Böschung droht abzusacken

Wanderstrecke zum Zillertal bleibt gesperrt

Diese Absperrung wird versetzt: Wandern ist im Gelpetal wieder auf einem Teilabschnitt möglich. Dies ergab eine Ortsbesichtigung mit TBR-Geschäftsführer Michael Zirngiebl, Bezirksbürgermeister Otto Mähler und TBR-Geschäftsbereichsleiter Gerald Hein (im Vordergrund, v.l.). Foto: Roland Keusch
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Diese Absperrung wird versetzt: Wandern ist im Gelpetal wieder auf einem Teilabschnitt möglich. Dies ergab eine Ortsbesichtigung mit TBR-Geschäftsführer Michael Zirngiebl, Bezirksbürgermeister Otto Mähler und TBR-Geschäftsbereichsleiter Gerald Hein (im Vordergrund, v.l.).

Die Absperrung auf der Route wird verlegt. Ausflügler dürfen künftig von Clemenshammer bis zum Fischteich wandern.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Der beliebte Wanderweg zwischen Clemenshammer und dem Zillertal bleibt auf unbestimmte Zeit gesperrt – weil an mehreren Punkten die Böschung abzusacken droht. Es gibt aber auch eine gute Nachricht für Ausflügler und Anwohner, die den Weg im Gelpetal ins Herz geschlossen haben: Die Sperrung wird vom Abzweig Steffenshammer etwa 300 Meter ins Gelände hinein verlegt. Wer will, kann also bis zu einem Fischbach spazieren – und dort auf einer Bank verweilen. Dort beginnt demnächst die Tabu-Zone.

Dies alles ergab eine Ortsbesichtigung, zu der Bezirksbürgermeister Otto Mähler für Dienstag eingeladen hatte. Mit dabei: Bewohner des Tals, die den Pfad schmerzlich vermissen, und Vertreter der Technischen Betriebe Remscheid (TBR).

Deren Geschäftsführer Michael Zirngiebl unterstrich, dass die TBR den Weg nicht gesperrt haben, um Menschen zu quälen. „Wir mussten handeln, weil es hier Gefahrenstellen gibt.“ Mit geradezu „krimineller Energie“ sei die Absperrung immer wieder zur Seite geschoben worden, um sich Zutritt zur Strecke zu verschaffen. Dabei hätten die TBR die Pflicht, für die Verkehrssicherung zu sorgen – jedenfalls auf öffentlich gewidmeten Wegen.

Wanderstrecken im Bergischen

Remscheid: Gutachter zog Standsicherheit der Böschung in Zweifel

TBR-Geschäftsbereichsleiter Gerald Hein führte an, dass Gutachter die Standfestigkeit der Böschung an mehreren Punkten als nicht mehr gesichert eingestuft hatten. Die Gefahrenbereiche befinden sich in der Nähe des Fischteichs. Bis dahin soll nun den Wanderern Zutritt gewährt werden.

Sehr zur Freude von Rudolf Fichtelmann. Der 96-Jährige genießt die Ausflüge durch den Wald in der idyllischen Landschaft und verweilt gerne auf einer Bank am Gewässer. „Ich laufe hier schon über 40 Jahre entlang“, berichtet der Anwohner, der sich wunderte, warum die Strecke bereits ab Steffenshammer abgeriegelt wurde. Die eigentlichen Gefahrenquellen seien davon schließlich einige Hundert Meter entfernt. Da sei es kein Wunder, dass die Absperrung immer wieder zur Seite geschoben würde.

Bezirksbürgermeister Otto Mähler warf die Frage auf, wie lange denn der Abschnitt vom Fischteich bis ins Zillertal gesperrt bleibe. „Dauert dies Jahre, wie es im RGA hieß?“ TBR-Geschäftsführer Michael Zirngiebl verwies auf die vielfältigen Schritte, die für die Sanierung der Böschung zu gehen seien. „Zunächst einmal müssen wir einen Gutachter einschalten, der uns bescheinigt, dass die Schäden durch den Starkregen im letzten Jahr verursacht wurden. Dies ist die Grundlage dafür, Fördermittel des Landes beantragen zu können.“ Einen Gutachter zu finden, sei angesichts der Schäden nach der Flutkatastrophe momentan schwierig. „Ihre Auftragsbücher sind übervoll“, erklärte der TBR-Geschäftsführer. Zudem müssten vielfältige Behörden bei den Planungen für die Sanierung der Böschung eingeschaltet werden, schließlich handelt es sich um ein Naturschutzgebiet. Dennoch machte Zirngiebl Mut, dass im Frühjahr 2023 eine Baumaßnahme umgesetzt werden könnte. Wie diese aussieht, müsse aber noch ermittelt werden.

Aber immerhin: Ein Teil des Weges wird wieder geöffnet, worüber sich auch Ursel Huber-Gomann freut. „Gerade, wenn hier nichts los ist, kann man vieles sehen. Eisvögel zum Beispiel“, erklärt die Anwohnerin, die beobachtet hat, dass auf der befestigten Strecke auch viele Familien unterwegs sind. Auch die SPD-Vorsitzende Christine Krupp nahm an der gestrigen Ortsbesichtigung teil – und bezeichnete die Lösung mit einem neuen Standort für die Absperrung „als guten Kompromiss“. Und: „Zum Zillertal gibt es noch einen alternativen Weg, allerdings mit einem steilen Anstieg“, erklärte sie mit Blick auf das weitläufige Waldgebiet.

Steffens- und Clemenshammer

Clemenshammer ist über die Morsbachtalstraße zu erreichen. Sehenswürdigkeit in der Ortslage ist der Steffenshammer, wo ein Verein dafür sorgt, historische Schmiedetechnik einem interessierten Publikum zu präsentieren. Hochwasserschaden und Pandemie haben zuletzt dazu geführt, dass der Betrieb eingestellt wurde. Von dort führt der Wanderweg hinunter ins Gelpetal – und dann ins Zillertal. Einige Tage nach dem Hochwasser vom Juli 2021 machten die Technischen Betriebe auf die akute Gefahrenlage aufmerksam und sperrten die Route ab.

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