Strom-Spar-Check hilft Kosten zu reduzieren

Stadtwerke beraten Verbraucher: Duschen könnten kalt bleiben

EWR-Mitarbeiter Uwe Ohliger (l.) berät Kunden im Service-Center in Sachen Gaspreisabschlag.
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EWR-Mitarbeiter Uwe Ohliger (l.) berät Kunden im Service-Center in Sachen Gaspreisabschlag.

Auch die Remscheider Stadtverwaltung prüft Möglichkeiten zum Energiesparen.

Von Frank Michalczak und Michelle Jünger

Remscheid. Der Ukraine-Krisenstab bei der Remscheider Stadtverwaltung prüft, wie sich in den kommenden Monaten Energie sparen lässt. Das Spektrum reicht vom Wegfall der Warmwasserversorgung in den Duschen von Turnhallen und an Sportplätzen bis hin zum Ausschalten der Beleuchtung an öffentlichen Gebäuden und von Straßenlaternen.

Weitere Idee: Absenken der Raumtemperatur in den Gebäuden der Stadt Remscheid. Dazu zählen auch die Schulen. „Dies aber sind lediglich Überlegungen“, erklärt Stadtdirektor Sven Wiertz. „Grundlage ist eine Übersicht über mögliche Maßnahmen, die der Deutsche Städtetag zusammengestellt hat.“ Sie sollen einen Beitrag leisten, dem Gasengpass zu begegnen, der sich bereits jetzt durch die fehlenden Lieferungen Russlands abzeichnet.

Unabhängig davon lege die Stadtverwaltung längst großen Wert auf Energieeffizienz, hebt Wiertz hervor. Was jetzt auf Remscheid zukommen könnte, sei die Antwort auf eine akute Notlage. „Wir stehen womöglich vor der größten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“, erklärt der Stadtdirektor. Relativ einfach ließe sich die Beleuchtung an öffentlichen Gebäuden abschalten. „Die Zahl ist bei uns aber eher gering. Denkbar wäre dies zum Beispiel im Rathausturm.“

Komplizierter wird es aber, wenn es darum geht, Laternen und Ampeln nachts aus dem Betrieb zu nehmen. Aus Sicherheitsgründen komme dies nicht überall im Stadtgebiet infrage. Zudem gebe es rechtliche Vorgaben - auch für die Raumtemperatur. 17 Grad sind zum Beispiel in Sport- und Turnhallen das Minimum. Beim Abschalten von warmem Wasser in den Duschen der Sportstätten müssten Nutzen und Aufwand geprüft werden, mahnt der Deutsche Städtetag. Dies gelte auch für den Stopp der Warmwasserzufuhr an Schulen, die ebenfalls in dem Maßnahmenpaket aufgelistet wird, Ausnahme sollen hier die Mensen sein. Hygienische Gründe sprächen nicht dagegen, erläutert der Stadtdirektor: „Man kann sich auch mit kaltem Wasser gründlich die Hände waschen.“

Auch die Stadtwerke appellieren dazu, noch stärker Energie zu sparen. Bei speziellen Aktionstagen, aber auch im normalen Betrieb, können sich die Kunden im Servicecenter zum Sparen von Strom, Wasser und Gas beraten lassen.

Aufgrund der kürzlich verschickten Briefe der EWR zur Gaspreiserhöhung sei der Andrang ohnehin höher als gewöhnlich gewesen. Viele Kunden hätten den Kontakt gesucht, sagt Sabine Papendick, Leiterin des Servicecenters. „Wenn wir gemerkt haben, dass ein Bedarf zur Spar-Beratung da ist, haben wir direkt an unsere Infostände weiter verwiesen“, fügt sie hinzu.

Schon kleine Maßnahmen können beim Einsparen helfen

Viele Kunden wüssten oft nicht, dass sie Anrecht auf Unterstützung hätten. Dafür bieten die EWR und die Caritas in Zusammenarbeit den Strom-Spar-Check an, um vor allem Kunden mit schwachem Einkommen zu helfen, Kosten zu reduzieren. Durch Besichtigung der Wohnung und direkten Maßnahmen wie dem Austausch von Glühbirnen durch LED-Leuchtmittel oder der Hilfe bei der Finanzierung neuer Kühlschränke, könne schon viel erreicht werden.

EWR-Ladesäulen für E-Autos nicht mehr kostenfrei

Um Gas zu sparen, könnten zahlreiche Mittel helfen. Neben neuen Heizungssystemen könne man mit wassersparenden Duschköpfen arbeiten. Mit weniger warmen Wasser würde auch weniger Gas verbraucht, sagt Papendick.

„Richtiges Heizen ist auch wichtig“, so EWR-Vertriebsleiter Klaus Günther-Blombach. Die Heizung sollte nicht rund um die Uhr laufen, sondern auch in Zeiten, in denen sie nicht benötigt wird, runter gedreht werden. Wenn Räume nicht beheizt werden müssten, reiche die Einstellung auf 18 Grad, hochgeheizt werde dann auf etwa 21 Grad. Die Heizung, täglich komplett aus zu machen und kurz richtig hoch zu heizen, verbrauche mehr Gas.

Kontakt

In Kürze werden viele Energiespartipps auf der Website des EWR-Servicecenters zu finden sein. Im Herbst folgen weitere Kampagnen, bei denen man sich über das richtige Heizen und vieles mehr informieren kann. Termine im Servicecenter können jederzeit online vereinbart werden.

Die Kundenhotline ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar, Telefon: 0 800 / 0 164 164.

ewr-remscheid.de/services

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