Im Gespräch

Einkauf und Bad: Das bewegt den Süden

Stefan Grote (60) ist seit 2014 Bezirksbürgermeister im Südbezirk.
+
Stefan Grote (60) ist seit 2014 Bezirksbürgermeister im Südbezirk.

Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD) über das, was 2023 im Stadtteil ansteht.

Das Gespräch führte Melissa Wienzek

Herr Grote, der „Blaue Mond“ steht und leuchtet. Aber: Wann kommen der Frische- und Drogeriemarkt auf dem Aldi-Gelände?

Stefan Grote: Erst mal muss ich sagen: Jeden Morgen lächelt mich der „Blaue Mond“ an, wenn ich in die Firma fahre. Jeden Morgen kann ich dann zu mir selbst sagen: Ich bin nicht ganz unbeteiligt daran gewesen. Zum Frische- und Drogeriemarkt: Wann? Das ist die spannende Frage. Baudezernent Peter Heinze hat das erste Gespräch mit der Bezirksregierung geführt. In der Februarsitzung der Bezirksvertretung Süd will er uns einen neuen Sachstand geben. Es sollte so schnell wie möglich umgesetzt werden, aber es ist berechtigterweise gesagt worden, es muss auch rechtssicher sein.

Was ist hier das Problem?

Grote: Der gültige Bebauungsplan und das bestehende Einzelhandelskonzept schließen eine Ansiedlung in diesem Bereich aus. Jetzt muss rechtssicher abgeklärt werden, dass eine Ansiedlung trotzdem möglich werden kann – denn es gibt kein anderes, passendes Grundstück. Das ist unser Vorteil, darauf könnten wir in den Gesprächen mit der Bezirksregierung pochen. Diese kann nämlich Ausnahmegenehmigungen erteilen. Möglich macht das eine Gesetzesänderung.

Die Verwaltung sprach aber davon, dass sie ein anderes Grundstück gefunden hat.

Grote: Ja, das stimmt. Aber die beiden Betreiber – es gibt ja nur noch zwei: Edeka und Rewe – haben mir gesagt, dass sie an eine eventuelle und problembehaftete Stelle niemals hingehen würden.

Ein weiteres großes Thema ist der Durchstich Intzestraße. Wie ist der Stand?

Grote: Die Maßnahme läuft, die Änderung der Bebauungspläne ist in der Umsetzung. Die Naturschützer habe ich auch eingefangen. Durch den Durchstich und den angrenzenden Pocket Park werden wir eine deutliche Aufwertung in dem Bereich erhalten. Und vor allem ist dieses quälende Nadelöhr, das für erhebliche Emissionsprobleme sorgt, dann endlich Geschichte.

Wann ist Baustart?

Grote: Herr Heinze hat mir versprochen, dass ich in meiner Funktion als Bezirksbürgermeister den Start noch miterleben werden. Die Legislaturperiode läuft 2025 aus.

Wann wird die neue Kita Sedanstraße eröffnet? Anwohner fürchten ein Chaos.

Grote: Man rechnet mit der Eröffnung im Frühjahr. Deshalb hat die Ampelkoalition in der Bezirksvertretung Süd zuletzt den Antrag gestellt, in bestimmten Bereichen am Hohenhagen Einbahnstraßen einzurichten, so auch dort. Das Witzige: Man hatte dort mal aufgrund einer Baumaßnahme eine Einbahnstraßenregelung. Das ist seitens der Anwohner als sehr positiv empfunden worden. Deshalb soll geprüft werden, ob die Sedanstraße nicht Einbahnstraße werden könnte. Das würde die Problematik des Hol- und Bringverkehrs entzerren, aber auch die angespannte Parkplatzsituation in dem Bereich.

Gibt es noch eine Chance, dem Taubenproblem rund um die Eisenbahnbrücke Herr zu werden?

Grote: Ganz klar: nein.

Ist das Taubenhaus keine Option?

Grote: Das Taubenhaus wäre eine Option, aber die Verwaltung hat ganz klar gesagt, die Pflege der Tiere wäre nicht finanzierbar. Das Taubenhaus selbst würde man mit Sicherheit finanziert bekommen, das könnten wir vielleicht sogar aus unseren eigenen Mitteln gestemmt bekommen, die die BV für die Verschönerung des Stadtteils zur Verfügung gestellt bekommt. Aber die Verwaltung hat klar gesagt, dass die nachhaltige, tägliche Pflege der Tauben nicht finanzierbar ist. Solange die Menschen meinen, sie müssten die Tauben unter der Brücke füttern, solange wird sich die Population auch nicht verringern. Das Einzige, was nun noch getan werden kann, ist die regelmäßige Reinigung und die Asphaltierung des Gehwegs, das hat mir TBR-Chef Michael Zirngiebl versprochen. Ändert aber natürlich nichts am Grundproblem.

Wird es doch noch mal eine Saison im Freibad geben?

Grote: Laut Absprache mit Sportamtsleiter Martin Sternkopf wird es noch eine Saison geben. Spätestens nächsten Monat werde ich von ihm einen genauen Stand bekommen. Je nachdem werden wir dann auch noch eine Schiffsparade machen, jedoch kein Konzert, und dann rücken die Bagger an. Ob auch das Hundeschwimmen noch stattfindet, wird sich zeigen.

Wie ist der Stand der Dinge?

Grote: Es gibt immer noch Abstimmungsprobleme zwischen den Bezirksregierungen. Die Sache da unten ist wie im Karneval: Für den Bach ist die Bezirksregierung Köln zuständig, für das Freibad die in Düsseldorf. Und wir alle wissen ja, wie sich die beiden in puncto Karneval verstehen.

Zur Person

Stefan Grote (60, SPD) sitzt seit 25 Jahren in der Bezirksvertretung Süd, seit 2014 ist er Bezirksbürgermeister. Er ist Mitglied im Stadtrat und in der IHK-Vollversammlung. Der 60-Jährige führt die Firma Elektro-Technik-Grote und ist Vorsitzender des Fördervereins Freibad Eschbachtal.

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Busse: Donnerstag und Freitag drohen Streiks
Busse: Donnerstag und Freitag drohen Streiks
Busse: Donnerstag und Freitag drohen Streiks
Hier fährt der Mercedes von Aldi-Chef Theo Albrecht
Hier fährt der Mercedes von Aldi-Chef Theo Albrecht
Hier fährt der Mercedes von Aldi-Chef Theo Albrecht
Nachfrage bei der Rentenberatung ist stark gestiegen
Nachfrage bei der Rentenberatung ist stark gestiegen
Nachfrage bei der Rentenberatung ist stark gestiegen
Erdbeben: Familien bangen um Verwandte
Erdbeben: Familien bangen um Verwandte
Erdbeben: Familien bangen um Verwandte

Kommentare