Geldinstitut

Sparkasse stellt sich dem rasanten Wandel

Wandel in Zeiten des digitalen Zeitalters: die Sparkassen-Vorstände (v.l.) Peter Hardebeck, Michael Wellershaus, Herbert Thelen. Foto: Roland Keusch
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Wandel in Zeiten des digitalen Zeitalters: die Sparkassen-Vorstände (v.l.) Peter Hardebeck, Michael Wellershaus, Herbert Thelen.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Für das Geldinstitut ist die Digitalisierung das Thema der Zukunft – Wertpapiergeschäft legt um 139 Prozent zu.

Remscheid. Die Stadtsparkasse Remscheid sieht sich als „Stabilitätsanker“ in Remscheid, gleichzeitig aber in einem rasanten Wandel, der dem Kundenverhalten, der Digitalisierung und damit verbunden neuen Formen der Zusammenarbeit ihrer 282 Mitarbeiter Rechnung trägt. Die Bilanzsumme des Geldinstituts weist 1,72 Milliarden Euro aus, das Kreditvolumen lag vergangenes Jahr bei 1,11 Milliarden Euro, die Vermögensanlagen beliefen sich auf 1,9 Milliarden Euro. Halb Remscheid ist Kunde. Um die 50 000 sind es, die Zahl der Giro- und Tagesgeldkonten liegt bei 75 000.

Bei ihrem Bilanz-Pressegespräch 2021 betonten die drei Vorstände Michael Wellershaus, Herbert Thelen und Peter Hardebeck gestern Mittag: „Wir sind eine starke Sparkasse, weil wir die notwendigen Veränderungen anpacken.“

„Wir sind eine starke Sparkasse, weil wir notwendige Veränderungen anpacken.“

Sparkassen-Vorstand

Ihren Transformationsprozesse gehe die Sparkasse von einer „soliden Ausgangssituation“ aus an. Die Kernkapitalquote liegt bei 16,56 Prozent, soll gesteigert werden. „Wir haben die steigenden Anforderungen der Bankenaufsicht an die Eigenkapitalausstattung von Kreditinstituten im Blick“, kündigte Peter Hardebeck an.

Berücksichtigt werden die sich permanent ändernden Rahmenbedingungen. Die beginnen im eigenen Haus in den fünf Geschäftsstellen. Zum einen wird über neue Raumkonzepte nachgedacht, weil nicht zuletzt das Homeoffice an Gewicht gewinnt. In der Sparkasse durch ein Pilotprojekt mit 35 Kolleg(inn)en vor der Pandemie angeschoben, wurde dieses konsequent ausgebaut. 187 Mitarbeiter arbeiten mittlerweile teilweise oder temporär von Zuhause aus. „Das sind Zweidrittel der Belegschaft“, verdeutlicht Michael Wellershaus. Beratungen aus der Distanz zu führen, sei von den Kunden, entgegen erster Befürchtungen der Mitarbeiter, problemlos akzeptiert worden.

Der Bildschirm gewinnt an Bedeutung. Zwar steht die persönliche Beratung von Angesicht zu Angesicht noch im Vordergrund, aber Thomas Hahn und Dominik Broszka betreuen seit Juli 2021 im digitalen Beratungscenter (8 bis 20 Uhr) schon 2100 Kunden, quer durch alle Altersschichten. Dort können Bankgeschäfte mobil, gleichzeitig persönlich und vertraulich, auch per Video-Chat erledigt werden. „Täglich treten fast 100 Kunden auf diesem Weg in Kontakt mit uns“, stellt Wellershaus fest.

Seit Januar hat sich das Businesscenter hinzugesellt, betreut von sieben Sparkassen-Mitarbeiterinnen, die täglich zwischen 70 und 90 Anrufe aus der Firmen- und Geschäftswelt erreichen. Das digitale Zeitalter ist bei der Kontennutzung nicht mehr aufzuhalten. Die Online-Banking-Quote hat sich bei den Girokonten (Privat und Firmen) um vier auf knapp 70 Prozent erhöht. Die Zahl der Nutzer der Sparkassen-App stieg von 13 787 (2019) auf 16 533 (2021). Die App, sowohl für Android und iOS, erhielt von der Zeitschrift Finanztest die Top-Wertung unter 14 überprüften Multibanking-Apps.

Herbert Thelen erklärte beim Pressegespräch, dass die Zahlungen per Smartphone – beispielsweise mit ApplePay – deutlich zugenommen hätten. „Bei ApplePay sind wir das einzige Institut vor Ort, dass dies über GiroCard anbietet.“ Der Trend zum bargeldlosen Bezahlen nimmt stetig zu. „Eine Umkehr dieser Entwicklung wird nicht erfolgen“, prognostiziert Herbert Thelen.

In Zeiten, wo klassisches Sparen oder Anlegen null Erträge bringt, öffnen sich selbst finanztechnisch konservative Kunden immer mehr Wertpapieren, um Vermögen aufzubauen. 2019 lag das Wertpapiergeschäft bei 9,1 Mio., 2020 bei 30,8 Mio. und in 2021 bei 73,5 Millionen Euro, eine Steigerung um 139 Prozent. Gerade Sparpläne waren eine wichtige Option zur Anlage und Absicherung für das Alter.

So legte das Fonds-Sparen um 60 Prozent zu. „Unsere Beratung geht in Richtung Diversifikation mit verschiedenen Fondsanlagen“, erklärt Thelen.

Das Geschäftsjahr

Spenden und Sponsoring: Die Sparkasse unterstützte insgesamt 175 Projekte, 260 000 Euro wurden an Vereine ausgeschüttet.

Fluthilfe: Unternehmen und Privatleute erhielten unbürokratisch zinslose Darlehen in Höhe von insgesamt fünf Millionen Euro wenige Tage nach der Katastrophe.

Baufinanzierung: Die Nachfrage nach Wohnraum ist enorm hoch, der Markt leergefegt. „Wenn Immobilien frei werden, sind sie schnell weg“, erklärt Herbert Thelen. Die Baufinanzierung war mit 42 Millionen Euro etwas rückläufig, das Maklergeschäft stieg dagegen um 36 Prozent auf 11,5 Mio Euro.

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