Bundestagswahl 2021

SPD gerät spät in Stimmung

Zwischen Hoffen und Bangen: Antonio Scarpino, Christine Krupp und Erden Ankay-Nachtwein verfolgten die Zahlen im Miro. Foto: Roland Keusch
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Zwischen Hoffen und Bangen: Antonio Scarpino, Christine Krupp und Erden Ankay-Nachtwein verfolgten die Zahlen im Miro.

Die Genossen setzen auf ein Ampel-Bündnis.

Von Axel Richter

Remscheid. Die SPD war schon einmal lauter. Am 13. September 2020 zum Beispiel, als ihr Oberbürgermeisterkandidat Burkhard Mast-Weisz die Mitbewerberin von der CDU klar hinter sich ließ. Von solch klaren Verhältnissen konnte am Sonntagabend jedoch keine Rede sein. Entsprechend verhalten reagierten die Sozialdemokraten als die Wahlprognose um 18 Uhr SPD und CDU bei jeweils 25 Prozent sah.

Statt Freude stand den meisten Genossen eher ein Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. Erst als sich in den Hochrechnungen die SPD langsam vor die CDU schob und sich zugleich der Wahlsieg des eigenen Direktkandidaten Ingo Schäfer über Jürgen Hardt von der CDU abzeichnete, löste sich die Stimmung im Miro an der Scharffstraße, wo die SPD bei Leberkäs, Spießbraten und Kartoffelecken den Wahlabend feierte.

Es sollte der lange Abend werden, den Sven Wiertz seinen Parteifreunden vorausgesagt hatte. Dicht umlagert erwies sich der Stadtkämmerer wie im beruflichen Leben auch diesmal als Herr der Zahlen, der die aktuellen Auszählungsergebnisse im Wahlkreis 103 weitergab. Als Ingo Schäfer 1000 Stimmen vor Jürgen Hardt lag, wagte Wiertz eine eigene Prognose: „Das wächst jetzt.“ Er sollte recht behalten. Zufrieden zeigte sich deshalb Christine Krupp, Vorsitzende der SPD Remscheid: „Wenn wir überlegen, woher wir kommen, dass uns vor einem Dreivierteljahr niemand den Wahlsieg zugetraut hat, dann ist das ein tolles Zeichen für eine moderne progressive Politik für unser Land.“ Sie hofft auf eine Ampel-Koalition in Berlin und verweist bei aller Bescheidenheit auf den Stadtrat in Remscheid, wo SPD, FDP und Grüne zusammenarbeiten.

Wolf: Übernahme der Schulden bedeutet eine Sorge weniger

Auch Sven Wolf, Chef der SPD-Ratsfraktion und Mitglied des Düsseldorfer Landtags, knüpft große Hoffnungen auf ein solches Bündnis mit Olaf Scholz als Bundeskanzler. Scholz hatte den lange erhofften Altschuldenfonds für Städte wie Remscheid angekündigt. Remscheid ist hoch verschuldet und zahlt dafür annähernd sieben Millionen Euro pro Jahr an Zinsen. Übernähme der Bund die 600 Millionen schwere Altschuldenlast, „hätten wir eine große Sorge weniger“, sagt Wolf.

Und noch etwas wünscht sich der Remscheider aus Berlin: Geld und Know-how, um den Transformationsprozess in der heimischen Wirtschaft voranzubringen. So etwas wie die Schließung des Werkes von ThyssenKrupp Gerlach dürfe sich nicht wiederholen, sagt Wolf. Der Hersteller von Pkw-Kurbelwellen habe die Entwicklung schlicht verschlafen.

Hier geht‘s zu unserem Live-Ticker zur Bundestagswahl 2021

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