„Bergisch Circular“

So wollen die bergischen Städte gemeinsam Rohstoffe schonen

Im Müllheizkraftwerk wird der Abfall zwar auch verwertet. Noch nachhaltiger wäre es allerdings, wenn der Müll gar nicht erst anfiele oder möglichst viel hochwertig wiederverwertet werden könnte. Archivfoto: Christian Beier
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Im Müllheizkraftwerk wird der Abfall zwar auch verwertet. Noch nachhaltiger wäre es allerdings, wenn der Müll gar nicht erst anfiele oder möglichst viel hochwertig wiederverwertet werden könnte.
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Bei „Bergisch Circular“ geht es Remscheid, Solingen und Wuppertal nicht nur um Müllvermeidung.

Von Andreas Tews

Bergisches Land. Mit einem gemeinsamen Förderprojekt wollen die drei bergischen Großstädte erreichen, dass künftig in der Region ressourcenschonender gebaut, Abfall vermieden und auch sonst rohstoffschonender gewirtschaftet wird. Die Kommunen wollen dabei vorangehen und für eine Kreislaufwirtschaft möglichst viele Nachahmer in den Städten finden. Für den dreijährigen Projektzeitraum von „Bergisch Circular“ zahlt das Bundesforschungsministerium einen Zuschuss von 2,2 Millionen Euro. Federführend wird dabei die Neue Effizienz gGmbH der drei Städte agieren.

Kreislaufwirtschaft sei ein zentrales Element der ökologischen Modernisierung, teilt die Stadt Solingen der Politik mit. Das Ziel dabei sei die längstmögliche Nutzung von Produkten und Ressourcen. Anschließend sollen diese wieder zu den Ausgangsstoffen verwertet werden, damit diese wieder genutzt werden können. Das sei ein grundlegenderer Vorgang als zum Beispiel das Recycling, bei dem Abfälle zu jeweils minderwertigeren Produkten verarbeitet werden. Bei der Produktion gehe es darum, so wenig Rohstoffe wie möglich zu verbrauchen und sie in einem zweiten Schritt hochwertig wieder zu verwenden. So könnten im dritten Schritt Abfälle konsequent reduziert werden.

Mit dem Projekt wollen die Städte wirtschaftliche Impulse setzen

Die drei Handlungsfelder bei „Bergisch Circular“ sollen eine Bautätigkeit sein, die auf diesem Prinzip beruht, ebenso eine dementsprechende generelle Beschaffungspraxis der Städte und eine Vermeidung von Abfällen. Gehen die Städte als Vorbilder voran, verspricht man sich davon in den Rathäusern eine „strukturstärkende Wirkung auf die Region“. Dem Projektkonsortium gehören neben der Neue Effizienz gGmbH die Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal, die Stadtentwicklungsgesellschaft Solingen (SEG), das Gebäudemanagement Wuppertal (Eigenbetrieb) und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie an. Der Projektzeitraum läuft seit Juni 2021 und ist bis Ende Mai 2024 angesetzt.

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Mit den Zuschüssen kann jede der drei Städte eineinhalb Personalstellen finanzieren. In Solingen werden diese bei den Technischen Betrieben (TBS) und der SEG geschaffen. Die TBS sind für das Thema Abfallvermeidung zuständig, die SEG für das zirkuläre Bauen. Die nachhaltige öffentliche Beschaffung soll in beiden Organisationen eine Rolle spielen.

Bei dem Projekt sollen aufbauend auf einer Status-Quo-Analyse gemeinsame Ideen und innovative Lösungsansätze erarbeitet werden. Später können sich in einem Projektbeirat Vertreter aus Politik, Wirtschaft und anderen Bereichen über die Umsetzung austauschen. Zu ausgewählten Lösungen soll es Praxistests geben. Zum Abschluss ist geplant, einen Leitfaden zu veröffentlichen, der auch anderen Städten Impulse geben kann.

Von dem Projekt erhoffen sich die Städte laut Mitteilung der Stadt Solingen einen nachhaltigen Strukturwandel, regionale wirtschaftliche Impulse und eine Verbesserung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit. Die Drei-Städte-Kooperation soll Impulse setzen, die eine Stadt alleine nicht setzen könnte.

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