„Dritter Ort“

Stadt arbeitet an Bibliothek der Zukunft

Kann am aktuellen Standort Scharffstraße die Bibliothek der Zukunft entstehen? Das prüft die Verwaltung derzeit. Karl Heinz Humpert (CDU, kl. Foto) wünscht sich eine offene, ehrliche und fundierte Gegenüberstellung samt Kostenschätzung der beiden Optionen. Fotos: Michael Sieber/Melissa Wienzek
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Kann am aktuellen Standort Scharffstraße die Bibliothek der Zukunft entstehen? Das prüft die Verwaltung derzeit.
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Geprüft werden aktuell ein Umbau des jetzigen Standorts sowie ein Neubau an der Alleestraße

Remscheid. Sitzecken, in denen digital gearbeitet wird, Kommunikationsräume, in denen sich Menschen austauschen, daneben ein Café: So soll die Bibliothek der Zukunft in Remscheid aussehen, auch „Dritter Ort“ genannt. Dass eine neue zukunftsfähige Bibliothek mit Aufenthaltsqualität entsteht, sei unbestritten. Nur wo und wie genau, daran arbeite die Verwaltung gerade, erklärt der Kulturausschussvorsitzende Karl Heinz Humpert (CDU). Er rechnet mit einer Beschlussvorlage zur Kulturausschusssitzung am 15. Februar. Letzten Endes entscheidet aber natürlich der Rat. „Mir ist wichtig, dass wir ein gründliches und ehrliches Fundament haben, das nachvollziehbar ist“, sagt er. Schließlich müssen nicht nur die Bürger, sondern auch potenzielle Fördergeber wie die Bezirksregierung Düsseldorf bei diesem Großprojekt mitgenommen werden. In besagter Vorlage sollen beide Optionen offen gegenübergestellt werden – so auch die Kosten. Wir geben einen Überblick.

Karl Heinz Humpert (CDU) wünscht sich eine offene, ehrliche und fundierte Gegenüberstellung samt Kostenschätzung der beiden Optionen.

Die zwei Optionen: Die Verwaltung prüfe nun folgende zwei Optionen: Erstens einen Umbau mit Aufstockung des jetzigen Gebäudes an der Scharffstraße sowie einen Neubau an der Alleestraße an jener Stelle, an der aktuell noch Sinn-Leffers steht.

Dazu erklärt Karl Heinz Humpert: „Das Gebäude an der Scharffstraße kann so, wie es jetzt ist, nicht zum ,Dritten Ort‘ werden. Es muss umgebaut werden. Bei der Überlegung, ein Geschoss aufzusetzen, müsste erst die Statik genau betrachtet werden.“ Auch Aufzüge müssten eingebaut werden sowie eine komplett neue Innenausstattung. Für Variante 2, also eine Bibliothek an der Stelle von Sinn-Leffers, die der Kulturausschussvorsitzende selbst einst ins Spiel gebracht hatte, spräche auch der städtebauliche Gesichtspunkt. „Das könnte die untere Alleestraße beleben.“ Die aktuelle Planung aus Sicht der Stadtplaner sehe vor, die Bibliothek der Zukunft dort zu errichten. Das letzte Wort sei aber noch nicht gesprochen. Beide Varianten würden geprüft, betont Humpert. „Es kommt aktuell ein gewisses Feuer in die Thematik, weil Sinn-Leffers von der Stadt angekauft wurde und abgerissen werden soll. Dann entsteht eine Wunde an der Allee.“ Die Frage sei: Was dann?

Grundsatzfrage: Die grundsätzliche Frage, die sich inhaltlich stelle, sei Folgende: Wie sieht das Anforderungsprofil der Remscheider Bibliothek der Zukunft überhaupt aus? „Dafür müssen wir uns erst einmal im Klaren darüber sein: Was macht die Bibliothek aus? Was wollen wir dort anbieten?“ In der Überlegung sei, das Kommunale Bildungszentrum mit Bibliothek, Volkshochschule und Musik- und Kunstschule in den neuen „Dritten Ort“ einzubinden.

„Ich würde schätzen, 2025/2026.“

Karl Heinz Humpert auf die Frage, wann die neue Bibliothek stehen könnte

Vom „Wie“ hänge nicht nur der Bau samt Innenausstattung ab, sondern auch die Akzeptanz der Bürger. „Ich kenne die Remscheider Mentalität, man ist immer erst einmal zurückhaltend bis kritisch.“ Daher sei es umso wichtiger, ein tragfähiges Konzept zu haben, das nach außen transportiert werden könne. Ein ausgereiftes Konzept sei auch deshalb so wichtig, weil man die Fördergeber wie die Bezirksregierung überzeugen möchte. Es geht schließlich um viel Geld. „Für Remscheider Verhältnisse ist das ein Riesenprojekt – was aber auf Dauer notwendig ist. Wir müssen mit der Entwicklung der Zeit gehen.“ Der Rat habe bereits 50 000 Euro freigegeben, um im nächsten Schritt eine Planungsexpertise für die Zukunftsbibliothek einzuholen.

Zeitlicher Ablauf: „Dieses Großprojekt wird nicht von heute auf morgen umzusetzen sein“, betont Humpert. Was meint er, wann die neue Bibliothek stehen könnte? „Wenn ein gutes Konzept, der politische Wille und die finanziellen Mittel da sind und man es wirklich will, würde ich schätzen 2025/2026.“

Löwe & Haus Cleff

Löwe: Das Denkmal auf den Theodor-Heuss-Platz soll 2022 saniert werden. Es wird eine Begleitkommission geben, die sich um Texte und Inhalte einer Plakette bemüht.

Haus Cleff: Die Kommission trifft sich bald wieder, um den Innenausbau zu besprechen.

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