Pandemie

Stadt will Lolli-Tests in Kitas ausweiten

Die Kinder der Kita Honsberg zeigen, wie es geht: einfach am Stäbchen lutschen. Saskia Schmidt, Leiterin der „Sonnenkäfer“, hat ein Auge darauf. Foto: Doro Siewert
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Die Kinder der Kita Honsberg zeigen, wie es geht: einfach am Stäbchen lutschen. Saskia Schmidt, Leiterin der „Sonnenkäfer“, hat ein Auge darauf.

Nach Versuch in 23 Einrichtungen

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Remscheid will die Lolli-Tests, die derzeit in 23 Kindertagesstätten ausprobiert werden, zukünftig in allen Kitas in der Stadt einsetzen. Das erklärte Sozialdezernent Thomas Neuhaus im Sozialausschuss: „Gehen Sie davon aus, dass wir das ausweiten werden.“ Dies sei auch vor dem Hintergrund geplant, dass die Landesregierung einen Einsatz der Tests in Grundschulen beschlossen hat, sagte Neuhaus: „Das wäre ja sonst auch ein Treppenwitz, dass in Grundschulen Lolli-Tests eingesetzt werden und in Kitas Selbsttests.“

Derzeit würden aber noch die finanziellen Rahmenbedingungen geprüft, sagte der Sozialdezernent. Denn das NRW-Familienministerium habe sich bisher nur bereiterklärt, für die Kindertagesstätten Selbsttests zu liefern oder die dafür vergleichbaren Kosten zu übernehmen, mit denen die Stadt Remscheid dann die Lolli-Tests finanzieren könnte. Die Mehrkosten müsste dann Remscheid tragen. Das Landesschulministerium hingegen hat angekündigt, alle Grund- und Förderschulen mit diesen Tests auszustatten. Losgehen soll es bereits am Montag.

Mit den sogenannten Lolli-Tests können Corona-Tests kindgerechter durchgeführt werden. Das Kind muss den Teststab nur wie einen Lolli lutschen, so bleibt ihm die meist unangenehme Probenentnahme in der Nase erspart. Zumal der Test laut einer Anweisung des Ministeriums vom Kind selber durchgeführt werden soll, was gerade Jüngere vor besondere Herausforderung stellt.

Einen Nachteil haben die Lolli-Tests allerdings, bei ihnen handelt es sich um PCR-Tests. Die sind zwar genauer als Schnell- oder Selbsttests, müssen aber erst noch in Laboren ausgewertet werden. Und das kostet Zeit, meist mehr als 24 Stunden. Zudem, das machte Thomas Neuhaus im Ausschuss deutlich, reichen die Laborkapazitäten in NRW nicht aus, um alle Grundschul- und Kita-Kinder auf diesem Weg regelmäßig zu testen.

Derweil zeigen die in den vergangenen Wochen ergriffenen Maßnahmen in Schulen und in Kitas, also insbesondere der Distanzunterricht und der Notbetrieb, erste Wirkung, berichtete Thomas Neuhaus dem Ausschuss. Die Zahl der sechs- bis 18-jährigen Infizierten sei von 125 auf 75 gesunken, nachdem ihre Zahl vor Beginn der Maßnahmen stetig gestiegen war. Dass es, wie in anderen Region vom Robert-Koch-Institut beobachtet, einen Anstieg in dieser Altersklasse gibt, „können wir hier nicht bestätigen“, so Neuhaus.

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