Vinyl, Bücher und wenige CDs

Remscheid stöbert für den guten Zweck

Die Lions im Center: nur ein Ausschnitt der gut sortierten Auswahl an Literatur beim Bücher- und Schallplattenverkauf.
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Die Lions im Center: nur ein Ausschnitt der gut sortierten Auswahl an Literatur beim Bücher- und Schallplattenverkauf.

Lions Club Remscheid verkauft bis Samstag im Allee-Center Bücher und Schallplatten.

Von Timo Lemmer

Remscheid. Was für ein Wälzer. Eine Militärchronik beleuchtet in zwei dicken Bänden den 2. Weltkrieg. Ein Herr blättert darin umher, legt das Buch dann aber doch wieder zurück. Keine fünf Meter weiter: eine Biografie von Humphrey Bogart in Bildern. Wiederum nur wenige Schritte entfernt: ein modernes Kochbuch von Steffen Henssler, gleich daneben eines von Tim Mälzer.

Besucherinnen und Besucher im Alleee-Center suchen, stöbern, krosen. Und entdecken dabei immer wieder echte Schätzchen. Vor allem sind die Bücher, die vom Lions-Club verkauft werden, eines: allesamt hochwertig und gut erhalten. Billige Trödelware wird hier nicht feilgeboten. Wenngleich die Preise niedrig sind.

Im Allee-Center hat am Donnerstagmorgen der traditionelle Bücher- und Schallplattenbasar des Lions Club Remscheid begonnen. Es ist die 23. Auflage. Auf Höhe von Thalia haben sich die Ehrenamtlichen postiert, viele Regale und mehrere Kassen sind aufgebaut. Unzählige Bücher, handverlesen und thematisch sortiert, liegen aus.

Dann sind noch die Kisten voller Schallplatten. Eine kleine, aber durchaus feine Auswahl. Zwischen zwei und sechs Euro liegen die meisten Tonträger, es sind aber auch Vinylscheiben für 40 Euro dabei, wie Shocking Blue „At home“. Da die Lions sich bei den Tonträgern an Internetpreisen (Discogs) orientieren, wird klar: Es haben sich Raritäten unter die Schallplatten gemischt. CDs gibt es auch, aber nur wenige. Sie gehen nicht mehr so gut. Einzig Weihnachtsmusik und Hörbücher sind auf CD zu bekommen.

Die Lions-Mitglieder verkaufen hier freilich nicht zum Selbst-, sondern für den guten Zweck. Jörg Martin Kirschnereit ist seit Juli Präsident der Lions. Jedes Jahr gibt es einen neuen. Und der kann dann seine eigenen Schwerpunkte setzen. „Mein Thema ist, grob gesagt, eine Welt“, sagt Kirschnereit. So sind die sozialen oder kulturellen Zwecke und Einrichtungen, die diesmal mit den Spenden bedacht werden, auch grundverschieden.

„Jedermann kommt hier vorbei. Der Basar kommt gut an.“

Jörg Martin Kirschnereit, Lions

Die Initiative „Our children and our future“ von Franz Lebfromm hat von Remscheid aus Uganda im Blick. Ein ganzes Dorf sei bereits entstanden, mit Schule und ärztlicher Versorgung, berichtet Kirschnereit. Bei einem Vortrag bei den Lions – quasi das Herzstück des Vereinslebens – überzeugte Lebfromm die Mitglieder. „Im Rahmen der Globalisierung haben wir in der westlichen Welt eine Verantwortung für Afrika“, sagt Kirschnereit. Ein spezifisches Projekt in Uganda wird unterstützt: Ein Tunnel, dessen Kühlung mit Solartechnik betrieben wird, soll gebaut werden, um Lebensmittel lagern und haltbar machen zu können.

Auf den Blick auf die Welt folgt der aufs Bergische Land: Die Ärztliche Kinderschutzambulanz Bergisch Land wird ebenfalls bedacht. „Der Bedarf dort ist unglaublich. Gerade jetzt mit den Corona-Problemen“, sagt Kirschnereit. Als Drittes – Fokus Stadt beziehungsweise Stadtteil – werden die Lütteraten mit einer Spende bedacht.

Wie das Geld aufgeteilt wird, bestimmen im Nachhinein die Mitglieder. 53 zählt der Lions Club Remscheid. Über 10 000 Euro kommen jährlich durch den Basar zusammen. „Jedermann kommt hier vorbei. Der Basar kommt gut an.“

Die Besucher werden dafür sorgen. Am Donnerstagmittag herrscht Hochbetrieb. Zwei Lkw-Ladungen, zwölf Paletten, 40 Bananenkisten voll mit Büchern und Schallplatten: So viel haben die Lions aus ihrem Lager am Hasten hergebracht. Nicht nur aufgrund der günstigen Preise – 60 Cent pro Zentimeter Buchrücken – lohnt sich das Stöbern.

Rund um den Basar

Zeiten: Der Lions-Club Remscheid verkauft noch am heutigen Freitag sowie am morgigen Samstag Bücher und Schallplatten im Center. Die Mitglieder sind zu den Center-Öffnungszeiten vor Ort, also an beiden Tagen von 10 bis 19 Uhr.

Eröffnung: Zum Start war Center-Manager Nelson Vlijt anwesend. Sein Team hatte die Verkaufsfläche zur Verfügung gestellt und hergerichtet. OB Burkhard Mast-Weisz kam auch vorbei und lobte das „anhaltende soziale Engagement“.

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