Bewerbung

Landesregierung schlägt Müngstener Brücke als nächstes Unesco-Welterbe vor

Die Müngstener Brücke steht mit ihrer aufwendigen Stahlkonstruktion unter Denkmalschutz. Als Welterbe-Stätte würde sie noch bekannter.
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Die Müngstener Brücke steht mit ihrer aufwendigen Stahlkonstruktion unter Denkmalschutz. Als Welterbe-Stätte würde sie noch bekannter.

Der Antrag wird nun vom Land Nordrhein-Westfalen fristgerecht der Kultusministerkonferenz vorgelegt. Anschließend wird dieser und die Anträge aus den anderen Bundesländern durch eine unabhängige Fachjury auf Bundesebene bewertet werden.

Solingen/ Düsseldorf. Solingen/ Düsseldorf. Gute Nachrichten aus Düsseldorf: Die nordrhein-westfälische Landesregierung schlägt die Müngstener Brücke in internationaler Gemeinschaft mit den Brücken Ponte Maria Pia und Ponte Dom Luis I. in Portugal, dem Garabit-Viadukt und dem Viaduc du Viaur in Frankreich und der Ponte San Michele in Italien zur Nominierung als zukünftiges Unesco-Welterbe vor. Es ist der einzige Vorschlag aus Nordrhein-Westfalen, der sich im aktuellen Verfahren durchsetzen konnte. Das Landeskabinett folgt damit der Empfehlung einer Fachjury. Sie hatte sich im Juni für die Nominierung der „Großbogenbrücken des 19. Jahrhunderts“ ausgesprochen, dabei aber auch eine Überarbeitung und Ergänzung des Antrags mit auf den Weg gegeben.

Müngstener Brücke auf dem Weg zum Welterbe: Erste Reaktionen aus Solingen, Remscheid und Wuppertal

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach reagiert mit Freude und Stolz auf das Votum. „Wir haben gute Arbeit geleistet, unsere Bewerbung in internationaler Gemeinschaft hat überzeugt. Damit ist ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht. Noch mehr als bisher wird die Müngstener Brücke damit zum Aushängeschild für unsere Region. Und mit jedem weiteren Schritt werden wir mehr wahrgenommen - auch über die bundesdeutschen Grenzen hinaus“.

„Die Entscheidung des Landeskabinetts zeigt, dass das Welterbe-Verfahren zu den bedeutendsten Projekten unserer Region gehört. Wir werden nun unsere ganz Kraft dem Ziel widmen, auf die bundesdeutsche Tentativliste zu kommen“, betont Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind. Sein Remscheider Amtskollege Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz ergänzt: „Zum 120. Geburtstag der Müngstener Brücke haben wir mit unseren Partnern aus Frankreich, Italien und Portugal unsere Unterschriften unter den ersten „Letter of Intent“ gesetzt. Beim Kongress zum 125. Geburtstag im nächsten Jahr können wir den Erfolg nun gemeinsam feiern.“

Müngstener Brücke auf dem Weg zum Welterbe: Nächstes Ziel ist eine Stiftung mit Sitz in Solingen

Große Freude gab es auch bei der Deutschen Bahn. Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter in Nordrhein-Westfalen: „Die Müngstener Brücke ist nun endgültig auf dem Weg zum Welterbe - und damit zum prominenten Aushängeschild für die Deutsche Bahn.“ Und er ergänzt: „Die Stadt Solingen und die Projektleitung dort leistet überzeugende Arbeit, immer in vertrauensvoller Abstimmung mit uns. Herzlichen Dank dafür.“

Mit Hochdruck geht es nun weiter im Prozess, in allen vier Ländern laufen die Planungen und nationalen Abstimmungen. Zunächst geht es vor allem darum, eine tragfähige Finanzstruktur zu schaffen. Ziel ist es, eine Stiftung mit Sitz in Solingen zu gründen, die gleichberechtigt von allen europäischen Brücken-Partnern getragen wird. Fördervereine in den vier beteiligten Ländern schaffen dafür die Grundlage. Sie sollen zunächst im eigenen Land Freunde und Förderer gewinnen. Der Förderverein „Welterbe Müngstener Brücke“ wurde bereits im März gegründet.

Das weitere Vorgehen im Detail werde im nächsten Frühjahr beim Welterbe-Kongress in Italien abgestimmt, erläutert Carsten Zimmermann, der das Gesamtprojekt aus dem Solinger Rathaus steuert. Und er ergänzt: „Trifft die Kulturministerkonferenz die Entscheidung, die internationale Gemeinschaft der „Großbogenbrücken des 19. Jahrhunderts“ in die bundesdeutsche Tentativliste aufzunehmen, besteht die Chance, dass die Bundesrepublik Deutschland auch die Federführung für das europäische Großprojekt übernimmt.“

Im Oktober 2023 trifft die Kultusministerkonferenz (KMK) ihre Entscheidung, im Januar 2024 wird die neue Tentativliste bei der Unesco eingereicht. 2025 soll das erste Projekt von dieser Liste als Welterbe angemeldet werden.

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