Meinung der Remscheider ist gefragt

Wie soll die Alleestraße in zehn Jahren aussehen?

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Planungsbüros machen sich Gedanken zur  Umgestaltung der Alleestraße.

Drei Ideen stehen zur Auswahl – Planungsbüros bitten die Remscheider im Internet um ihre Meinung.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Frauen schlendern an den Geschäften vorbei, Kinder spielen vor ihrer Wohnung an der Alleestraße, ein älteres Ehepaar genießt nach dem Bibliotheksbesuch noch eine Kleinigkeit in einem Restaurant am Markt: Das Leben auf der Allee pulsiert. Zumindest in der Fantasie. 2030 könnte sie Wirklichkeit werden. Die Planungsbüros Stadtguut aus Bochum und Stadtraumkonzept aus Dortmund haben im Auftrag der Stadt Ideen für die Haupteinkaufsstraße entworfen. Dieser Planungsprozess ist Teil eines Wiederbelebungsprogramms, das die Stadt Remscheid für die Alleestraße gestartet hat.

Remscheid: Nun sind die Bürger gefragt

Nun sind die Bürger gefragt: Welches Modell gefällt ihnen am besten? „Wir zeigen eine Bandbreite der Möglichkeiten auf und geben damit eine Diskussionsgrundlage“, erklärt Stadtplaner Stephan Gudewer, Geschäftsführer von Stadtguut. Es sei nichts in Stein gemeißelt. Noch drei Wochen können sich die Remscheider die „Zukunftsbilder“ der Planer im Internet ansehen und ihre Meinung dazu äußern. Am Dienstagabend gab es dazu auch eine Radioshow mit Baudezernent Peter Heinze und Yasemin Utku von Stadtguut bei Radio RSG. Ein spannendes Format, wie Heinze findet. „Ich habe den Eindruck, Bürgerbeteiligung kann auch so funktionieren.“ Die Bürger hatten viele Fragen.

„Dass Ladenlokale leer stehen, tut den Remscheidern weh.“
Peter Heinze, Baudezernent

Auch auf die Internetseite gebe es eine sehr gute Resonanz: In den ersten Tagen gingen bereits mehr als 100 Meldungen ein. Es gibt zudem eine erste Tendenz der Bürger: „Der überwiegende Teil sieht das bisherige Konzept mit Einzelhandel nicht als zukunftsfähig an“, sagt Heinze. Der vielfache Wunsch: mehr Grünflächen auf der Allee. Denn die sei den Remscheidern „superwichtig“, das Thema Nummer 1. „Wenn man die Leute fragt, was die Remscheider Innenstadt ausmacht, kommt als Antwort: die Alleestraße.“ Die Veränderungen „ihrer“ innerstädtischen Hauptschlagader seien für die Bürger emotional schmerzhaft. „Dass Ladenlokale leer stehen, tut ihnen weh. Sie hängen daran“, sagt der Baudezernent. Daher sei es auch so wichtig, die Bürger im Umgestaltungsprozess mitzunehmen. „Es geht darum, die Innenstadt neu zu erfinden. Und das muss gesellschaftlich auch getragen werden.“

Die Experten haben sich die Allee vom Markt bis zur Hochstraße angeschaut. Diese drei Modelle sind dabei entstanden:

Zukunftsbild A: Allee-Impulse. Die Gradlinigkeit der Allee bleibt erhalten, es gibt aber frische Impulse durch neue Nutzungen. So sollen sich Handwerksbetriebe mit Fertigungs- und Verkaufsräumen ansiedeln, denen man bei ihrer Arbeit zuschauen kann.

Entwurf A: Die Allee mit einzelnen Impulsen.

Ein Standort der Rheinischen Fachhochschule Köln und ein VHS-Tagungshaus haben sich etabliert. Gastronomiebetriebe laden zum Verweilen ein. Es gibt elektrobetriebene Fahrradtaxis und einen selbstständig fahrenden Bus, der den Bahnhof mit Alleestraße, Stadtpark und Hasten im Zehn-Minuten-Takt verbindet. Leerstehende Räume im Erdgeschoss sollen neu genutzt werden, ebenso der alte Sinn-Leffers. Die Pavillons könnten als Ausstellungsräume dienen.

Zukunftsbild B: Allee-Zonen. Die Hauptschlagader der Innenstadt wird hierbei in drei Bereiche eingeteilt: im oberen Einzelhandel, in der Mitte zwischen Scharffstraße und Engelspassage Wohnen, in der unteren Zone bis Markt und MyViertel Gastronomie.

Idee B: Die Straße wird in drei Zonen eingeteilt.

Viele Bäume, Sträucher und Beete verleihen der Allee ein grünes Bild. Eine Kita, Mehrgenerationenwohnen, Beratungsstellen und ein Ärztekomplex sind denkbar. Im unteren Bereich könnten Kultur- und Freizeitangebote entstehen.

Zukunftsbild C: Allee-Quartiere. Die Allee wird durch Plätze neu gegliedert. Sie lösen den linearen Charakter der Straße auf. Der vorhandene Platz vor dem Allee-Center versammelt die zentralen Geschäfte der City. Im mittleren Bereich werden zwei Plätze gebildet, an denen sich Kultur-, Freizeit- und Gastronomieangebote konzentrieren, die sich mit Theater, Bildungszentrum und Seniorenheimen ergänzen.

Bild 3: Neu gegliederte, einzelne Quartiere.

An der Einmündung der Engelspassage entsteht ein neuer Platz, um den sich unter dem Motto „Bildung und Innovation“ zum Beispiel ein Gründerzentrum, ein Tagungshaus, Coworking-Angebote und Leseräume von VHS und Bibliothek versammeln. 

www.alleestrasse-remscheid.de

Der Fahrplan

Vorher: Die Planungsbüros haben im Rahmen der Sanierungssatzung die Allee untersucht. Sie haben sich dort umgesehen, Leerstände kartiert, Eigentümer befragt und Gespräche mit „Schlüsselakteuren“ geführt, zum Beispiel dem Quartiersmanagement und Verwaltung. Auch die Ideen der Immobilien- und Standortgemeinschaft sind eingeflossen.

Nun: Die Planer konkretisieren die Wünsche der Bürger nun in Einzelplänen. Heute wird das Thema bereits im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt.

Danach: Bald setzt die Verwaltung eine Rahmenplanung auf, danach wird es wieder eine Öffentlichkeitsbeteiligung geben. Diese soll vermutlich noch dieses Jahr stattfinden.

Der Brunnen vor dem Allee-Center hat am Mittwochvormittag seinen ersten Testlauf bestanden: Für einige Zeit plätscherte wieder Wasser die ikonische Säule hinunter – erstmal zur Probe.

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