Smart City

Beleuchtung bald wieder im Besitz der Stadt

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Laternen gehören zu den wenigen Einrichtungen, die überall in der Stadt zu finden sind – und einen Stromanschluss haben.

500.000 Euro Ersparnis erwartet – Wichtige Voraussetzung für Smart City.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die letzte Zustimmung zur Bereitstellung der Mittel fehlt noch, wenn aber der Rat am Donnerstag zustimmt, wird die Stadt zum Jahreswechsel die Remscheider Straßenbeleuchtung zurückkaufen. Davon verspricht man sich eine Ersparnis von rund 500.000 Euro pro Jahr. Und will gleichzeitig wieder direkten Zugriff auf die Laternen bekommen.

Denn in Zeiten von Smart City gelten die als wichtiges Gut. Laternen gehören zu den wenigen Einrichtungen, die überall in der Stadt zu finden sind – und einen Stromanschluss haben. Deswegen sind sie ideal, um Transponder, Wlan-Sender und ähnliche Technik anzubringen.

Zum 1. Januar 2001 hatte die Stadt ihre Straßenbeleuchtung an die Stadtwerke verkauft. Das habe seinen Grund auch in die Haushaltslage der Stadt gehabt, sagt Michael Zirngiebl, Chef der Technischen Betriebe Remscheid (TBR): „Die Stadt konnte damals nur sehr schwierig investieren.“ Verbunden mit dem Verkauf war ein Beleuchtungsvertrag mit 20 Jahren Laufzeit.

Dieser sei nun erstmals kündbar gewesen, so Zirngiebl. „Ohne Kündigung hätte er sich automatisch um zehn Jahre verlängert.“ Dabei hatte die Gemeindeprüfungsanstalt schon 2011 festgestellt, dass Remscheid eine der teuersten Straßenbeleuchtungen unter den kreisfreien Städten in NRW hat. Und deswegen zu einem Rückkauf geraten. So wechselt die Straßenbeleuchtung nun voraussichtlich in den Besitz der Stadt, darum kümmern werden sich aber die TBR – die wiederum einen Dienstleistungsvertrag mit den Stadtwerken schließen werden. Im Ergebnis kümmern sich voraussichtlich die gleichen Mitarbeiter um die Laternen wie bisher. „Es war ein Ziel, die bestehenden Kompetenzen zu erhalten“, sagt Zirngiebl. Dies könne so gelingen. „Und dabei sparen wir auch noch Geld.“ Zuerst muss aber investiert werden. Gut 4,6 Millionen Euro sollen die rund 11 000 Lichtpunkte kosten. Zwischenfinanziert werden soll der Ankauf mit Mitteln, die für die Verlagerung von Sportstätten nach Hackenberg eingeplant waren, wegen des Gerichtsurteils zum DOC aber vorläufig nicht gebraucht werden. Dem muss der Stadtrat noch zustimmen, was Zirngiebl aber erwartet: Der Rat habe ja bereits den Rückkauf der Beleuchtung grundsätzlich beschlossen.

Standpunkt: Das ergibt absolut Sinn

sven.schlickowey@rga-online.de

Ein Kommentar von Sven Schlickowey

Dass der Rückkauf der Straßenbeleuchtung mit Mitteln bezahlt werden soll, die eigentlich für Sportplätze gedacht waren, mag bei dem einen oder anderen für Schnappatmung sorgen. Aber keine Angst: Das ist nur eine Zwischenfinanzierung, weil das Geld in diesem Jahr nicht mehr gebraucht wird. Und egal, woher das Geld am Ende kommt, der Kauf der Laternen ergibt absolut Sinn. Nicht nur wegen einer halben Millionen Euro Ersparnis pro Jahr. Sondern vor allem, weil Infrastruktur in öffentliche Hand gehört. Erst recht, wenn sie, wie Laternen, in den Städten der Zukunft eine besondere Rolle spielen könnte. 

Nun stehen die Stadtwerke nicht im Verdacht, etwas gegen das Interesse der Remscheider zu entscheiden. Aber die EWR GmbH, in deren Eigentum sich die Straßenbeleuchtung zurzeit befindet, gehört nur noch zu 60 Prozent den Stadtwerken, die Entscheidungen werden auch in Essen und München mitgetroffen. Im Eigentum der Stadt hingegen kann die Remscheider Politik viel direkter auf die Straßenbeleuchtung einwirken.

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