Tipps

So wird der Garten richtig winterfest

Reiner Höpken weiß, wie der Garten gut durch den Winter kommt. Hier hält er eine winterharte und winterfeste Bergenie. Foto: Alexandra Dulinsk
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Reiner Höpken weiß, wie der Garten gut durch den Winter kommt. Hier hält er eine winterharte und winterfeste Bergenie.

Gärtner Reiner Höpken gibt Tipps.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Die Temperaturen werden kühler, über kurz oder lang wird sich der Herbst dem Winter zuneigen. Jetzt ist also die beste Zeit, den Garten winterfest zu machen. Gärtner Reiner Höpken, der einen Stand auf dem Remscheider Markt betreibt, gibt Tipps, wie das gelingt.

Rasen: Der Rasen sollte vor dem ersten Schnee gemäht werden. Nicht zu kurz, sagt Reiner Höpken. Fünf Zentimeter sollten mindestens stehenbleiben. „Ist der Rasen zu lang, können sich Pilze ansiedeln. Ist er zu kurz geschnitten, geht der Frost zu sehr in den Boden“, weiß er – der Rasen wird beschädigt. Düngen sollten Hobbygärtner den Rasen jetzt in keinem Fall mehr. „Den Dünger nimmt die Pflanze jetzt nicht mehr auf und schädigt nur das Grundwasser.“ Auch Naturdünger sollten erst ab Ende Februar/März, abhängig von der Witterung, zum Einsatz kommen.

Eckenweise an die Natur zu denken, ist gar nicht so verkehrt.

Gärtner Reiner Höpken über Laubhaufen

Stauden: Stauden, wie Rittersporn, Margeriten oder Mohnblumen sollten im Herbst nicht zurückgeschnitten werden. „Die Pflanzen brauchen das Abgestorbene als Winterschutz“, erklärt Höpken. Erst im Frühjahr sollte wieder Hand angelegt werden.

Sträucher: „Blütensträucher sollten im Allgemeinen sofort nach der Blüte geschnitten werden“, sagt Höpken. Dann hat der Strauch Zeit zu wachsen und neue Knospen anzulegen. Da die Blütezeit aber von Art zu Art verschieden ist, gibt es keine allgemeingültige Regel für den Rückschnitt. „Dafür können jetzt alle Nadelgehölze in Form geschnitten werden. Daraus kann man direkt Adventskränze machen“, weiß Reiner Höpken. Die Nadelgehölze sollten so geschnitten werden, dass sie stabil sind.

Laub: Igel, Eichhörnchen, Vögel und Co. fühlen sich in Laubhaufen pudelwohl. Auch wenn es dem Ordnungsdrang widersprechen mag: „Eckenweise an die Natur zu denken, ist gar nicht so verkehrt“, sagt Höpken. Laub kann in einer Ecke zusammengekehrt und liegengelassen werden.

Rosen: Jetzt ist die Zeit, Rosen zu pflanzen, sagt Reiner Höpken. Bestehende Rosen sollten nicht zurückgeschnitten werden. Lediglich Blüten und Knospen können entfernt werden. „Das macht keinen Sinn, sie stehenzulassen. Darin überwintern Schädlinge“, weiß der Experte. Wichtig: Die Überreste kommen in den Mülleimer. Denn auf dem Komposthaufen können die Schädlinge dennoch überwintern. Wenn es richtig kalt wird, müssen die Rosen mit Stroh oder Reisig vor Frost geschützt werden. Auf Folie sollten Hobbygärtner verzichten, denn die ist tödlich, sagt Höpken. Feuchtigkeit sammelt sich unter der Folie und gefriert.

Kübelpflanzen: Mediterrane Pflanzen wie Oleander oder Zitruspflanzen müssen ins Winterquartier. Ideale Temperaturen sind für sie bei fünf bis maximal zehn Grad. Dabei sollten sie etwas Sonnenlicht abbekommen. Pflanzen europäischen Ursprungs wie Rhododendren oder der Haselnussbaum sind winterfest. „Das Gefährliche ist, dass der Frost von allen Seiten an die Wurzeln kommt, wenn sie im Kübel stehen,“ erklärt der Gärtner. Dann kann die Pflanze vertrocknen, weil sie kein Wasser aufnehmen kann. Eine Styropor- oder dicke Holzplatte wirken als Dämmmaterial, ebenso Sackleinen, Stroh oder Heu.

Teiche: „Wenn Fische im Teich leben, sollte man dafür sorgen, dass eine Ecke nicht zufriert. Auch Bewegung im Wasser ist wichtig“, erklärt Höpken. Das kann zum Beispiel durch Rundpumpen erreicht werden.

Neues anpflanzen: Mit dem Wechsel der Jahreszeit kommt die Zeit für Neues. „Der Herbst ist ideal für alle Gehölze. Die Hainbuchenhecke ist mein persönlicher Favorit“, verrät Reiner Höpken. An ihr könne man die Jahreszeiten beobachten – im Herbst werden die Blätter bunt. Kommen die Blätter zurück, läutet die Hainbuchenhecke den Frühling ein. Generell unterscheiden Botaniker zwischen winterharten und wintergrünen Pflanzen, weiß Höpken. Winterharte Pflanzen trotzen der Kälte und blühen im Frühling wieder schön. Wintergrüne Pflanzen bieten in den kalten Monaten einen schönen Blattschmuck – so wie Christrosen.

Hintergrund

Für den Winter: Alpenveilchen halten sich bis Weihnachten draußen. Gräser wie die Japansegge sind fast ausnahmslos winterhart. Purpurglöckchen behalten im Winter ihre Farbe. Auch Stiefmütterchen, Hornveilchen, Günsel, alle Heidepflanzen, Efeu und Kiwiknöterich eignen sich für den Winter.

Für das Frühjahr: Um den Garten nicht nur winterfest zu machen, sondern auch schon für das kommende Frühjahr vorzubereiten, können Hobbygärtner jetzt schon Blumenzwiebeln pflanzen. Tulpen, Osterglocken, Narzissen und Hyazinthen sollten bis spätestens Mitte/Ende November in der Erde sein.

Noch mehr Tipps zu einem insektenfreundlichen und nachhaltigen Garten gibt es hier.

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