Mix aus Wohnen und Arbeiten

Stadt präsentiert Ideen für DOC-Flächen

Ins Zentrum der Überlegungen rückt das Element Wasser. Dieses Beispiel stammt aus Berlin, wo die Firma BUWOG seit 2015 ein Quartier mit einem Mix aus Miet- und Einfamilienhäusern entwickelt. Herzstück ist das Wasserbecken. Regenwasser der umliegenden Häuser wird darin eingeleitet und durch die Uferbepflanzung biologisch gereinigt. So kann es verdunsten und kühlt dabei an heißen Tagen.
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Ins Zentrum der Überlegungen rückt das Element Wasser. Dieses Beispiel stammt aus Berlin, wo die Firma BUWOG seit 2015 ein Quartier mit einem Mix aus Miet- und Einfamilienhäusern entwickelt. Herzstück ist das Wasserbecken. Regenwasser der umliegenden Häuser wird darin eingeleitet und durch die Uferbepflanzung biologisch gereinigt. So kann es verdunsten und kühlt dabei an heißen Tagen.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
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Ein Mix aus Wohnraum und modernen Gewerbegebäuden soll in Lennep entstehen. Wasser spielt eine zentrale Rolle.

Remscheid. Die Ideen für die Flächen, auf denen in Lennep einmal das Designer Outlet Center entstehen sollte, sind vielfältig: Veranstaltungsgebäude auf dem Kirmesplatz, Klettergarten oder gemeinschaftliches Wohnen im 21. Jahrhundert sind nur einige Schlagworte bei den Bürgeranregungen, die Baudezernent Peter Heinze bei der Sitzung der Bezirksvertretung Lennep präsentierte.

Zwei Stunden beschäftigten sich die Politiker mit der Zukunft des Ortes, die ein Jahrzehnt lang auf den Bau des DOC ausgerichtet war. Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, bei dem am 25. Januar das Aus für das Großprojekt besiegelt wurde, gilt es nun, neue Perspektiven zu finden - und dabei sind weiterhin Hinweise gefragt, wie Heinze betonte.

Wohnen und Arbeiten auf den DOC-Flächen

Eine Arbeitsgruppe der Stadt hat aber bereits eine Beratungsgrundlage verfasst und darin Ideen gebündelt. Danach sollen Jahn- und Kirmesplatz sowie das Röntgenstadion keine reine Wohn- oder Gewerbegebiete werden. „Wir streben einen innovativen Nutzungsmix an“, erklärte Peter Heinze, der 30 Folien vorbereitet hatte, um dies zu illustrieren.

Grundaussage: Wohnen und Arbeiten sollen kombiniert werden. Emissionsarme Stadtfabriken könnten ebenso entstehen wie Mehrgenerationenhäuser. Es soll Platz für Kreativwirtschaft geben und vor allem Raum für die Gesundheitsbranche. „Es handelt sich um einen Zweig, der an Bedeutung gewinnt“, erklärte Peter Heinze. 2018 habe er einen Anteil von zwölf Prozent an der Gesamtwirtschaft gehabt. Tendenz steigend. Und so fließt eine Anregung der Allianz vom Heimat- und Verkehrsverein und Lennep Offensiv in die Planungsansätze der Stadt ein, auf Reha-, Kur- und sonstige medizinische Einrichtungen zu setzen.

Die Vermarkung des 7,5 Hektar großen Areals habe dabei einen finanziellen Nutzen für ganz Remscheid: zum einen durch steigende Grundsteuereinnahmen, zum anderen durch die Einkommenssteuer der neuen Bewohner, von der Remscheid einen Anteil erhält, machte Heinze deutlich.

Lenneper Bach soll renaturiert werden

Bei der Gestaltung der „Neuen Quartiere Lennep“ soll das Element Wasser ein Hauptfaktor sein. „Die Altstadt ist ein Quellgebiet. Hier befinden sich auch ehemalige Löschteiche“, erläuterte der Dezernent. Diesen Schatz gelte es zu heben und den Lenneper Bach zu renaturieren. Mit diesen und anderen Maßnahmen ließe sich in den künftigen Siedlungen Hochwasser und Hitzeschutz mit hochwertiger Gestaltung kombinieren.

Das Stadion ist Gegenstand der Abwägungen.

Peter Heinze, Baudezernent

Markus Kötter (CDU), der als stellvertretender Bezirksbürgermeister die Sitzung leitete, bedankte sich für die Fülle an Informationen - und vernahm bei den ersten Stellungnahmen auch Bedenken. Bettina Stamm (echt Remscheid) fehlte der Sportaspekt in den Planungsansätzen. „Das Röntgen-Stadion wurde ja gar nicht berücksichtigt.“ Für dessen Erhalt kämpft der FC Remscheid. „Das Stadion ist Gegenstand der Abwägungen, die nun auch für die übrigen Ideen folgen“, erwiderte Heinze. Allerdings stehe die Stadt nicht bereit, „10 bis 15 Millionen“ zu investieren. Zudem müsse im Hinblick auf die Parkplätze eine „eine bauliche Neubewertung“ erfolgen. Stellplätze fallen auf dem Jahnplatz weg, der Teil der „neuen Quartiere“ werden soll.

Susanne Fiedler (Grüne) lobte die Verwaltung für das „schöne, nachhaltige Konzept“. Ihr fehle aber eine Strukturierung bei der Beteiligung der Bürger. Diese können sich aber weiter zu Wort melden, erklärte Heinze. So gebe es nach wie vor die Mail-Adresse für Anregungen. Zudem kündigte er für Juni eine Lennep-Konferenz an, bei der sich Interessenten Informationen erhalten und mitreden können.

Entwicklungskonzept

Neben den DOC-Flächen will die Stadt auch das Große und Ganze in Lennep verändern. Vorgaben soll ein Stadtteilentwicklungskonzept liefern, das Perspektiven für die Lenneper Altstadt ebenso aufzeigen soll wie für den Tourismus und den Wohnstandort. Themen sind auch die Kölner Straße, Parkraum und Nahverkehr.
Anregungen für die DOC-Flächen an Neuequartiere@remscheid.de

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