Die Tafel braucht Obst- und Gemüsespender

Auch wenn die Zeiten schwer sind für die Remscheider Tafel, haben der Vorsitzende Frank vom Scheidt (rechts) und sein Mitarbeiter Spaß an der Arbeit. Foto: Roland Keusch
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Auch wenn die Zeiten schwer sind für die Remscheider Tafel, haben der Vorsitzende Frank vom Scheidt (rechts) und sein Mitarbeiter Spaß an der Arbeit.

Der Verein ist gut durch die Krise gekommen und will künftig die Nutzer digital registrieren.

Von Stephanie Licciardi

Remscheid. Das Jahr 2020 war für den Verein mit vielen Herausforderungen und Aufgaben verbunden. Vor allem der Corona-Lockdown war eine Herausforderung für den Vorsitzenden Frank vom Scheidt und seinem Team. „Wir durften immerhin in Absprache mit der Stadt Remscheid unsere sieben Ausgabestellen öffnen, da wir als systemrelevant gelten“, erzählt der Vorsitzende.

Auch die Spendenbereitschaft, monetär sowie Lebensmittel, seien insgesamt recht erfreulich gewesen. „Vor allem im März und April hatten wir mehr verfügbare Lebensmittel abzugeben.“ Um den logistischen Aufwand auch personell stemmen zu können, sei die Kooperation mit den Remscheider Foodsharern mehr als willkommen gewesen. Schließlich gehöre der Großteil der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel zur Risikogruppe, so Frank vom Scheidt.

Remscheid: Tafel kommt durchaus gestärkt aus der Krise

Unter Auflagen konnten Lebensmittel an den Stationen ausgegeben werden. Der Zugangsbereich, sonst jeweils für fünf Kunden zugänglich, dürfe nur noch einzeln betreten werden. Die Ausgabestellen sind aufgeteilt und coronagerecht abgeschirmt. „Unser Anliegen war es, die Tafel weiter offen zu halten.“ Während dieser Zeit habe die Tafel auch auf die für Kunden obligatorischen drei Euro verzichtet. Dies war möglich, da der Verein eine mit 60 000 Euro dotierte Spende der Bethel-Stiftung erhielt. Bis Ende des Jahres, so vom Scheidt, verzichtet der Verein weiterhin auf den Obolus. „Ansonsten sind wir durchaus gestärkt aus der Krise herausgekommen“, ergänzt vom Scheidt weiter.

Ein Projekt, dass der Verein noch in diesem Jahr vorantreiben möchte, ist die digitalisierte Erfassung der Kunden. Nach einer händischen Erfassung der Kunden habe sich herausgestellt, dass circa 300 Kunden wöchentlich die Tafel aufsuchen. „Wir schätzen, dass etwa 700 Menschen insgesamt das Angebot nutzen“, meint der Vorsitzende.

Tafelausweise sollen künftig digital erfasst werden

Um diese Daten genauer registrieren zu können, sollen künftig die Tafelausweise an den Stationen durch ein Scannergerät erfasst werden. „Die Digitalisierung hält auch bei uns Einzug“, so von Scheidt. „Und so erfahren wir genauere Zahlen, wie viele Menschen tatsächlich unser Angebot nutzen und darauf angewiesen sind.“ Auch wenn die Zahl an Bedürftigen in den vergangenen Jahren nach Schätzung des Tafel-Teams konstant geblieben ist, möchten die Ehrenamtler weiterhin ein Bewusstsein für die Bedeutung der Lebensmittel schaffen und einer Verschwendung entgegenwirken.

Offen sei hingegen weiterhin, ob die Remscheider Tafel ihr geplantes Projekt „Tischlein deck’ dich“, eine Essensausgabestelle in der Lenneper Altstadt, gemeinsam mit der Augusta Hardt Horizonte nochmals ins Rollen bringt. „Gespräche mit Geschäftsführer Bernd Steinhoff von der AHH sind auf jeden Fall geplant.“

Sorgen hingegen machen ihm und Mitarbeiter Ingo Wessel frische Nahrungsmittel wie Obst, Gemüse und Milchprodukte. „Wir suchen dringend Einzelhändler, die uns dahingehend unterstützen und uns Milch, Obst und Gemüse abgeben.“ Ingo Wessel schätzt, dass rund 30 Prozent weniger Lebensmitteln an die Tafeln gespendet werden. Er erklärt sich das mit der „Anpassungszeit während des Lockdowns“. „Die Einzelhändler bestellten in dieser Zeit Waren gezielter auf die Kunden ausgerichtet und mitunter weniger, so dass die Supermärkte demnach weniger abzugeben hatten.“

Die Remscheider Tafel

Die Remscheider Tafel entstand aus der Idee heraus, Lebens- und Nahrungsmittel vor der Entsorgung zu bewahren und zu teilen. Der Verein ist gemeinnützig aufgestellt, bei dem Ehrenamtlern an insgesamt sieben Ausgabestellen tätig sind. Informationen gibt es unter tafelremscheid.de

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