Politik

SPD schickt Sven Wolf erneut ins Rennen

Sven Wolf wurde von den Delegierten aus Remscheid und Radevormwald als Landtagskandidat aufgestellt. Die SPD-Parteifreunde hatten sich in der Albert-Einstein-Gesamtschule getroffen. Foto: Thomas E. Wunsch
+
Sven Wolf wurde von den Delegierten aus Remscheid und Radevormwald als Landtagskandidat aufgestellt. Die SPD-Parteifreunde hatten sich in der Albert-Einstein-Gesamtschule getroffen.

Abgeordneter tritt bei den Landtagswahlen im nächsten Jahr wieder an.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Wenn es nach den Sozialdemokraten in Remscheid und Radevormwald geht, soll weiterhin Sven Wolf (SPD) die Interessen beider Städte im nordrhein-westfälischen Landtag vertreten. 49 Delegierte aus den Ortsvereinen stellten ihn bei einem Treffen in der Albert-Einstein-Gesamtschule an der Brüderstraße als ihren Kandidaten auf. 39 votierten am Dienstagabend für ihn. Es gab aber auch acht Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Einen Gegenkandidaten hatte Sven Wolf nicht.

Die Aufstellungskonferenz wurde von dem EM-Spiel Deutschland gegen England eingeläutet. Wer wollte, konnte das Geschehen auf einem Großbildschirm in der Aula verfolgen. Nachdem das Ausscheiden der Nationalmannschaft mit der 0:2-Niederlage besiegelt war, stellte Versammlungsleiter Ralf Gassen bei seiner Begrüßung fest: „Auch wenn die Stimmung nun im Keller ist: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel und nach der Wahl ist vor der Wahl.“ Der stellvertretende Unterbezirksvorsitzende rief seinen Parteifreunden zu: „Lasst uns mit Herz und Verstand Menschen für unsere Werte gewinnen und überzeugen.“

Remscheid: Sozialdemokraten wollen mit ihren Kernthemen punkten

In dieser Mission tritt erneut Sven Wolf an, der seit 2010 ein Mandat im NRW-Landtag hat – und dort Vize-Chef der SPD-Fraktion ist. In seiner Bewerbungsrede kündigte der 45-Jährige an, dass die Sozialdemokraten mit ihren Kernthemen punkten wollen: „Dazu gehören gute und faire Arbeit, gute Bildung, ein gutes Gesundheits- und Pflegesystem und bezahlbares Wohnen“, listete Sven Wolf auf: „Wir brauchen in Nordrhein-Westfalen einen Neustart.“

Die Corona-Folgen hätten in diversen Bereichen Defizite zutage gefördert – unter anderem bei der Bildung. „Es darf nicht sein, dass die einen Schüler einen schlechteren Start haben als die anderen“, spielte Wolf darauf an, dass die Ausstattung mit Computern auch vom finanziellen Einkommen der Eltern abhängig ist. Seine Kernaussage: „Wir müssen in Nordrhein-Westfalen wieder Politik für die Vielen und nicht die Wenigen machen.“

Das Thema „gute Arbeit“ sei ebenfalls während der Pandemie in den Blickpunkt gerückt. Applaus für jene, „die den Laden am Laufen halten“, reiche nicht. „Deswegen machen wir uns stark für faire Arbeitsverhältnisse, für starke Gewerkschaften und für Hilfen an die Unternehmen, die mitten im Wandlungsprozess stehen“, erklärte der SPD-Politiker, der in Sachen Sana-Klinikum deutlich wurde: „Mitten in der Pandemie Menschen zu kündigen, die sich insbesondere um die Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern kümmern, ist das falsche Signal.“ Die Botschaft, die damit der Sana-Konzern an die Beschäftigten sende, sei eine „Sauerei“. Wolf versprach, seine „ganze Kraft, Energie und Erfahrung einzubringen“, um zum Erfolg für die Sozialdemokraten 2022 beizutragen.

Dass dieser trotz schlechter Umfragewerte möglich ist, hob OB Burkhard Mast-Weisz (SPD) mit Blick auf das Kommunalwahlergebnis 2020 hervor. Mit „Geschlossenheit, Optimismus, Mut und Präsenz“ sei es gelungen, dass die SPD in Remscheid 34 Prozent erzielte und seither die stärkste Fraktion im Stadtrat stellt.

Mast-Weisz warb dafür, dass die Parteifreunde Sven Wolf ins Rennen schicken. „Er kommt zu den Menschen, ist jederzeit erreichbar“, lobte er Wolf, dem er großes Engagement für Remscheid bescheinigte. Das habe er bereits 2010 gezeigt, als er als junger Abgeordneter um finanzielle Hilfen für seine Stadt kämpfte. „Es ging um den Stärkungspakt und darum, dass wir wegen eines Übertragungsfehlers zehn statt zwanzig Millionen Euro pro Jahr an Unterstützung bekommen sollten.“ Im Ringen um Finanzspritzen mit den mächtigen SPD-Verbänden aus dem Ruhrgebiet sei die Wahrscheinlichkeit groß gewesen, dass Wolf scheitern würde. „Er hat es aber geschafft.“ Nicht nur deswegen könne er sich keinen besseren Kandidaten für den Wahlkreis vorstellen, unterstrich Mast-Weisz.

Zur Person

Der 45-jährige Jurist ist seit 1998 Mitglied der SPD. 2010 und 2012 wurde er von den Remscheidern direkt in den Landtag gewählt. 2017 unterlag er im gemeinsamen Wahlkreis mit Radevormwald Jens Nettekoven (CDU). Wolf zog aber über die Landesliste der SPD ins Parlament ein.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Die Vergessenen aus dem Morsbachtal
Die Vergessenen aus dem Morsbachtal
Die Vergessenen aus dem Morsbachtal
Alpakas an der Leine sind der Hingucker auf dem Wanderweg
Alpakas an der Leine sind der Hingucker auf dem Wanderweg
Alpakas an der Leine sind der Hingucker auf dem Wanderweg
Corona: Inzidenz steigt auch in Remscheid weiter - Ärzte impfen nur wenige Kinder
Corona: Inzidenz steigt auch in Remscheid weiter - Ärzte impfen nur wenige Kinder
Corona: Inzidenz steigt auch in Remscheid weiter - Ärzte impfen nur wenige Kinder
Waffeleria im Zentrum Süd: Familie Salsedo sorgt für eine gelungene Party
Waffeleria im Zentrum Süd: Familie Salsedo sorgt für eine gelungene Party
Waffeleria im Zentrum Süd: Familie Salsedo sorgt für eine gelungene Party

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare