Thomas Birker steht in Kontakt mit dem Oberbürgermeister

Es geht um den Stadtparkteich: Ein Mann, ein Schild, ein Wunsch

Thomas Birker, seine Werkzeuge, das Schild. Sein Wunsch: Das Schild soll wieder raus – und auch der Stinthengst, das hölzerne Fabelwesen der Kreisgemeinschaft Sensburg.
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Thomas Birker, seine Werkzeuge, das Schild. Sein Wunsch: Das Schild soll wieder raus – und auch der Stinthengst, das hölzerne Fabelwesen der Kreisgemeinschaft Sensburg.

Ehrenamtlich und aus Leidenschaft: Thomas Birker hat das Stinthengst-Schild restauriert. Doch damit soll die Geschichte nicht enden.

Von Timo Lemmer

Remscheid. So wie es ist, so kann es nicht bleiben. Für Thomas Birker war das klar, als er durch den Stadtpark schritt. Zunächst hatte er am Teich das Schild zum Stinthengst wenigstens noch gesehen. Wenn auch verwittert, aber immerhin. Im Sommer 2021 fiel dem Remscheider dann auf, dass das Schild ganz verschwunden war. Der Zustand war für Birker endgültig unhaltbar geworden.

Für ihn ist das Schild eine Herzensangelegenheit. Privat hatte er sich schon seit Jahren mit der Geschichte des Schildes befasst. Archive gewälzt, alte Varianten des Schildes studiert. Und (nach-)gezeichnet. Privat. „2014 habe ich begonnen, die alten Schriften und den Stinthengst anhand alter Fotos aus dem Archiv in Hasten zu zeichnen und zu illustrieren.“ Die Leidenschaft ist beruflicher Natur entbrannt: „Als ich mir Fotos von Remscheid von 1950 bis 1980 angesehen habe, fielen mir Fotos des Schildes auf: Diese alten Schilder wurden von meinem Lehrbetrieb Plätzer Werbetechnik in alter Schildermaler-Handwerkskunst hergestellt.“ Damals noch frei Hand, wie Birker betont. Mit Pinsel und Malstock oder per Schriftpause mit dem Messer aus Bleifolie herausgeschnitten. Echte Handarbeit. Echtes Handwerk.

Zurück in den Sommer 2021. Birker machte sich auf die Suche nach dem verschwundenen Schild. Die TBR hatten es eingelagert. Dort habe er seine Geschichte erzählt, sagt Birker. Er legte seine Entwürfe für eine Restaurierung vor. Der Oberbürgermeister zeigte sich begeistert. Birker bekam das Schild und legte los. Ehrenamtlich. Leidenschaftlich. Die alten Buchstaben wurden entfernt, die Fläche geschliffen, es folgten Grundierung und Lackierung der Kanten. Eine massive Optik entstand. Alt trifft neu.

Dann wurde eine Hochleistungsfolie aufgetragen. Es folgten ein Digitaldruck des Fisches – Konturen und Rand per Hand gefertigt – sowie das Auftragen der Buchstaben. „Ich habe in einer Mischung aus altem Handwerk und Computer gearbeitet.“ Birker hängt an seinem Beruf, seiner Leidenschaft, auch wenn er inzwischen bei der VHS in Düsseldorf etwas ganz anderes macht.

Schilder- und Lichtreklameherstellermeister ist er. So hieß die Ausbildung noch, als er sie abschloss. „Kurz sagt man heute wohl Werbetechnik“, meint Birker. Die alten Begriffe gefallen ihm besser. „Bis 1925 erfolgte die Ausbildung noch zum Schildermaler.“

So wie es ist, so kann es nicht bleiben. Dass der Stinthengst und seit Juli auch das von ihm aufbereitete Schild in der 1. Rathaus-Etage ein Dasein abseits der Öffentlichkeit fristen, hält Thomas Birker nicht gut aus. Das Ding muss doch raus, findet er, das Schild allemal. Ein neuer Stadtparkteich, ein neues Fest zur Stinthengst-Wasserung, ein neues Schild: So stellt er sich das vor. Und bearbeitet unablässig die Verwaltung. Seine Geschichte mit dem Schild kann doch hier noch nicht zu Ende sein.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hat das Schild neben dem Fabelwesen aufstellen lassen. Als Mahnung, sagt er. Mahnung für die Ortspolitik. „Ich stehe dazu, dass wir im Rahmen der Befähigung des Stadtparks auch eine Lösung für den Stadtparkteich herbeiführen wollen.“ Mast-Weisz bestätigte dem RGA, einen entsprechenden Posten im kommenden Haushalt führen zu wollen. „Abschließend entscheiden muss das aber der Rat“, sagt Mast-Weisz. Er ist sich einig mit Birker: Es kann nicht so bleiben, wie es ist.

Zur Person

Thomas Birker wurde am 24. März 1964 in Engelskirchen geboren. Aufgewachsen ist er in Remscheid, machte 1981 an der Alexander-von-Humboldt-Realschule seinen Schulabschluss. Sein Lehrbetrieb, Karl-Heinz Plätzer, lag auf dem Schulweg. Er schnupperte früh rein. Nach dreijähriger Ausbildung folgte 1985 das Fachabi in Gestaltung. Zu Beginn der 1990er besuchte er die Bundesfachschule Werbetechnik, später machte er unter anderem den DTP-Fachmann.

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