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Wo steht dieses Hochhaus?

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Welches Hochhaus suchen wir?
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Viele Leser erinnerten sich vergangene Woche an rutschiges Pflaster, Tankstellen, ein Unglück und den „VW Ovali“.

Von Andreas Weber

Remscheid. Angelika Radtke blickt auf den Bahnhofskreisel von oben. Die Bewohnerin des Hochhauses Freiheitstraße 1, einer der „drei schwarzen Riesen“, hatte keine Probleme, die Einmündung Bismarck-/Nordstraße in die Freiheitstraße zu identifizieren. „Im Januar 1961 bin ich mit meinen Eltern als einer der ersten Mieter eingezogen. Es wurde auf einem Bahngrundstück gebaut. Einige Bundesbahnbeamte wohnten anfangs dort.“ Radtkes Vater war Fahrdienstleiter bei der Bundesbahn. „Der Weg zur Arbeit war kurz, obwohl die Miete für damalige Verhältnisse sehr hoch war, da es sich um ein Luxushaus mit Fahrstuhl und Müllschlucker handelte.“

Es gab eine „tolle Hausgemeinschaft“, merkt Angelika Radtke an, „mit gemeinsamen Feiern in der Waschküche, wo auch der Nikolaus kam“. Die Gewag-Hochhäuser wurden renoviert, der bergische Schiefer wich, dafür wurde der Klotz wärmeisoliert mit Wintergärten. Für Roland Benscheid war die Querung der Kreuzung Nordstraße in die Bismarckstraße damals als Radfahrer und später mit dem Kleinkraftrad gefährlich. „Durch die Straßenbahnschienen war das Wegrutschen bzw. Einklemmen der schmalen Räder möglich.“

Mit genauem Auge unterscheidet Benscheid die VW Käfer auf dem Bild. „Das ältere ist das Modell mit dem wesentlich kleineren ovalen Rückfenster ohne Mittelsteg. Er wurde ‘Ovali’ genannt und von 1953 bis 1957 gebaut. Der 2. Käfer mit dem großen Rückfenster war ab 1957 im Programm.“

Hans Ulrich Budde war Kind, als das Rätselfoto entstand, aber er ist sicher: „Zu erkennen ist die Freiheitstraße Richtung Amtsgericht. Links, nicht mehr im Bild, befindet sich der Hauptbahnhof. Das Reisebüro links könnte Schneiderhöhn gewesen sein. Rechts ist heute das ADAC-Haus mit der Arbeitsagentur.“

Heinz Jürgen Schmitz berichtet, dass die Umgestaltung des Kreisels um 1971 begann, als das Tunnelsystem für Fußgänger und für Linksabbieger Richtung Freiheitstraße gebaut wurde. Im Juni 1973 wurde der Verkehrsknoten freigegeben. Ab April 1996 ging der Umbau des Bahnhofskreisels weiter. „Die Arbeiten sorgten für ständige Staus“, schreibt Schmitz und führt weiter aus: „Nach vier Jahren Bauzeit wurde der Kreisverkehr 1999 fertiggestellt und 2000 endgültig dem Verkehr übergeben. Beim Anblick der Schienen denkt der RGA-Leser an das schwere Unglück in unmittelbarer Nähe des heutigen Willy-Brandt-Platzes, als einer talwärts Richtung Unterführung fahrende und mit 50 Personen besetzte Straßenbahn der Linie 3 am 19. Februar 1947 in Höhe von Sport Kappen bei eisiger Kälte die Bremsen versagten. Die Bahn kippte aus den Schienen, rutschte 110 Meter über das vereiste Pflaster. Es gab vier Tote und 33 Schwerverletzte.

Thorsten Wolff erinnert daran, dass der Willy-Brandt-Platz besonders schön sei, wenn im Frühling die Magnolienbäume blühen. Wolff geht auch auf die Freiheitstraße als „Tankstellenstraße“ in Remscheid ein. „Auf diesem Teilstück waren früher drei Tankstellen, rechts zunächst die Shell, dann die Esso, gegenüber die Aral.“ Nach und nach schlossen die Tanken, wo die Shell war, ist ein türkischer Imbiss, an Stelle der Esso wurde eine Total-Station gebaut, die auch Geschichte ist. Eine Ballung an Zapfsäulen gibt es heute unweit entfernt an der Neuenkamper Straße mit Jet, Shell, Aral und Star.

Richtige Antworten sandten auch Roland Riemke, Bardo Reinke, Helmut Schucht, Heinz-Peter Riedemann, Ulrich Hager, Hans-Dieter Sanker, Thomas Groß und Wolfgang Palenga.

Das neue Rätselbild

Unser Rätselfoto bleibt bei Hochhäusern, diesmal nicht im Hintergrund, sondern vorne im Bild. An welcher Ecke Remscheids ist dieses riesige Gebäude anzutreffen? Schicken Sie uns die Lösung bis 12. November per E-Mail oder Post, gerne mit persönlichen Anekdoten, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid; redaktion@rga-online.de. Repro: Roland Keusch

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