Morsbachtal

Starkregen wirft Teckelclub erneut zurück

Irmgard Freudenreich (l.) und Eva Hübeler-Schenck auf dem Grundstück des DTK im Morsbachtal. Der Zaun, der das Übungsgelände am oberen Ende begrenzt, wurde von den Wassermassen zerstört, die danach das Vereinsheim unter Wasser setzten und die Gartenmöbel wegspülten. Foto: wey
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Irmgard Freudenreich (l.) und Eva Hübeler-Schenck auf dem Grundstück des DTK im Morsbachtal. Der Zaun, der das Übungsgelände am oberen Ende begrenzt, wurde von den Wassermassen zerstört, die danach das Vereinsheim unter Wasser setzten und die Gartenmöbel wegspülten.

Grundstück überschwemmt, Vereinsheim unter Wasser, Zaun zerstört.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Aus der Fahrbahn gespülte Kanaldeckel, vollgelaufene Keller – der Starkregen am Freitagabend vor eineinhalb Wochen hat an verschiedenen Stellen in Remscheid Spuren hinterlassen. Besonders stark betroffen war das Morsbachtal und hier der Teckelclub, dessen Vereinsgelände von den Wassermassen verwüstet wurde. Schon zum zweiten Mal nach 2018. Für den bereits vom Corona-Stillstand betroffenen Verein eine echte Katastrophe.

Noch sei gar nicht absehbar, wie hoch der Schaden wirklich ist, berichtet Irmgard Freudenreich, Vorsitzende des Hundeclubs. Das leicht am Hang liegende Grundstück sei geradezu vom Wasser überrollt worden: Der Zaun wurde zerstört, Gartenmöbel wurden vom Grundstück gespült – und das Vereinsheim stand zentimetertief unter Wasser. „Der Holzboden muss wohl ausgetauscht werden“, sagt Freudenreich über das Gebäude, das ihr Verein vor einigen Jahren von einem Boxerclub übernommen hat. „Der Schreiner hat uns bereits vorgewarnt, dass Holz derzeit teuer und kaum zu bekommen ist.“ Einen großen Grill und eine massive Holzbank habe man derweil auf dem Gelände der benachbarten Firma Halbach Schmiedetechnik wiedergefunden.

Dabei sei der Verein bereits durch Corona gebeutelt, sagt Eva Hübeler-Schenck. Seit Monaten liege das Club-Leben brach, entsprechend fehlen die Einnahmen: „Keine Treffen, keine Hunde-Schule, kein Sommerfest.“ Wegen des Wasserschadens stehe nun bereits fest, dass die Zwangspause auch bei abnehmenden Infektionszahlen andauern werde. Dass sich die Versicherungsbeiträge nach dem neuerlichen Schaden erhöhen, komme noch hinzu.

Eva Hübeler-Schenck und Irmgard Freudenreich bringen eine gewisse Erfahrung in solchen Sachen mit. 2018 wurde das Vereinsgelände schon einmal bei einem Starkregen verwüstet. „Die Trocknung des Gebäudes und die Renovierungsarbeiten haben damals vier Monate gedauert“, erinnert sich die Vorsitzende. Danach hätten die Technischen Betriebe (TBR) versprochen, das Regenrückhaltebecken oberhalb des Grundstückes umzubauen. „Das war aber wohl nicht ausreichend.“

Vor drei Jahren sei der Ablaufschacht des Beckens geradezu „auseinandergeflogen“, erinnert sich Michael Zirngiebl, Leiter TBR. „Danach haben wir zugesagt, den Ablaufschacht zu sanieren.“ Der neue Schacht habe bei dem Regen vorletzte Woche auch eine Zeit lang gut funktioniert. „Aber irgendwann ist das Becken einfach voll.“ Und es zu vergrößern, sei an diesem Standort kaum möglich. „Klar, dass alle erwarten, dass die Stadt hier etwas tut, aber die Möglichkeiten sind begrenzt.“

Auch weil der Bach, der oberhalb des Grundstücks fließt, ab dort verrohrt weitergeführt wird. Zusammen mit der Topographie und den zunehmenden Starkregenereignissen führe dies dazu, dass die Übungswiese des Teckelclubs zeitweise zum Ablauf für die Wassermassen werde. „Da treffen 100 Jahre Siedlungsgeschichte auf den Klimawandel“, urteilt der TBR-Chef.

Die einzige Möglichkeit bestehe darin, Freiräume für das Wasser zu schaffen, sagt Michael Zirngiebl. „Wir werben ja schon seit Jahren dafür, dass bei neuen Bebauungsplänen am tiefsten Punkt einer Hanglage keine Bebauung zugelassen wird.“ Dort sammele sich bei Starkregen das Wasser – so wie im Morsbachtal, wo neben dem Teckelclub auch einige der dort ansässigen Firmen betroffen waren.

Statistisch gesehen gebe es Regen wie vor eineinhalb Woche nur sehr selten, sagt Zirngiebl. „Aber Statistik schaut immer nur zurück, nie nach vorn.“ Und für den Teckelclub ist Statistik ohnehin kein Trost. Zusammen mit den Firmen aus der Nachbarschaft wolle man nun erneut das Gespräch mit den TBR suchen, sagt Eva Hübeler-Schenck. Zudem hoffe man, 2021 doch noch ein Fest veranstalten zu können. Damit wenigstens noch etwas Geld in die Vereinskasse kommt.

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