Erneuerung der Asphaltdecken

Sommerprogramm der TBR startet - Mehrere Baustellen werden gleichzeitig angegangen

Markus Schulz beschwert sich über die enorme Zahl von Schlaglöchern auf Remscheids Straßen wie hier an der Wilhelmstraße. Es bestehe dringender Handlungsbedarf. Foto: Roland Keusch
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Markus Schulz beschwert sich über die enorme Zahl von Schlaglöchern auf Remscheids Straßen wie hier an der Wilhelmstraße. Es bestehe dringender Handlungsbedarf.

RGA-Leser Markus Schulz ärgert sich über den Zustand der Remscheider Straßen – Einige werden in diesem Jahr saniert.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. RGA-Leser Markus Schulz ärgert sich. Der Zustand der Remscheider sei erbärmlich – und das Wort dafür noch zu gut. „Ganz Alt-Remscheid ist wie ausgebombt“, sagt er. Die Königstraße gleiche einer Schlaglochpiste, um den Quimperplatz, die Hindenburgstraße und die Uhlandstraße stehe es nicht besser. Und dann sehe er kaum Repariertrupps in der Stadt, das Geld fließe stattdessen ins Rathaus oder in den Ebertplatz. „Das hilft der Gesellschaft nicht“, sagt Schulz. Und: Das könne so nicht bleiben.

„Ganz Alt-Remscheid ist wie ausgebombt.“

Markus Schulz, RGA-Leser

Besonders in den Sommerferien können die Remscheider aber damit rechnen, Mitarbeiter der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) auf den Straßen zu sehen. Denn gleich mehrere Baustellen werden gleichzeitig angegangen, wie die TBR auf Nachfrage erklären. Bereits diese Woche starteten die Arbeiten in der Lüttringhauser Straße und der Lindenallee, berichtet Gunter Breidbach, Bereichsleiter Neubau bei den TBR, Dort wird die bestehende Asphaltdecke im Rahmen des Deckenprogramms abgefräst und erneuert. „Das Bitumen, der Klebstoff zwischen Sand und Körnern, altert“, erklärt Breidbach. Der Asphalt wird brüchig.

In 14 Tagen starten die Arbeiten am Schwarzen Weg in Bergisch Born. Als Stichstraße wird der Schwarze Weg ausgebaut, ein Wendehammer soll entstehen, ein Fußgängerweg aufseiten der Neubauten wird gebaut. Kommenden Montag, 5. Juli, startet auch die Sanierung der Neuenkamper Brücke. Dafür wird die Fahrbahn in Richtung Innenstadt einspurig. „Das Sommerprogramm läuft auf Hochtouren“, sagt Breidbach.

Noch in diesem Jahr wird das Deckenprogramm – also die Erneuerung der Asphaltdecken – an der Stephanstraße, der Bliedinghauser und der Wermelskirchener Straße fortgeführt. Gunter Breidbach rechnet mit den Arbeiten zum Spätsommer/Herbst, die Kosten belaufen sich dafür auf voraussichtlich 250 000 bis 300 000 Euro. Die für die Sanierung der Lüttringhauser Straße/Lindenallee liegen bei etwa einer halben Million Euro, sagt Breidbach. Die Arbeiten am Schwarzen Weg belaufen sich auf mehrere Hunderttausend Euro. Über Rückstellungen der Stadt, die die Stadt an die TBR auszahlt, wird das Deckenprogramm finanziert, die Arbeiten am Schwarzen Weg aus dem städtischen Haushalt.

Weitere Projekte stehen ebenfalls bald an. Der Knoten Eisernstein und die Verlängerung der Intzestraße an die Lenneper Straße mit einem Kreisverkehr liegen bereits als Antrag in Düsseldorf vor. „Da müssen wir gucken, wie die Bezirksregierung die Fördergelder verteilt“, sagt Breidbach.

Gunter Breidbach hat vollstes Verständnis für Markus Schulz. „Was wir in den letzten 20 Jahren versaubeutelt haben, weil das Geld fehlte, kann man nicht mehr aufholen“, sagt er. „Das kann man als sauberes Hinterherhinken bezeichnen.“

Die Entscheidung, welche Straßen saniert und welche zunächst zurückgestellt werden, wird keinesfalls wahllos getroffen. Grundsätzlich gilt: „Hauptstraßen sind wichtiger als Nebenstraßen“, erklärt Ralf Heinrichs, Bereichsleiter Straßenunterhaltung. Dort, wo Busspuren entlangführen oder Kitas und Schulen angesiedelt sind, werde ebenfalls priorisiert. Im Fall der Stephanstraße erschließe eine Buslinie den gesamten Rosenhügel.

Etwa 30 Mitarbeiter kümmern sich derzeit um Reparaturen auf dem 420 Kilometer langen Remscheider Straßennetz. Eine Straßensanierung brauche aber einiges an Vorlaufzeit. Vor dem ersten Spatenstich vergehe mindestens ein halbes Jahr an Planung – Abstimmung mit der Feuerwehr, Straßenführung und Versorgungsträger müssen berücksichtigt werden.

Markus Schulz wünscht sich ein Brainstorming zwischen Remscheider Unternehmen und der Stadt. „Man muss mal einen unkonventionellen Weg gehen, gemeinsam mit der Wirtschaft an die Sache rangehen. Wenn jeder etwas beisteuert, kommen schnell 100 000 bis 200 000 Euro zusammen“, schätzt Schulz.

Straßen NRW

Auch Straßen NRW plant einige Baustellen in Remscheid. Ab dem 7. Juli wird die L 412 in Bergisch Born saniert. Ebenfalls in diesem Jahr saniert werden Abschnitte der B 229 im Bereich der Wupperbrücke zwischen Lennep und Radevormald, Teile der B 51 zwischen Bergisch Born und Lennep und die L 417/August-Erbschloe-Straße in Lüttringhausen. Remscheid steche im Vergleich zu anderen Kommunen beim Handlungsbedarf aber nicht hervor, betont Rainer Herzog, von der Regionalniederlassung Rhein-Berg.

Die Betonsanierung an der Neuenkamper und der Birgderkamper Brücke startet am Montag, 5. Juli. 

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