TBR legen den Schadensbericht vor

Straßensubstanz in Remscheid wird immer schlechter

Am Montag wurde die Deckschicht auf der Stephanstraße abgefräst – nun werden die Kanalschächte erneuert. Foto: Roland Keusch
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Am Montag wurde die Deckschicht auf der Stephanstraße abgefräst – nun werden die Kanalschächte erneuert.
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Wechsel von Frost und Tau setzt dem 420 Kilometer langen Netz zu.

Remscheid. Die Substanz der Straßen in Remscheid hat sich weiter verschlechtert. Dies geht aus dem aktuellen Schadensbericht der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) hervor, der als Vorlage durch alle vier Bezirksvertretungen läuft. „Witterungsbedingte Einflüsse haben dafür gesorgt, dass 2020 bis in den März 2021 überdurchschnittlich viele Straßenschäden aufgenommen wurden“, stellt Ralf Heinrichs, Bereichsleiter Straßenunterhaltung fest. Der mehrfache Wechsel von Frost- und Tauperioden habe dem 420 Kilometer langen Straßennetz zugesetzt.

Schlaglöcher, Abplatzungen, Netzrisse, Absackungen, Aufwerfungen und Spurrillen zählen dazu. Die TBR verbauten als Folge der kalten Jahreszeit rund 33 Tonnen Wintermischgut auf dem Asphalt. „Bei einem Schlagloch werden durchschnittlich zehn Kilo verarbeitet“, erklärt Heinrichs.

Rechnerisch wurden somit neben plattierten Gehwegschäden rund 3300 Straßenschäden durch die Straßenmeistereien ausgebessert. Die Zahl der von der Straßenmeisterei erfassten Straßenschäden lag 2020 bei rund 8500. Im Vorjahr waren es 10 506. Den Rückgang führen die TBR unter anderem darauf zurück, dass viele Schäden wegen des starken Frostes unmittelbar von den Kolonnen beseitigt und nicht dokumentiert wurden.

Diese drei Straßensanierungen finden in Remscheid im Herbst statt

Weil die Substanz auf den 942 Straßen in städtischer Regie extrem leidet, aufgrund fehlender Mittel oft nur Flickschusterei betrieben wird, verschärft sich das Problem. „Eine Erneuerung inklusive der Trag-, Binder- und Deckschichten kostet. Erneuerungen können nur investiv durchgeführt werden und sind um ein Vielfaches teurer als eine einfache Deckensanierung“, bedauert Heinrichs.

Um nachhaltig zu verbessern, müsste teilweise der komplette bituminöse Oberbau erneuert werden. Nur eine frühzeitige Umsetzung von Deckschichtarbeiten könne den Oberbau langfristig erhalten. Während des Lockdowns 2020 erfolgte in der Lenneper Straße (zwischen Breslauer Straße und Johann-Vaillant-Platz) eine Großaktion, an der alle Straßenmeistereien und die Verkehrstechnik der TBR beteiligt waren, um großflächige Frostschäden zu beseitigen. 60 000 Euro kostete die Maßnahme, die es ermöglicht, dass die Straße bis zur Umsetzung der Sanierung in Verbindung mit dem Ausbau des Kreisverkehrs in einem vertretbaren Zustand bleibt.

Zwischen 2019 und Mitte 2021 wurden zwölf Deckenmaßnahmen durchgeführt: Jan-Wellem-Straße, Hohenhagener Straße, Hohenhagen, Lindenallee, Lüttringhauser Straße (in Lennep und Lüttringhausen), Peter- und Salemstraße sowie Teilabschnitte der Gertenbach-, Kreuzberg-, Max-von-Laue- und Neuenkamper Straße. Im Herbst sind mit der Bliedinghauser Straße (Teilabschnitt), Stephanstraße und Wermelskirchener Straße (Teilabschnitt) drei weitere Deckensanierungen vorgesehen, bei denen auch Radfahrstreifen eingerichtet werden.

Wir haben überdurchschnittlich viele Straßenschäden aufgenommen.

Ralf Heinrichs, TBR

In der Mühlen- und Kronenstraße in der Lenneper Altstadt sowie in der Kölner Straße (Teilabschnitt) wurden auf rund 1100 Quadratmetern Pflastersteine verlegt. Pflasterarbeiten in der Schwelmer Straße sind begonnen worden. Als besondere Maßnahme wurde dieses Jahr eine Fläche von 300 Quadratmetern an der Kreuzung Freiheit-/Kremenholler Straße mit einer Asphaltdeckschicht und teilweise mit einer Asphalttragschicht an einem Wochenende und in Nachtarbeit saniert.

„Aus Gründen der Verkehrssicherheit musste dies kurzfristig durchgeführt werden, da eine grundhafte Sanierung der Freiheitstraße bislang nicht erfolgen konnte“, meint Heinrichs. Die Freiheitstraße steht für das grundsätzliche Dilemma, in dem die TBR stecken: „Die hier entstandenen Kosten je Quadratmeter waren im Vergleich mit den durchschnittlichen Kosten einer großflächigen Deckensanierung fast dreimal so hoch“, rechnet Ralf Heinrichs.

Investition:

Im Investitionsprogramm für Straßen, bei denen die Stadt Baulastträger ist, sind 22 bis 2025 und „spätere Jahre“ aufgelistet. 28,93 Mio Euro stehen dafür zur Verfügung. Darunter für 2022/23 der Verkehrsknoten Eisernstein (2,47 Mio Euro), für 2023 die Intze- mit Anbindung an die Lenneper Straße (4,98 Mio Euro) und die König-/Hastener-/Parkstraße (4,75 Mio Euro) 2023/24. Im Investitionsprogramm steht aber auch zum Beispiel die Straße Am Grafenwald, die 2002 in den Schadensbericht aufgenommen worden war und nicht realisiert wurde.

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