Bildung

VHS soll Domizil in Allee-Arkaden erhalten

Als eine Dependance der Volkshochschule vorgesehen: die Allee-Arkaden an der unteren Alleestraße. Foto: Roland Keusch
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Als eine Dependance der Volkshochschule vorgesehen: die Allee-Arkaden an der unteren Alleestraße.
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Volkshochschule benötigt dringend Platz für Sprachkurse und Schulabschluss-Klassen.

Von Andreas Weber

Remscheid. Für die Raumprobleme der Volkshochschule (VHS) zeichnet sich eine Lösung ab. Sie könnte in der Alleestraße 13 liegen. Im zweiten Stock der Allee-Arkaden soll die Bildungseinrichtung ihre Sprachkurse und Weiterbildungsangebote ab November auf 1170 Quadratmeter unterbringen können. Die Stadt will das komplette Stockwerk für zehn Jahre anmieten.

In den leerstehenden Räumen war vorher das Wirtschaftsinstitut Mentil-Naumann untergebracht. Die Etage wäre grundsätzlich zugeschnitten auf ein Unterrichtsangebot. Stadtkämmerer Sven Wiertz spricht davon, dass an der Stelle zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen würden. „Diese Lösung wäre sicherlich im Sinne der VHS, sie würde aber auch ein Stück zur Belebung der unteren Allee beitragen.“

Der politische Segen zur Anmietung fehlt noch. Die kurzfristig eingebrachte entsprechende Beschlussvorlage für den Rat Ende September wurde zurückgezogen, weil die Fraktionen Beratungsbedarf sahen. Die Entscheidung über die neue Dependance der VHS wurde in den Kulturausschuss am 26. Oktober (17 Uhr, Ratssaal) geschoben. Vor der Sitzung wird sich der Fachausschuss in dem Objekt ein Bild machen. Sven Wiertz spricht bei der geplanten zusätzlichen Investition von einer „Notwendigkeit“. Die ohnehin schwierige Raumsituation der VHS hat sich während der Pandemie weiter zugespitzt.

Kurse müssen bei den Teilnehmerzahlen begrenzt oder gesplittet werden. Zwei der VHS-Nebengebäude sollen geräumt werden. Denn das Weiterbildungskolleg Bökerhöhe und die ehemalige Schule und Flüchtlingsunterkunft Hölterfeld sind – modernen Standards entsprechend – nur sehr bedingt geeignet für die VHS-Zwecke. In Bökerhöhe werden die Lehrgänge zum Mittleren Schulabschluss abgehalten, in Hölterfeld die Integrations- und Sprachkurse, deren Teilnehmerzahlen sich seit 2015 mehr als verdoppelt haben. Zu den Qualitätsstandards der VHS zählen vor allem eine zentrale Lage, günstige ÖPNV-Anbindung, großzügige Lernräume, Barrierefreiheit und digitale Zugänge.

Remscheid: Stadt ist sicher, dass die VHS mehr Leben in die untere Allee bringt

An den Allee-Arkaden wären diese Voraussetzungen gegeben. Vor allem die Bushaltestelle wäre um die Ecke am Markt. 850 Kursteilnehmer wöchentlich sollen in den neuen Räumen unterrichtet werden können. Die Stadt spricht von einem „Impuls zur Vitalisierung der Innenstadt“. Vonseiten der Politik zeichnet sich nicht nur Zustimmung ab. Teile der CDU sind skeptisch. Ratsmitglied Bernd Quinting zum Beispiel hält die Dauer des Mietvertrages für viel zu lang.

Ebenso wenig glaubt Quinting, dass die VHS-Teilnehmer zur Belebung des weitgehend brachliegenden Einzelhandels am unteren Ende der Einkaufsmeile beitragen. Die Stadtverwaltung hingegen heißt „jedwede neue öffentliche Nutzung auf der Alleestraße, die dazu dient mehr und vor allem ausdauernde Frequenzen auf die Alleestraße zu bringen“ willkommen.

Standpunkt: Es kehrt mehr Leben ein

andreas.weber@rga-online.de

Ein Kommentar von Andreas Weber

Die Volkshochschule ist trotz zwischenzeitlicher Fusionsüberlegungen mit den anderen bergischen Großstädten eigenständig geblieben. Das musste Remscheid nicht bereuen. Die Bildungseinrichtung hat sich gut entwickelt, weil sie sich wandelnden gesellschaftlichen Gegebenheiten immer klug anpasst. Wer seine Kunden halten, neue Teilnehmerkreise erschließen und mit der Zeit gehen will, der braucht aber auch Räumlichkeiten in entsprechender Lage. Und die sind das größte Problem der VHS. Deshalb können sich Nicole Grüdl-Jakobs und ihr Team nun vermutlich auf einen zügigen Umzug freuen, der Luft zum Durchatmen gibt. 

Der Standort Allee-Arkaden erfüllt für Lernende zuvorderst ein zentrales Kriterium: Er ist mitten in der City deutlich besser zu erreichen als die Schulgebäude am Gustav-Michel-Weg oder in Hölterfeld. Ob die Kursteilnehmer dann noch vor oder nach dem Unterricht, wie es sich die Stadtverwaltung erhofft, ihr Geld in der Einkaufszone lassen, sei einmal dahingestellt. In jedem Fall bedeuten die paar hundert VHS-Teilnehmer wöchentlich Leben in einer sonst trostlosen Zone und einen Leerstand weniger.

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