Modernisierung

Stadion Reinshagen: Räumdienst sucht nach Bomben

Die Bagger bewegen schon Erde, noch muss der Kampfmittelräumdienst aber den vorderen Bereich auf dem Bild untersuchen. Fotos: Roland Keusch
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Die Bagger bewegen schon Erde, noch muss der Kampfmittelräumdienst aber den vorderen Bereich auf dem Bild untersuchen.
  • Andreas Weber
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Vorsichtsmaßnahme auf dem unteren Sportplatz in Reinshagen – Vor der Umwandlung in Kunstrasen wird gebohrt.

Remscheid. Die Bagger der Firma Strabag bewegen schon mächtig Erde, ohne den Kampfmittelräumdienst wird es jedoch nicht gehen. Markus Dobke, stellvertretender Sportamtsleiter, erwartet die Sondierer am Mittwoch im Stadion Reinshagen. Ohne deren grünes Licht geht’s nicht weiter. Beim Umbau der Sportstätte lässt die Stadt auf dem unteren Platz Vorsicht walten. Vor der Umwandlung von Asche in Kunstrasen wird das Areal auf Altlasten aus dem 2. Weltkrieg geprüft, Bodenbohrungen vorgenommen.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass dort Bomben gefunden werden, ist nicht groß, aber wir müssen sicher sein“, erklärt Dobke. Dafür muss allerdings nicht der komplette untere Sportplatz abgesucht werden. Nach 1945 ist dort angeschüttet worden, um den Platz zu begradigen. Mehrere Meter Differenz sind damals auf diese Weise ausgeglichen worden. Gesucht wird nur an dem Randstreifen im Rücken der Stadion-Haupttribüne, wo vor über 60 Jahren so gut wie keine Erde hingekippt wurde.

„Die Idee habe ich mir ein bisschen von der Anlage des TC Rot-Weiß abgeguckt.“

Markus Dobke, Sportamt, über eine zweite Werferanlage

Der Einsatz des Kampfmitteldienstes kostete Zeit bei der 2,3 Millionen teuren Modernisierung der Reinshagener Anlage. Im Oktober begann das Hin und Her mit der Bezirksregierung über den Ortstermin der Kampfmittelräumer. Danach kam der Wintereinbruch, der weitere Wochen Verzögerung bedeutete. Die Einweihung des unteren Platzes (94 x 64 Meter; brutto: 98 x 67), der zuvorderst den Fußballern, aber auch den American Footballern als Ausweichfläche zur Verfügung stehen wird, wird sich laut Dobke auf Ende Juni verzögern. Mit eingebunden sein wird der Bau einer Rigole, einer Regenversickerung, für die bereits ein Erdloch ausgehoben worden ist.

Freut sich auf den Abschluss des Umbaus in 2022: Markus Dobke.

Nachdem Granulat aufgrund der Mikroplastik-Problematik aus dem Rennen war, bleiben zwei Varianten für einen unverfüllten Kunstrasen. Die Wahl soll zeitnah getroffen werden. Es gibt eine Präferenz für das Produkt eines Schweizer Herstellers, sagt Dobke.

Etwas eher werden die Arbeiten oben am Stadion abgeschlossen. Bis Ende April soll die Entwässerungsanlage erneuert und die Voraussetzungen für die Leichtathletik geschaffen sein mit einer Werferanlage, die zwischen Naturrasen und Tartanbahn hinter einem der Tore eingerichtet wird und Diskus- und Speerwerfen ermöglicht. „Das sollte es den Schulen erlauben, dort ihre Abi-Abschlussprüfungen im Fach Sport abzuhalten“, ist Dobke hoffnungsfroh. Auch der LG Remscheid sollte so ermöglicht werden, in die Freiluftsaison zu starten – so es die gesetzlichen Vorgaben dann erlauben.

Die alte Werferanlage war zuvor am unteren Aschenplatz. Der Sportamtsmitarbeiter plant sogar mit seinen Kollegen und Architektin Sabine Ferreira-Goncalves die Reaktivierung einer zweiten Werfer- und Sprunganlage, die angrenzend an das Haus mit der Nr. 25 am Stadion saniert und deutlich vergrößert zusätzlich entstehen soll. „Die Idee habe ich mir ein bisschen von der Anlage des TC Rot-Weiß abgeguckt“, meint Dobke.

Wie beim Tennisverein, so will das Sportamt die ausgebaggerte Erde nutzen, um sie an anderer Stelle des weitläufigen Stadiongrundes anzuschütten. „Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Es spart uns teure Entsorgungskosten und wir können an der Stelle den Leichtathleten noch eine zweite Trainingsstätte bieten.“ Die dritte große Etappe sieht vor, den zweiten, oberen Kunstrasen – der an die Turnhalle West angrenzt – zu erneuern. Die Hockeyspieler des Reinshagener Turnerbund (RTB) erhalten dann endlich den speziellen Untergrund, den sie für die Ausübung ihres Mannschaftssports benötigen.

Wenn die Hockeysaison 2021 vorüber ist, soll die Umwandlung im Herbst in Angriff genommen werden. Fertig sein könnte die obere Kunstrasenanlage im Frühjahr 2022. Geplant sei auch, fügt Markus Dobke hinzu, danach in der Sporthalle West ein paar Maßnahmen durchzuführen. Unter anderem wird in die Brandschutzsicherheit investiert.

Ein Stadion mit Naturrasen bleibt übrig

Wenn das Röntgen-Stadion in Lennep mit dem Bau des Outlet-Centers wegfallen sollte, würde das 1925 erbaute Stadion Reinshagen am anderen Ende der Stadt das einzige mit Naturrasen in Remscheid sein, mithin auch die größte Fußballstätte in dieser Stadt. Zusätzlich zu den beiden Nebenplätzen wird dort einiges getan: Neben der 100 000 Euro teuren, neuen Beregnung wird eine Werferanlage entstehen. In den Kabinen werden die Sanitäranlagen gerade in städtischer Eigenregie auf Vordermann gebracht.

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