Politik

SPD: Das fordert die junge Generation

Auf dem Weihnachtsmarkt in Hasten verkauften Alegra Luna Moreno-Benito, Jana Kinnen, Daniel Pilz, Lara Haibeck, Tekin Sahin und Yannik Nützmann (v. l.) Churros.
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Auf dem Weihnachtsmarkt in Hasten verkauften Alegra Luna Moreno-Benito, Jana Kinnen, Daniel Pilz, Lara Haibeck, Tekin Sahin und Yannik Nützmann (v. l.) Churros.
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Jusos setzen sich für Kinder, einen Baum für jedes Baby und bessere ÖPNV-Verbindungen ein.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Von wegen die junge Generation interessiert sich nicht für Politik – der Trend, die eigene Welt mitzugestalten, hat nicht zuletzt durch die Klimadiskussion Fahrt aufgenommen. Auch in Remscheid. Die Jusos, die Nachwuchsorganisation der SPD, wächst stetig. „Sie möchten sich einbringen“, sagt der Juso-Vorsitzende Daniel Pilz (21). Man müsse die jungen Leute anders ansprechen - zum Beispiel durch Aktionen, die nicht direkt mit Politik verknüpft seien. „Oder sie einfach mal direkt ansprechen“, meint Pilz.

Wie viele Mitglieder haben die Jusos Remscheid?

Von den 400 SPD-Mitgliedern in Remscheid sind aktuell 120 bei den Jusos, davon rund 40 Aktive. „Damit können wir mit der Studentenstadt Wuppertal mithalten“, sagt Pilz. Tendenz steigend. NRW-weit sei mittlerweile bekannt, dass Remscheid eine starke Truppe habe. „Viele Gruppen aus dem Umkreis haben uns gefragt, was wir anders machen als sie.“ In Remscheid stehe nach jeder Besprechung ein Ergebnis. So sei Aktion für Aktion entstanden. Zudem stellen die Jusos vier von fünf Ortsvereinsvorsitzenden. „So können wir inhaltlich mehr Themen setzen“, meint Pilz.

Wer macht mit?

Azubis, Studenten, Schüler, aber auch junge Berufstätige. Hier träfen junge Lehrer auf Schüler. „Das ist spannend und macht uns inhaltlich stark, weil wir, wenn es um das Thema Schule geht, diese zwei Sichtweisen bedienen können.“ Von 14 bis 35 darf man bei den Jusos mitmachen. Dazu ist keine SPD-Parteizugehörigkeit erforderlich.

Wer ist der Vorstand?

Die 35 stimmberechtigten Mitgliedern wählten bei der laut eigener Aussage besten besuchte Jahreshauptversammlung seit 40 Jahren im September einen neuen Vorstand: Alter und neuer Vorsitzender ist Daniel Pilz, ihm zur Seite stehen Tobias Niebergall und Rosanna Düring. Erstmals in den Vorstand gewählt wurden Lara Heibeck, Iman Boumlal und Jana Kinnen. Weitere Vorstandsmitglieder: Philip Schulze, Benedikt Matthes, Alegra Moreno-Benito, Luis Pinkall, Sofia Rodriguez Eckwert, Tekin und Turgut Sahin.

Welche Aktionen gab es zuletzt?

Zum Beispiel das Fußballturnier mit dem FC Klausen für die Ukraine, ein Höhepunkt für die Jusos. „Es war das erste Mal, dass wir so etwas auf die Beine gestellt haben.“ 1200 Euro kamen zusammen. Am 1. April 2023 soll es eine Neuauflage geben. Zudem Wahlkämpfe, 1. Mai, Weltfrauentag & Co. Zuletzt verkauften die jungen Remscheiderinnen und Remscheider Churros auf den Weihnachtsmärkten in Hasten und Lüttringhausen. Den Erlös, 500 Euro, spenden die Jusos nun an die RGA-Hilfsaktion Helft uns helfen. „Bei den Aktionen können die jungen Menschen sehen: Man kann gemeinsam was bewegen.“

Was fordern die Jusos aktuell?

Immer noch einen Baum für jedes geborene Baby. Die Idee stammt aus 2021, gemeinsam mit den anderen Jugendorganisationen. „Ich hoffe, es wird noch umgesetzt“, sagt Pilz. Dabei soll einmal jährlich im Herbst eine große Pflanzaktion stattfinden. Zu dieser könnten auch Bürgerinnen und Bürger, Schulklassen, Schülervertretungen oder das Klimabündnis Remscheid zum Anpacken eingeladen werden. Zudem soll über dieses Projekt in den Schulen Bildungsarbeit geleistet werden.

Außerdem ein Entlastungspaket, eine Unterstützung für Kinder. „Alle reden über Inflation und Energie, aber die Kinder werden dabei komplett vergessen“, sagt Daniel Pilz. Die Jusos wünschen sich, dass die Stadt mindestens einmal im Jahr einen Ausflug für jedes Kind möglich macht. Oder dass ein jährlicher Vereinsbeitrag für ein Kind übernommen wird. Falls dies nicht kommunal möglich sei, sollten die Landtagsabgeordneten das Thema mitnehmen.

Forderung drei: bessere ÖPNV-Verbindungen, vor allem nach Köln und ins Ruhrgebiet. „Ich musste mir selbst ein Auto kaufen, nur, um nach Bochum zur Uni zu kommen“, sagt Pilz. Denn Verspätungen und Ausfälle seien die Regel. „Kein Wunder, dass viele junge Leute die Stadt verlassen.“

Der Regionalexpress 47 fährt stündlich von Remscheid Lennep nach Düsseldorf.

Zum Thema Alleestraße sagt der Vorsitzende: „Wir müssen weg vom Konzept Einzelhandel, sondern die Innenstadt anders beleben.“ Städte wie Tübingen machten es vor: Studentencafés statt Coworking-Spaces. „Wir haben sehr viel Potenzial. Viele Organisationen würden sich gerne ansiedeln.“ Auch ans Thema niedrige Wahlbeteiligung wollen die Jusos ran. „Wir wünschen uns eine flächendeckende Junior-Wahl und nicht nur an drei, vier Schulen.“

Zur Person

Der Lenneper Daniel Pilz baute sein Abi am Rögy. Der 21-Jährige studiert Sozialwissenschaften und Jura. Er ist Juso-Vorsitzender in Remscheid, erster Nachrücker der SPD auf der Ratsliste und Sprecher des Klimabündnisses, das aus der alten „Fridays-for-Future“-Gruppe entstanden ist.

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