei es auch während der Lockdown-Phasen gelungen, den Betrieb fortzuführen.

Dafür sorgten neben den drei hauptamtlichen Mitarbeitern bis zu 80 Helfer, die in den Ausgabestellen die Ärmel hochkrempelten – unter anderem in der Lenneper Zentrale an der Wülfingstraße oder im Vaßbender-Saal an der Schulgasse in der Remscheider Innenstadt.

Ohne sie würde das Konzept nicht funktionieren. Umso erfreulicher sei es, dass sich nach wie vor Interessenten für das Ehrenamt bei der Tafel melden. „Das galt insbesondere für das vergangene Jahr“, bilanziert der Vorsitzende mit Blick auf sein Team, das sich auch während der Pandemie für bedürftige Menschen einsetzt.

Acht Ausgabestellen

Acht Ausgabestellen für Lebensmittel hält die Tafel in Remscheid vor: Tafel-Zentrale, Wülfingstraße 1– montags ab 11 und donnerstags ab 11.30 Uhr. Vaßbender-Saal, Schulgasse – donnerstags ab 11 Uhr. Kultshock, Stockder Straße 142 – montags ab 11 Uhr. Versöhnungskirche, Burger Straße 23 – dienstags ab 10.30 Uhr. Gartenheim, Hackenberger Straße – mittwochs ab 11 Uhr. Katholische Gemeinde, Wilhelmstraße 20d –mittwochs ab 11 Uhr. CVJM-Heim, Gertenbachstraße 38 – freitags ab 11 Uhr.

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