Versorgung

Stadt sucht einen neuen Kinderarzt für Lüttringhausen

Dr. Bettina Stiel-Reifenrath wirbt an den Unis für Remscheid. Foto: ric
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Dr. Bettina Stiel-Reifenrath wirbt an den Unis für Remscheid.
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Vor dem Aus für die Praxis an der Richthofenstraße: Oberbürgermeister möchte mit möglichen Betreibern sprechen.

Von Axel Richter

Remscheid. Die Medizin ist weiblich. Zwei Drittel aller Studienanfänger sind Frauen. Doch nicht einmal die Hälfte von ihnen übernimmt später eine eigene Arztpraxis. Auch das ist ein Grund dafür, dass es in Lüttringhausen mit einiger Wahrscheinlichkeit ab dem nächsten Jahr keinen Kinderarzt mehr gibt. „Wir können uns“, sagt Dr. Bettina Stiel-Reifenrath, Hausärztin in Lennep und Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Remscheid, „nun einmal keinen neuen Kinderarzt backen.“

Wie berichtet, wird das Solinger Krankenhaus Bethanien, das die Kinderarztpraxis an der Richthofenstraße als Medizinisches Versorgungszentrum führt, zum Jahresende schließen. Die Praxis gilt als defizitär. Die Lungenfachklinik will sie deshalb verkaufen, findet aber keinen Arzt.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) erreichte die Nachricht vom nahenden Aus für die letzte Kinderarztpraxis im 15 000 Einwohner starken Lüttringhausen im Urlaub in Südtirol. Sein Gesundheitsamt versucht seit geraumer Zeit mit seiner PR-Aktion „Come Doc nach Remscheid“ junge Nachwuchsmediziner für eine Niederlassung zu gewinnen. Remscheid bietet dafür gute Voraussetzungen. Die Miete für eine Praxis ist vergleichsweise günstig, und Patienten gibt es viele.

Ärztin rührt an den Unis die Werbetrommel für Remscheid

Mast-Weisz kündigt Gespräche mit potenziellen Betreibern an. Darauf setzt auch Bethanien-Chef Eckhard Rieger. Das Solinger Krankenhaus hat keine Kindermedizin, suchte deshalb den Kontakt unter anderem zum Sana-Klinikum und zu Helios. Das Wuppertaler Krankenhaus betreibt bereits die ehemalige Kinderarztpraxis Aring in Lennep als Medizinisches Versorgungszentrum.

Dr. Bettina Stiel-Reifenrath, deren Kassenärztliche Vereinigung für die medizinische Versorgung für Remscheid zuständig ist, rührt derweil an den Universitäten die Werbetrommel. Doch sie weiß: Die Medizin ist weiblich, und die Kindermedizin ist noch einmal weiblicher. „Weil aber nur wenige Frauen eine Praxis übernehmen, bekommen wir absehbar große Schwierigkeiten.“

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