Obdachlose sollen Perspektive erhalten

Stadt will Wohnungsleerstände beseitigen

Bauprojekt des BOB-Campus, Krühbusch 9
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In den Wohnungsmarkt investieren: Die Stadt Remscheid macht mobil gegen Leerstände.

Der Fachdienst richtet eine Vollzeitstelle ein.

Von Andreas Weber

Remscheid. Wohnungsleerstände und Obdachlosigkeit beseitigen, dem rapide sinkenden Bestand an Sozialwohnungen begegnen. Der Fachdienst Soziales und Wohnen schafft für diese große Aufgabe intern neue Strukturen. Zum 1. Oktober 2020 wurde bereits im Sachgebiet Wohnen die „Agentur für Wohnen – Für ein Zuhause in Remscheid“ eingerichtet. Zum 15. Februar wird diese soziale Wohnraumagentur mit Leben erfüllt: Eine Koordinatorenstelle wird dann mit einer Mitarbeiterin aus der Stadtverwaltung Vollzeit besetzt.

Deren Aufgabe wird es sein, den beträchtlichen Teil an leerstehenden Wohnungen aufzutun, mit Vermietern Kontakt aufzunehmen, für deren Objekte Perspektiven aufzuzeigen und für soziale Wohnraumförderung zu werben. In Remscheid existieren zurzeit noch rund 4300 Sozialwohnungen. Die Tendenz ist seit Jahren stark sinkend. Bei vielen Wohnungen ist nach 20 Jahren die Bindung ausgelaufen, in neue Sozialwohnungen wurde, weil finanziell unattraktiv, nicht investiert.

Das ändert sich. „Die Förderkonditionen werden immer besser. Es gibt massive Tilgungsnachlässe. Das lohnt sich mittlerweile für Vermieter“, berichtet Martina Lajewski, Abteilungsleiterin Wohnungswesen im Fachdienst Soziales. Mit Unterstützung der neuen Koordinatorin sollen der Rückgang gestoppt und der brachliegende soziale Wohnungsbau wieder Fahrt aufnehmen.

Ihre Stelle wurde aber auch geschaffen, damit Menschen, die durch alle Netze gefallen sind, wieder auf dem Wohnungsmarkt Tritt fassen und zielgerichtete Hilfe erhalten. Eine eigene Wohnung ist der erste Schritt zur Rückkehr in die Mitte der Gesellschaft. Momentan hat die Stadt für Personen ohne ein Zuhause knapp 40 Wohnungen angemietet, von denen die meisten dauerhaft belegt sind. Eingeschlossen in diese Wiedereingliederung sind die Obdachlosen, die in der Unterkunft Schüttendelle 40a leben. Dort hält die Stadt 22 Plätze vor, plus eine Notunterkunft mit zehn Betten für kurzfristige Hilfe von Gestrandeten. Gerade in der kalten Jahreszeit ist diese oft voll belegt.

Der Fachdienst Soziales und Wohnen geht davon aus, dass aktuell 115 Wohnungen – inklusive der 40 bereits angemieteten – perspektivisch benötigt werden. Für die 22 Plätze in der Schüttendelle 40a hat die Stadt einen Vertrag mit der Gewag geschlossen. Die Wohnungsgesellschaft stellt aus ihrem Bestand 22 Wohnungen zur Verfügung. Ziel soll es irgendwann einmal sein, die Obdachlosenstätte auflösen zu können.

Die Stadt hofft insgesamt mit ihrer Offensive, mehr Wohnraum für „problematische Personenkreise“ zur Verfügung stellen zu können. Um dies zu erreichen, müssen Vorbehalte bei Vermietern abgebaut werden. Deshalb wird ein „Vermieter-Paket“ aufgelegt, das es der neu eingerichteten Agentur ermöglichen soll, Vermietern mit einer Vielzahl von Maßnahmen die Scheu vor vermeintlich problematischen Mietern zu nehmen.

Die Zahl der erteilten Baugenehmigungen für Wohnungen ist in Remscheid in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 deutlich gestiegen.

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