Feier am 18. September

Stadt verleiht gleich zwei Röntgen-Plaketten

Preisträger 2020 ist Prof. Dr. Günther Hasinger (l.), Direktor der European Space Agency in Madrid. Er wird für seine Arbeiten im Bereich der Röntgenastronomie geehrt. Preisträger 2021 ist Prof. Dr. Wolfgang Schlegel, Pionier der Medizinischen Physik.
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Preisträger 2020 ist Prof. Dr. Günther Hasinger (l.), Direktor der European Space Agency in Madrid. Er wird für seine Arbeiten im Bereich der Röntgenastronomie geehrt. Preisträger 2021 ist Prof. Dr. Wolfgang Schlegel, Pionier der Medizinischen Physik.

Geehrt werden die Physiker Prof. Dr. Wolfgang Schlegel und Prof. Dr. Günther Hasinger.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Die Champions League der Physik wird kommende Woche in Lennep ausgetragen. So nennt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) die Röntgen-Plaketten-Verleihung am 18. September ab 11 Uhr in der Rögy-Aula. „Es ist die höchste Auszeichnung, die die Stadt vergibt – und sie wird in Wissenschaftskreisen hoch angesehen.“ Und sportlich wird es auch: Denn dieses Mal verleihen die Stadt Remscheid und die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Deutschen Röntgen-Museums gleich zwei Röntgen-Plaketten an einem Tag. Wegen der Pandemie fiel die Übergabe 2020 aus. Diese wird nun kommende Woche Samstag nachgeholt, dazu der Preisträger 2021 geehrt. Jeder Interessierte darf dabei sein, nur muss er sich anmelden und die 3G-Regel beachten (siehe unten).

Die Preisträger: Prof. Dr. Günther Hasinger wird für seine herausragenden Forschungen auf dem Gebiet der Röntgenastronomie mit der Röntgen-Plakette 2020 geehrt. Astrophysiker Hasinger ist Wissenschaftsdirektor der European Space Agency in Madrid und hat sich in den vergangenen Jahrzehnten mit der Erforschung des Röntgenhintergrunds beschäftigt. Seine Untersuchungen halfen nachzuweisen, dass die diffuse Röntgenstrahlung hauptsächlich von unzähligen Schwarzen Löchern in aktiven Galaxiezentren stammt. Aktuell geht er der Frage nach, ob es sich dabei um die bisher unverstandene Dunkle Materie handelt. Für seine Forschung der Schwarzen Löcher nutzt er Röntgen-Teleskope im All. An Abrixas war er genauso beteiligt wie an Erosita, das seit 2019 mit seinen sieben Röntgendetektoren den Himmel beobachtet. In den 2030ern soll zudem eine Mission mit dem neuen Teleskop namens Xeus starten. Prof. Dr. Wolfgang Schlegel erhält die Röntgen-Plakette 2021 in Würdigung seiner herausragenden Leistungen zur Entwicklung der intensitätsmodulierten konformalen Strahlentherapie. Er ist ein Pionier der Medizinischen Physik, sagt der Vorsitzende der Freunde und Förderer des Deutschen Röntgen-Museums, Prof. Dr. Ulrich Mödder. „Seine Idee ist heute weltweit Standard. Millionen Menschen sind so behandelt worden.“ Denn zahlreiche Verfahren, die heute in den Kliniken angewandt werden, gehen auf ihn und seine Mitarbeiter zurück. Ihnen gelang es, eine Technik zur präzisen Bestrahlung von Tumoren zu entwickeln. So können Patienten seitdem nicht nur schonend bestrahlt werden, sondern haben auch bessere Heilungschancen. Prof. Dr. Wolfgang Schlegel leitete bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2019 die Abteilung für Medizinische Physik in der Strahlentherapie am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. „Schlegel ist so ein Typ wie Röntgen: Er sieht ein Problem und entwickelt eine Technik, die zu umwälzenden Neuerungen führt“, sagt Dr. Uwe Busch, Direktor des Deutschen Röntgen-Museums.

Das Programm: Nach einer Begrüßung durch den Oberbürgermeister und den Vorsitzenden der Fördergesellschaft, Prof. Dr. Ulrich Mödder, hält Prof. Dr. Dr. Jürgen Debus vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg eine Video-Laudatio auf Prof. Dr. Wolfgang Schlegel. Weil dieser aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein kann, werden Mast-Weisz, Mödder und Busch dem Preisträger 2021 die Plakette nach Heidelberg bringen. Prof. Dr. Metin Tolan, Präsident der Universität Göttingen und Vorsitzender des Plaketten-Ausschusses, hält die Laudatio auf den Preisträger 2020, Prof. Dr. Günther Hasinger, im Anschluss wird ihm die Röntgen-Plakette verliehen. In seinem Festvortrag geht es schließlich um „Schwarze Löcher und das Schicksal des Universums“. „Es geht hier um existenzielle Fragen, die neugierig machen. Beschäftigt hat er sich auch mit dem Urknall. Für jeden spannend“, sagt Dr. Uwe Busch.

Für die musikalische Untermalung sorgt das Streichquartett der Bergischen Symphoniker: Viola Fey (1. Violine), Shino Nakai (2. Violine), Johanna Seffen (Bratsche) und Thomas Schultze (Cello). Anschließend gibt es einen kleinen Empfang im Foyer des Röntgen-Museums.

Nebenbei: Prof. Hasinger wird sich bereits am Freitagnachmittag den Fragen der Rögy-Schüler stellen. Der Junior-Club des Museums wird ihn anschließend durchs Röntgen-Museum führen.

Teilnahme

Wann: Samstag, 18. September, ab 11 Uhr

Wo: Aula des Röntgen-Gymnasiums, Röntgenstraße 12, Lennep. Nach der Verleihung lädt der Oberbürgermeister zu einem kleinen Empfang ins Foyer des Deutschen Röntgen-Museums ein. Der Eintritt ist frei.

Anmeldung: Telefonisch unter Tel. 16 33 84 oder per E-Mail an: info@roentgenmuseum.de

Regeln: Es gilt 3G. Ein Nachweis muss vorgezeigt werden. Ein negativer Antigen-Schnelltest darf nicht älter als 48 Stunden sein. Jeder Interessierte darf sich anmelden.

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