Deutsches Werkzeugmuseum

Spielzeug-Ausstellung wirft Gesellschaftsfragen auf

Dr. Andreas Wallbrecht und Annabelle Hoppe zeigen die Mitmach-Wand: Auf Puzzleteilen können Gäste notieren, womit sie gespielt haben. Foto: Roland Keusch
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Dr. Andreas Wallbrecht und Annabelle Hoppe zeigen die Mitmach-Wand: Auf Puzzleteilen können Gäste notieren, womit sie gespielt haben.

Das Deutsches Werkzeugmuseum in Hasten hat einen neuen Imageflyer

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Das rosafarbene Kinderservice von Melitta oder der Metall-Stabilbaukasten sind einfach schön anzusehen in ihren acht Vitrinen. Ab sofort können die Besucher des Deutschen Werkzeugmuseums in Hasten die bereits im Dezember aufgebaute Ausstellung „(K)Ein Kinderspiel – Früh übt sich, wer ein Meister werden will“ auch sehen – nach vorheriger Terminvereinbarung. „Der eine oder andere wird sicher Spielzeug entdecken, mit dem er selbst gespielt hat“, sagt Museumsleiter Dr. Andreas Wallbrecht. Die Schau ist bis 8. August verlängert worden. Besucher werden dabei aktiv einbezogen: Auf Puzzleteilen können sie notieren, womit sie gespielt haben.

Allerdings ist das nur der erste Blick. „Spielzeug hat eine sozialgeschichtliche Funktion: Es gibt Spielzeug für Jungen und Spielzeug für Mädchen“, erklärt Wallbrecht. Die Spielzeugindustrie machte sich dies schon immer zunutze – Jungen und Mädchen wurde so schon früh in bestimmte Richtungen gelenkt und folglich in bestimmte Rollen eingeteilt. Und auch heute noch trennten die Spielzeugläden ganz klar zwischen Mädchen und Jungen. „Vieles läuft unterschwellig, und das ist das Schwierige dabei“, sagt Wallbrecht. Was die Frage aufwirft: Warum ist das so? Muss das so sein? Und was hat sich in den letzten Jahrzehnten geändert?

Der Imageflyer des Deutschen Werkzeugmuseums.

Darauf will das Museum aufmerksam machen. Und die Gäste sollen hinterfragen. Die Plakate zu „typischem Jungenspielzeug“ und „typischem Mädchenspielzeug“ sind bewusst provokativ. Drei Texttafeln machen auf die sozialen und gesellschaftlichen Aspekte aufmerksam. „Wenn wir wirklich wollen, dass sich etwas ändert, muss sich die Gesellschaft ändern. Das reicht bis zu Frauen in Führungspositionen“, sagt Museumspädagoge Markus Heip. Er hat eine Szenerie für die Schau entworfen, die Frauen, Männer und Kinder in typischen Bildern der 50er Jahre zeigt. Sobald das Museum wieder Führungen anbieten darf, soll diese tiefere Ebene noch deutlicher angesprochen werden.

Imageflyer: Das Museum hat eine neue Broschüre im modernen Design, die öffentlich ausliegt und künftig bei Messen gezeigt wird. „Der Flyer gibt einen allumfassenden Blick über unsere Bereiche“, erklärt Annabelle Hoppe: Sonderausstellungen, Museumspädagogik, Veranstaltungen, Mietmöglichkeiten, Förderkreis. Alles versehen mit QR-Codes, die zu Videos und Geschichten auf der neuen Website führen. Diese ist gerade im Aufbau. Auch im Flyer findet sich die Farbe des Museums wieder: Rot.

So haben Museen und Co. in Remscheid nun geöffnet. (Stand: 9. März)

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