RGA vor Ort

Im Stadtteil Süd entstehen gleich drei neue Kitas

Hier entsteht die neue Kita Oststraße – direkt neben der Dörpfeldschule. An dieser Stelle stand zuvor die alte Hausmeisterwohnung. Foto: Doro Siewert
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Hier entsteht die neue Kita Oststraße – direkt neben der Dörpfeldschule. An dieser Stelle stand zuvor die alte Hausmeisterwohnung.

An der Sedanstraße und der Oststraße könnte es bald losgehen – Neuer Investor an der Burger Straße.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Der kleinste Stadtteil Remscheids hat Glück: Hier entstehen nicht nur drei neue Kindertagesstätten auf einen Schlag, sondern die Stadt schafft auch mehr Plätze, als laut der Bedarfsrechnung nötig wären. „Das ist für den Süden schon mal gut“, sagt der städtische Kita-Planer Werner Grimm. Den höchsten Bedarf in der gesamten Stadt hat übrigens Alt-Remscheid.

2015/2016 stand die Stadt erstmals vor dem Problem: Es fehlten Kitaplätze. Die Verwaltung ließ den Bedarf ermitteln. Ergebnis: 702 Plätze fehlten für ganz Remscheid. Vor 1,5 Jahren wurde noch einmal nachgerechnet. Ergebnis: Es fehlten weitere 421 Plätze. Also insgesamt 1123 für ganz Remscheid. Für den Südbezirk wurden von diesem Gesamtbedarf 249 fehlende Plätze ermittelt. „Es handelt sich dabei um einen theoretisch ermittelten Wert“, erklärt Werner Grimm.

Das funktioniere so: Das Jugendamt erhält aktuelle Zahlen vom Einwohnermeldeamt.

Zum Beispiel, wie viele Kinder geboren wurden, wie viele derzeit in welchem Stadtteil leben. Danach erstellen die Experten eine Hochrechnung. Doch das Leben verändert sich, und so auch die Zahlen. „Wie viele Kinder in zwei Jahren noch an derselben Adresse wohnen, weiß man ja nicht. Daher wird immer wieder neu angepasst“, erklärt Grimm.

15 von den 249 im Südbezirk notwendigen Plätzen seien bereits durch die Waldgruppe in der Kita Steinackerstraße entstanden. Die drei Einrichtungen, die bald neu gebaut werden, bieten zudem Platz für weitere 260 Kinder. Wir erklären an dieser Stelle den aktuellen Sachstand der drei geplanten Kindertagesstätten.

Kita an der Sedanstraße:

Bei diesem Bauvorhaben ist es zu Verzögerungen gekommen. Der Grund: Zwischen dem Investor, die Firma Lindex Projektierungs GmbH aus Paderborn, und den Technischen Betrieben Remscheid (TBR) gab es noch Abstimmungsbedarf beim Erschließungsvertrag. Und der ist aufwendig. „Dieser regelt jedes noch so kleine Detail – vom Bordstein über den Kanal bis zur Beleuchtung“, sagt Grimm. Das Problem des Grundstücks: Es war nicht erschlossen. Der gültige Bebauungsplan aus den 90er Jahren erfordert einen Wendehammer in der engen Straße – diesen wird die Firma Lindex nun im Namen der TBR errichten. Das wird in einem Erschließungsvertrag geregelt. Denn: ohne Erschließung kein Bauantrag.

Besagter Vertrag ist nun vom Notar unterzeichnet worden – damit gilt das Grundstück als erschlossen. Die Wendeanlage könne nun parallel zur Kita entstehen, sagt Grimm. Der Bauantrag liegt der Stadt bereits vor. Er kann jetzt bearbeitet werden. „In der Regel dauert so etwas zwei bis drei Monate.“

80 Plätze entstehen in der neuen viergruppigen Kita Sedanstraße – direkt gegenüber der Walther-Hartmann-Grundschule. Träger der „Weltkinder Kita Sedanstraße“ wird das gemeinnützige ISS-Netzwerk.

Kita an der Oststraße:

Eigentlich sollte die neue viergruppige Einrichtung bereits am 30. Juni öffnen. So lautete zumindest der Plan des Investors, der Stadtsparkasse Remscheid, im Oktober 2019, als sie die Pläne in der Bezirksvertretung vorstellte. „Das Bauantragsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Es fehlt noch etwas, was der Investor nachliefern muss“, erklärt Werner Grimm den aktuellen Stand.

Auch hier verzögert sich der geplante Baustart also etwas. Die Stadtsparkasse errichtet den Neubau in Modulbauweise – so etwas geht erfahrungsgemäß schnell. Die alte Hausmeisterwohnung neben der Dörpfeldschule, die für den Kita-Neubau weichen muss, ist bereits abgerissen worden.

80 Plätze entstehen in der neuen Einrichtung, die sich direkt neben der Dörpfeldschule befindet. Träger ist der Verein „Die Verlässliche“. Eine Elterninitiative wird die Einrichtung betreiben. Auch die Dörpfeldschule profitiert von der neuen Kita: Zwar muss sie einen Teil des Schulhofs abgeben, dafür wird die jetzige Asphaltwüste aber für 240 000 Euro mit Spielgeräten neu gestaltet.

Kita an der Burger Straße: 

Überraschung: Der Investor hat gewechselt. Die Kidinvest, eine Tochter der Düsseldorfer Signa Funds GmbH, hat das 5800 Quadratmeter große Areal an die EPB Bauträger GmbH aus Dortmund verkauft. Aber auch dieser plane das Gleiche – es bleibe bei einer Kita mit 100 Plätzen an jenem Standort, betont Grimm. „EPB hat sich auch schon mit dem Träger, der Elterninitiative der Awo, zusammengesetzt.“ Genauso wie Kidinvest strebt EPB wohl eine Zweitnutzung der alten Mannesmann-Villa aus dem Jahre 1910 an.

Das Unternehmen will laut Grimm in Kürze die Entwürfe anpassen, vermutlich werden diese nach den Sommerferien präsentiert. „Es handelt sich hierbei übrigens um die gleiche Firma, die auch die Kita an der Arturstraße gebaut hat.“ Mit EPB als Generalunternehmer habe man gute Erfahrungen gesammelt.

Kidinvest hatte im Vorfeld erste Pläne vorgelegt und eine Bauvoranfrage gestellt. Diese wurde positiv beschieden. Der Investorwechsel war also der Grund, warum es hier nicht voranging. „Viele haben mich schon danach gefragt“, sagt der Kita-Planer.

Remscheid: Am 12. August tagt die Bezirksvertretung

Werner Grimm geht davon aus, dass es an der Sedan- und an der Oststraße in Kürze losgeht.

Werner Grimm ist Kita-Planer bei der Stadt.

„Theoretisch könnten die beiden Einrichtungen zum Ende des kommenden Halbjahres fertig sein.“ Im nächsten halben Jahr wird sich also wieder etwas tun im Süden. Die neuesten Entwicklungen will der städtische Kita-Beauftragte in der Sitzung der Bezirksvertretung Süd am 12. August vorstellen.

Bitte der BV

Hinsichtlich der Neubauten warb die Bezirksvertretung Süd in der Vergangenheit bei den Trägern bereits darum, mit Eltern zu sprechen, ihre Kinder möglichst zu Fuß zu bringen. Denn es drohe sonst ein Verkehrskollaps. Bezüglich der Burger Straße war es den Stadtteilpolitikern wichtig, dass die neue Einrichtung aus Sicherheitsgründen nicht direkt zur Straße hin gebaut wird.

Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD) im Gespräch über aktuelle Projekte und die Wünsche der Bürger.

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