Haltung der Sportszene ist ambivalent

E-Sport möchte vereinsreif werden

E-Sport-Cup im Solinger Hofgarten: Auch einen E-Sport-Verein gibt es in der Nachbarstadt. Foto: Michael Schütz
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E-Sport-Cup im Solinger Hofgarten: Auch einen E-Sport-Verein gibt es in der Nachbarstadt.
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Boomende Szene stellte sich im Sportausschuss vor – Esport Berg hofft auf Gemeinnützigkeit.

Remscheid. Sie zählen in Deutschland, teilweise in Europa zu den Besten in der Rocket League und Super Smash Bros. Ultimate. Mehrere Gamer, die Esport Berg aus Remscheid unter Vertrag hat, haben sich in der Szene einen überregionalen Ruf erworben. Der Eigentümer des 2019 gegründeten Unternehmens, Philipp Brämer, stellte die boomende Freizeitbeschäftigung im Sportausschuss vor. Die Kommunalpolitiker ließen sich darüber aufklären, ob sich E-Sport in Vereinsstrukturen einbinden lässt. Antwort: Unter gewissen Voraussetzungen wäre dies denkbar, wenn der Wettbewerbscharakter im Vordergrund steht, kommerzielle Aspekte keine Rolle spielen.

Bei dem Namen rümpfen viele die Nase. E-Sport als echten Sport zu bezeichnen, würde denjenigen, die damit ganz klassisch Bewegung verbinden, nicht einfallen. Das Thema beschäftigt jedoch längst die Dachorganisationen der Sportler. Neben Brämer war auch Julian Lagemann, stellvertretender Vorsitzender der Sportjugend NRW zu Gast. Lagemann definierte E-Sport als „Wettkampf von Menschen mit dem Mittel von digitalen Spielen“. Fifa sei für die Fußballfans dabei das bekannteste, er nannte aber auch Shooter-Spiele am Computer oder das Fantasy-Strategiespiel „League of legends“ als Beispiele.

E-Sport ist ein großes Thema

Die Haltung der Sportszene dazu, räumte Lagemann ein, sei ambivalent. Gleichwohl wächst der E-Sport, richtet große Turniere und Conventions aus. Wer darüber rede, ob E-Sport etwas für Vereine sei, müsse Jugendschutz und pädagogische Qualität in die Bewertung einbeziehen. „Spiele, bei denen es zu deutlicher Gewaltanwendung kommt, lehnen wir ab“, betonte Julian Lagemann. Glücksspiel-Elemente dürfe es ebenfalls nicht geben. E-Sportlern, die sich in Vereinsstrukturen einbinden wollen, riet der Vertreter der Sportjugend: „Schaut, dass ihr einen pädagogischen Anstrich bekommt.“ Dort, wo Geld im Vordergrund steht, sagt der Sportbund auch nein.

Lagemann dachte bei einer sinnvollen Verknüpfung daran, eine „Mischung aus virtueller Welt und Bewegung anzustreben. Voller Körpereinsatz könne zum Beispiel bei Flugsimulatoren gefragt sein oder Fechtduellen am Bildschirm. Lagemann räumte ein, dass es momentan schwierig sei für Vereine zu beurteilen, ob sie als dem Gemeinwohl verpflichtete Mitglieder gegen ihre Satzung verstoßen, wenn sie E-Sport integrieren. Aber: „Sport oder nicht Sport, egal: Es ist ein großes Thema.“ Feste Strukturen gibt es in Remscheid, wenngleich auf Firmenbasis. Initiiert wurde Esport Berg von dem jungen Lenneper Pasquale Cammareri, der mit Philipp Brämer das Projekt vorantreibt.

„Eine Mischung aus virtueller Welt und Bewegung anstreben.“

Julian Lagemann, Sportjugend NRW

Der 28-Jährige ist Qualitätsmanager im Außendienst und lebt beruflich bedingt in Nordhessen. Der Firmensitz Remscheid ist Brämers zweite Heimat geworden. Esport Berg ist dank des Erfolgs einiger Spieler in den vergangenen zwei Jahren zügiger gewachsen, als den Machern lieb war. Momentaner Ansatz: Mit der Rocket League, einer Art Auto-Fußball, und Super Smash Bros. von Nintendo Reichweite generieren, um an Werbepartner zu kommen und Umsätze zu generieren. Philipp Brämer räumte aber auch ein, dass ein Bestreben sei, die Gemeinnützigkeit zu erlangen. Drei Anläufe einer e.V.-Gründung sind bislang jedoch gescheitert.

Auf der Suche

Esport BERG möchte sein Engagement im Bergischen Land für den Esport stärken, beispielsweise durch einen eigenen Spielort für Events, Training und Turniere (Freizeiteinrichtung für junge Menschen). Auch die Suche nach Sponsoren aus der Region gehört dazu, z.B. Mittelständler, die ihre Arbeitgebermarke in der jungen Zielgruppe 16 - 21 Jahre stärken wollen.

Seminarreihe: Noch mehr „Besserwisser“ im Gründerquartier.

Sportplätze in Remscheid: Grünes Licht für Kunstrasen.

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